Studie: Jugend hat kein rosiges Bild vom Internet

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Eine aktuelle Studie hat sich damit beschäftigt, welches Bild Jung und Alt jeweils vom Internet hat, und hat dabei Erstaunliches zutage befördert. Denn die Jugend sieht das Internet durchaus nicht nur als positiv an.

Was Jan Wetzel über die große „Vermächtnis“-Studie der Wochenzeitung „Die Zeit“, der infas und des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) sagt, scheint fast schon unglaubwürdig. Wenn es nicht Schwarz auf Weiß belegt wäre: „Die Älteren empfehlen, digitale Medien stärker zu nutzen – die Jüngeren hingegen wollen, dass vieles wieder so wird ‚wie früher‘.“ Als Beispiele nennt er Arztbesuch statt Google, Gefühle persönlich mitzuteilen statt sie per Smartphone zu versenden, oder Briefe wieder häufiger mit der Hand zu schreiben. Das Bild, das die Jugend vom Internet hat, ist nicht allzu rosig.

Die Studie unter dem Titel „Vermächtnis“ sollte herausfinden, wie Jung und Alt das Internet und dessen Zukunft sehen. Überraschenderweise gaben die jüngeren Generationen an, weitaus skeptischer zu sein, als es die älteren Generationen sind. Das steht in starkem Kontrast zu Meldungen, die über Internetkonsum, Smartphone-Nutzung und Co. philosophieren.
 
 
Ein Kontrast, der sogar Sinn macht. Denn während die Jugend selbst mit den Medien vertraut ist, rät rund die Hälfte der 14- bis 17-Jährigen davon ab, Kinder so früh wie möglich mit dem Internet vertraut zu machen. 12 Prozent lehnen dies sogar grundsätzlich ab. Die über 65-Jährigen hingegen sehen das Internet positiv und möchten zu einem Drittel Kinder möglichst früh damit vertraut machen. [nis]

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8 Kommentare im Forum

  1. Nunja, auf die Seiten auf denen das Internet "rosig" aussieht, sollten Jugendliche eh nicht zu früh... und wenn die 14-17 jährigen nicht wollen dass Kinder zu früh das Internet nutzen, dann doch nur weil sie wegen ihrer jüngeren Geschwister um ihre Bandbreite fürchten. Ok, Spaß beiseite. Ich beobachte selber dass "das Internet" zunehmend nutzloser wird, und die Nutzung immer komplizierter. Wenn man Informationen sucht, wird es immer wichtiger die Glaubwürdigkeit der Informationen zu verifizieren, die Betreiber einer Webseite zu recherchieren usw... Suche heute mit Google doch mal nach einem Produkt und hänge das Wort "Test" an. Das Ergebnis einer solchen Suche wird immer absurder. Irgendwelche Leute haben massenhaft Domains mit den verrücktesten Tests reserviert, meistens noch mit Jahreszahlen dran, sowas wie Zahnbuerstentestübersicht2016 oder so, und dahinter verbergen sich dann irgendwelche Seiten, die kaum Informationen enthalten, und nur ein paar ausgewählte Produkte vorstellen, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen. Ähnelt sehr irgendwelchen gekauften Amazon Rezensionen. Vor 10 Jahren waren das Internet und Google deutlich informativer und neutraler, heute ist alles irgendwie mit Werbung zugemüllt, an unabhängige oder neutrale Informationen ist nur noch schwer zu kommen. Von daher würde ich das gar nicht an der Jugend festmachen, ich denke das Bild welches "das Internet" insgesamt abgibt hat sich einfach geändert, und wer halbwegs aufmerksam ist bekommt das halt mit, die unbedarften Internetnutzer merken es nur nicht.
  2. Stimme dir da zu. Werbung zählt erstmal (wie wohl überall auf der Welt), Rezensionen werden schon gekauft, "unabhängige" Meinungen zu holen ist wirklich nur schwer umzusetzen. Daher verstehe ich manchmal auch nicht, warum soviele Leute anderen glauben, die "auf youtube aber xyz gesagt haben". Wer auch immer dort oder auf anderen Plattformen z. B. politische oder gesellschaftliche Themen anspricht - wieso haben die "immer Recht", wenn es anders belegbar ist? Nur weil sie "frei" im Internet reden dürfen? Das ist das "gefährliche". Propaganda kann ich in diesem freien Raum durchaus und eigentlich am Besten durchführen. Es kontrolliert ja keiner, aber viele glauben es, weil Internet gerade "hipp" ist. Nicht alles was da steht ist halt echt / wahr. Nicht mal bei amazon oder wikipedia.
  3. Am Internet lässt sich halt trefflich beobachten, was passiert, wenn die Wirtschaft immer mehr Einfluss nimmt und nichts reguliert wird. Es gibt mittlerweile so viele dubiose und auch kriminelle Geschäftemacher, dass man permanent auf der Hut sein muss nicht abgezockt zu werden. Dazu kommen die ganzen Sinnlosseiten, wie bspw. gutefrage.net, wo Uninformierte ungeprüft ihren Blödsinn absondern können. Es ist bisweilen wirklich extrem anstrengend gute und sinnvolle Informationen aus dem Wust an Quatsch und Schwachsinn herauszufiltern. Selbst vermeintlich professionelle Redaktionen leisten sich oft ungeheure Patzer. Hauptsache schnell Meldungen heraushauen, und vieles ist einfach nur noch Clickbait. Insofern ist das Internet wirklich ein Spiegebild der Gesellschaft: Ganz viel Masse und ganz wenig Klasse.
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