Wenn Filme plötzlich verschwinden: Kritik an VoD-Portalen

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Die Verbraucherzentrale NRW hat Video-on-Demand-Anbieter kritisiert, da diese einzelne Inhalte oft ohne genaue Vorwarnung aus ihren Angeboten entfernen würden. Für die Kunden sei oft undurchsichtig, wie lange bestimmte Filme und Serienepisoden verfügbar sind.

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Video-on-Demand-Potale wie Watchever, Netflix und Snap bieten den Zuschauern für wenig Geld eine breite Auswahl an Film- und Serieninhalten zur unbegrenzten Nutzung. Doch die bereitgestellten Angebote sind aus lizenzrechtlichen Gründen oft nur zeitlich begrenzt nutzbar. Diesen Umstand kritisiert nun auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wie diese am Donnerstag mitteilte, würden Aussetzer und Programmänderungen das Flatrate-Vergnügen für die Zuschauer regelmäßig stören. „Zahlreiche Filme und Serien verschwinden quasi über Nacht aus den Abo-Paketen. Schwindsucht erfasst Merkzettel und Watchlists“, so die Verbraucherschützer. Die Streamingdienste selbst schieben den schwarzen Peter dabei vor allem auf die Lizenzgeber, welche die Film- und Serienangebote nur zeitlich begrenzt zur Verfügung stellen.
 
Wenn Zuschauer dabei beispielsweise eine Serie bei Maxdome oder Amazon zu Ende schauen wollen, haben diese oft die Möglichkeit, einzelne Episoden noch als Pay-per-View-Angebote zu kaufen, nachdem diese aus dem Flatrate-Angebot verschwunden sind. Je nach Anbieter und Serie kann dies laut Verbraucherzentrale für die Zuschauer teuer werden, den einzelne Serienstaffeln werden nicht selten zu Kaufpreisen von knapp 25 Euro angeboten.
 
Besonders stark kritisieren die Verbraucherschützer, dass die Anbieter ihre Kunden über das nahe Aus einer Serie oft nur unzureichend informieren würden. Lediglich Watchever und Sky Snap würden unter dem Auswahlpunkt „Letzte Chance“ die auslaufenden Inhalte auflisten. Bei Amazon sei dieser Punkt unverständlicherweise unter der Rubrik „Empfehlungen der Redaktion“ zu finden, während Maxdome keine entsprechenden Informationen bereitstellen würde. Bei Netflix seien entsprechende Warnungen für die Zuschauer noch nicht implementiert.
 
Wie viel Zeit dem Zuschauer bleibt, bis angezählte Filme und Serien aus dem Angeboten verschwinden, ist dabei von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und oft nebulös, wie eine Umfrage ergab. So soll die „Letzte Chance“ bei Amazon „am Anfang des nachfolgenden Monats“ enden. Maxdome will zwei Wochen im Voraus warnen, Watchever 30 Tage. Sky Snap will „wenige Wochen davor“ über das Auflaufen eines Angebots informieren.
 
Taggenaue Hinweise, wann einzelne Inhalte aus den Medietheken verschwinden, möchte keiner der Anbieter geben. Als Begründung hätte unter anderem Netflix der Verbraucherzentrale NRW mitgeteilt, dass dies „grundsätzlich zu viele Detailinfos“ wären. Watchever möchte hingegen verhindern, dass Konkurrenten auf diese Weise frühzeitig von auslaufenden Verträgen erfahren würden. [ps]

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30 Kommentare im Forum

  1. AW: Wenn Filme plötzlich verschwinden: Kritik an VoD-Portalen Die wissen doch ganz genau, wie lang sie die Lizenzen mindestens haben. Warum nicht einfach das Ablaufdatum dazuschreiben. Klar, die Lizenzgeber haben Schuld, dass sie die Daten nicht hinschreiben...
  2. AW: Wenn Filme plötzlich verschwinden: Kritik an VoD-Portalen Bei Amazon wird es angezeigt, sobald ein Film/Serie nur noch 28 Tage oder weniger verfügbar ist.
  3. AW: Wenn Filme plötzlich verschwinden: Kritik an VoD-Portalen Bei Watchever gibt es auch ein Datum, wann der Film abläuft. Auch Netflix zeigt an wenn etwas abläuft. Hab ich dort schon gesehen, da stand dann gültig bis 16.9.2014.
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