„use the news“ will Wege zu neuen Nachrichtenformaten zeigen

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Fake-News und Verschwörungstheorien machen in Corona-Zeiten wieder deutlich, wie wichtig Qualitätsjournalismus für die Gesellschaft ist – dies ist eine Bilanz des Hamburger Mediendialogs. Ein neues Projekt soll helfen, die Nachrichtenkompetenz in Deutschland zu stärken.

Sie sind immer und überall abrufbar: Nachrichten im digitalen Zeitalter. Doch wie genau informieren sich die Menschen in Deutschland, und was bleibt am Ende von den vielen Informationen hängen? Das will die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gemeinsam mit Partnern aus Medien, Wissenschaft, öffentlichen Institutionen und Zivilgesellschaft in einem langfristig angelegten Projekt erforschen. 

Im Fokus sind dabei besonders Menschen unter 30. Die Grundlage soll die bundesweite Studie „use the news – Nachrichtennutzung und Nachrichtenkompetenz im digitalen Zeitalter“ schaffen, erstellt durch das Hamburger Leibniz-Institut für Medienforschung / Hans-Bredow-Institut. Sie startet in diesen Tagen, wie die dpa und ihre Partner am Mittwoch beim Hamburger Mediendialog bekanntgaben. 

Ein Thema des Mediendialogs am Mittwoch war die Corona-Krise, die laut Hamburger Kulturbehörde besonders deutlich macht, wie groß die Bedeutung von Qualitätsjournalismus für eine aufgeklärte Gesellschaft ist. Gleichzeitig verstärke die veränderte Situation durch Fake News und Verschwörungstheorien auch bestehende Gefahren für die informierte Öffentlichkeit. Hier solle das dpa-Projekt helfen, die Nachrichtenkompetenz in Deutschland zu stärken

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärte, die Corona-Pandemie stelle die Medienbranche vor große Herausforderungen. Das Bedürfnis nach schnellen und zutreffenden Informationen, nach Erklärung und Einordnung von Fakten sei groß. Neue digitale Formate und Arbeitsweisen veränderten die Branche nachhaltig. „Gleichzeitig sind Medienhäuser von den finanziellen Auswirkungen der Krise betroffen, aufgrund wegbrechender Werbeetats und des eingeschränkten öffentlichen Lebens. Der Mediendialog Hamburg beschäftigt sich mit den Herausforderungen für die Branche und geht der Frage nach, wie auch in Zukunft eine informierte Öffentlichkeit gewährleistet wird“, sagte der Bürgermeister.

Eine Besonderheit des dpa-Projekts ist die Verknüpfung der Studie mit einem Medienlabor. Die an dem Projekt beteiligten Verlage und Sender wollen dort die Daten und Erkenntnisse der Leibniz-Wissenschaftler nutzen, um ihre Angebote besser auf junge Nutzer zuzuschneiden und neue Konzepte zu entwickeln, wie die dpa weiter mitteilte. Das Projekt soll auch Impulse für die Vermittlung von Informationskompetenz in den Schulen geben. 

Nachrichtenkompetenz sei unverzichtbar für eine lebendige Demokratie, sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD). „Mit der Studie erhoffen wir uns wichtige Hinweise, wie wir den hohen Wert des Kulturguts Nachricht auch im digitalen Zeitalter erhalten können.“

Peter Kropsch, Vorsitzender der dpa-Geschäftsführung, sagte: „Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten der Corona-Pandemie haben die Nachrichtenmedien bewiesen, wie wichtig ihre Rolle in der Darstellung und Einordnung komplexer Sachverhalte ist.“ Umso bedeutender sei es für die Medien, Veränderungen in der Nachrichtennutzung zu erkennen und mit den richtigen Informationsangeboten zu reagieren.

SWR-Intendant Kai Gniffke betonte die Bedeutung von neuen Formaten: „Wenn wir unser junges Publikum auch morgen noch mit Informationen versorgen wollen, werden wir die journalistische Aufbereitung von Nachrichten verändern müssen.“ Im Lab könne ein gemischtes Team aus Verlagen und Sendern mit neuen Konzepten experimentieren. 

In einem weiteren Schritt wollen die Beteiligten neue digitale Konzepte für die frühe Vermittlung von Nachrichten-Grundwissen in Schulen entwickeln. Nach Einschätzung von BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff hat sich „die Zusammenarbeit von Zeitungsverlagen und Schulen vor Ort bewährt“.

Partner des Projekts sind die Hamburger Behörde für Kultur und Medien, der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), der Südwestrundfunk (SWR), der Norddeutsche Rundfunk (NDR), ARD-aktuell, die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH), die Zeit-Stiftung, der „Spiegel“, VRM, NOZ Medien und die Funke Mediengruppe mit dem „Hamburger Abendblatt“.

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