Warnmodell gegen US-Filesharer soll noch 2012 starten

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Mit einem sechs-stufigen Warnmodell für Filesharer soll in den USA dem Raubkopieren ein Riegel vorgeschoben werden. Dafür wird eine Zusammenarbeit der Film- und Musikindustrie mit den US-Providern angestrebt. Der Schwerpunkt des „Six-Strikes-Modell“ soll unter anderem auf der Aufklärung zum Urheberrecht liegen.

Das schon mehrfach angekündigte US-Warnmodell für Filesharer soll mit insgesamt einem etwa Jahr Verspätung nun doch noch 2012 starten. Das sagte Jill Lesser, Chefin des eigens dafür gegründeten Center for Copyright Information (CCI) am Dienstag in einem Interview mit dem Blog „Ars Technica“. Sie ließ verlauten, dass man sehr gerne noch in diesem Jahr starten möchte – die bisherigen Verschiebungen seien hingegen kein Problem für das Projekt. Grund für die Verzögerungen waren die immer noch laufenden  Verhandlungen von Film- und Musikindustrie mit den großen US-Providern, die für ein Projekt diesen Ausmaßes zusammenarbeiten müssen.

Das „Six-Strikes-Modell“ soll ein mehrstufiges Warnmodell sein, bei dem der jeweilige Internet-Provider gegenüber Filesharern in den USA bis zu sechs Verwarnungen aussprechen kann. Ab der dritten Verwarnung muss diese dann von der jeweiligen Person quittiert werden, ab der fünften Verwarnung sind die Provider dann dazu berechtigt, Strafmaßnahmen anzuwenden. Die Drosselung der Bandbreite soll eine mögliche Option dafür sein.
 
Da das Programm vor allem auch aufklärenden Charakter haben soll, wird das Copyright-Alert-System den Verwarnten an legale Alternativen zum illegalen Download heranführen, so Lesser. So muss ein Filesharer nach der sechsten und letzten Verwarnung ein zehnminütiges Video zur Belehrung anschauen. Wer danach weiterhin illegal Inhalte herunterlädt, gelte als durchgefallen, erklärte Lesser.
 
Dem nach CCI-Auffassung damit eindeutig als illegaler Downloader Identifiziertem drohen dann umfassende Bestrafungen – vom abstellen des Internetanschluss durch den Provider bis zu rechtlichen Schritten durch die Rechte-Inhaber aus Musik- und Filmindustrie. In Deutschland hatte es Ende Mai im Bundestag Pläne über ein „Two-Strikes-Modell“ nach amerikanischem Vorbild gegeben. Das Modell scheiterte aber letztendlich an den Verhandlungen mit den deutschen Internet-Providern. [hjv]

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5 Kommentare im Forum

  1. AW: Warnmodell gegen US-Filesharer soll noch 2012 starten Warum sollen die Empfänger illegaler Inhalte bestraft werden und nicht die Anbieter?
  2. AW: Warnmodell gegen US-Filesharer soll noch 2012 starten Weil wenn man die Anbieter bestraft gibt es ja keine Empfänger mehr die man bestrafen kann (das sind ja deutlich mehr).
  3. AW: Warnmodell gegen US-Filesharer soll noch 2012 starten Klasse Idee, sich einer Technik zu widmen, der seit Jahren immer mehr Nutzer abhanden kommen und die durch diverse andere Verfahren ersetzt worden ist. Ist fast so, als wenn man die Benutzung von Telefonen mit Wählscheiben während der Autofahrt zukünftig verbieten will.
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