Telekoms 5G-Start verschiebt sich

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Doch nicht „ab sofort“: Die Deutsche Telekom will ihren Kunden ultraschnelle 5G-Datenverbindungen „in den nächsten Wochen“ ermöglichen. Im schlimmsten Fall könnte es noch länger dauern.

Man lege „in den nächsten Wochen“ los, sagte ein Konzernsprecher am Freitag in Bonn. Auf der Webseite des Unternehmens ist hingegen angegeben, dass erst im vierten Quartal – also im Herbst – das Downloadtempo „an einzelnen 5G-Standorten mit geeignetem Endgerät“ bei mehr als 300 MBit pro Sekunde liegen werde. Das sei ein „Worst-Case-Szenario“, man rechne mit einem früheren Nutzungsbeginn, so der Sprecher.

Die Telekom hatte am Mittwoch in Berlin „den Startschuss für 5G in Deutschland“ verkündet – 5G-Geräte und 5G-Tarife seien „ab sofort“ für Kunden verfügbar. Bis Jahresende sollen verhältnismäßig wenige 5G-Standorte in Betrieb gehen, und zwar nur gut 100. Insgesamt hat die Telekom knapp 30.000 Mobilfunk-Standorte in Deutschland. Aus der begrenzten 5G-Verfügbarkeit hatte das Bonner Unternehmen keinen Hehl gemacht. Doch erst jetzt wird klar, dass der bereits erhältliche 5G-Tarif überall zunächst nur maximal 4G ermöglicht und erst später mancherorts 5G. Zuvor hatte „teltarif.de“ darüber berichtet.

Der neue Technologiestandard ist eine Weiterentwicklung von 4G, auch LTE genannt. Vor allem für die Industrie ist 5G wichtig. Für Privatkunden spielt das ultraschnelle mobile Netz vorerst eine nachrangige Rolle, für Online-Games könnte es aber wichtig werden. Immerhin sind inzwischen erste 5G-Geräte erhältlich. Die Telekom vertreibt das Smartphones Samsung Galaxy S10 5G sowie den HTC Hub 5G für reine Datenverbindungen.

Mitte Juni war eine Auktion von Frequenzen zu Ende gegangen, die Telekom sowie drei weitere Firmen zahlen 6,6 Milliarden Euro für 5G-Frequenzen. Man könne erst loslegen, wenn man die ersteigerten Frequenzen habe, erklärte der Telekom-Sprecher die Differenz zwischen dem Verkaufsstart von 5G-Verträgen und dem 5G-Nutzungsbeginn für Kunden. [dpa]

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7 Kommentare im Forum

  1. verschiebt sich?, ahh so wie bei Internet/DSL auf dem Land also noch etwa 100 Jahre warten. Dachte schon schon die Telekom ist schneller als der Schall ...puhhh also alles I.O :-)
  2. Naja, in Deutschland wurden die 3,5 GHz Frequenzen erst realtiv spät vergeben. Intressant wird wie jetzt der Ausbau in den kommenden Monaten erfolgt. Vorallem ob es auch kleinstädtische und ländliche POIs mit 5G Versorgung geben wird.
  3. Man streitet ja noch darum, wie die "abstrakt" vergebenen Frequenzen im 3,5 GHz Band konkret verteilt werden sollen. Die BNetzA meint, darüber sollten sich die Mobilprovider selbst einigen... Das kann also noch ein wenig dauern ... 3,6 GHz: Netzbetreiber müssen sich auf Lage bei 5G-Frequenzen einigen - Golem.de Im ländlichen Raum wird man wohl eher keine leistungsfähigen aber kleinräumigen 3,6 GHz Funkzellen nutzen, sondern große Funkzellen im 700 MHz Spektrum (was auch seit Monatsbeginn zur Verfügung steht) aufspannen. Kleinstädte und Dörfer könnten im Bereichen mit urbaner Siedlungsdichte auch 3,6 GHz Funkzellen bekommen, wenn nicht Bürgerinitiativen den Aufbau der Basisstationen verhindern, oder die notwendige Glasfaserzführung über eine zu lange (und deshalb teure) Strecke erfolgen muss ...
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