Wimax: Kritik an Lizenzvergabeverfahren wird laut

0
11
Bild: © Victoria - Fotolia.com
Bild: © Victoria - Fotolia.com
Anzeige

Köln/Berlin – Vertreter verschiedener Kommunal- und Wirtschaftsverbände kritisieren das Vergabeverfahren für die Frequenzen des neuen Funkstandards für Breitbandinternet.

Vor allem ihre Hoffnung, dass Wimax die ländlichen Gebiete endlich mit Breitbandinternet versorgen könnte, sehen sie gefährdet.

Während die Ballungsräume bereits annähernd flächendeckend durch die DSL-Technologie erschlossen sind, können viele Bewohner ländlicher Gebiete bisher Breitbandinternet nur relativ kostspielig über Satellit nutzen. Viele Kommunalverbände setzen deswegen hohe Hoffnungen in die Funknetztechnologie Wimax, dessen Frequenzen die Bundesnetzagentur demnächst versteigern wird.
 
Doch nun ist über die Bedingungen der Frequenzvergabe ein Streit ausgebrochen. Kritische Stimmen aus Kommunal- und Wirtschaftsverbänden beklagen vor allem, dass die 16 angesetzten Wimax-Regionen viel zu groß wären. Damit könnten die Unternehmen letztlich um die für sie wenig rentable Erschließung der ländlichen Gebiete herumkommen und sich auf die attraktiven Ballungsräume beschränken.
 
Möglich wird dies, weil die Bundesnetzagentur von den Bewerbern fordert, bis 2009 15 Prozent ihrer Region abzudecken, bis 2011 dann 25 Prozent. Bei sehr großflächigen Vergabegebieten hieße das natürlich, dass viele der ländlichen Gebiete, die nicht in der Nähe eines Ballungsgebiets liegen, auf lange Zeit hinaus leer ausgehen könnten.
 
Deswegen fordern der Deutsche Städtetag sowie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag nach Angaben einer deutschen Nachrichtenagentur eine Abänderung des Vergabeverfahrens. Anstatt der 16 großen Regionen wäre es laut der Verbände besser, viele kleinere Regionen zu gründen. Diese Regionen sollten so angepasst werden, dass die kleinen Gebiete ohne Breitbandanschluss auch ausgebaut werden müssten. Dementsprechend fordern Sie auch ein Umdenken bei der Vergabe: Nicht der, der das höchste Gebot abgibt, solle den Zuschlag erhalten, sondern die Unternehmen, die das beste Konzept vorlegen.
 
Wimax steht für „Worldwide Interoperability for Microwave Access“ und bezeichnet einen Funkdatennetzstandard. Die Angaben zu den Bandbreiten und Reichweiten, die mit Wimax erreicht werden können, sind alles andere als einheitlich. Realistisch scheinen für den Endkunden Geschwindigkeiten von fünf MBit pro Sekunde im Umkreis von bis zu zehn Kilometern. [lf]

Bildquelle:

  • Technik_Web_Artikelbild: © Victoria - Fotolia.com

Kommentare im Forum

Die Kommentarfunktion ist noch nicht aktiviert