BluNote-Café: Alternative Music

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Nirvana: Live At The Paramount

Grunge, Progressive Rock und Metal – „Alternative“ ist eine Sammelbezeichnung für die verschiedensten Musikrichtungen. Unter der Vielfalt an Künstlern mochten wir Ihnen in der aktuellen Ausgabe des BluNote-Cafes Berühmtheiten des Genres vorstellen. Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich vom Gitarrensound entflammen!

Das Sortiment von Musik-Blu-rays wird immer differenzierter: Mittlerweile wird in fast jedem Genre ein breites Repertoire an Interpreten angeboten, selbst Konzertmitschnitte von Musikern, die nicht dem Mainstream angehören, sind vertreten. Deswegen ist es sehr verwunderlich, dass Fans der Grunge-Band Nirvana, die die Rockszene in den 1990er Jahren stark beeinflusste und prägte, lange vergeblich auf eine Liveaufnahme ihrer Lieblingsgruppe warten mussten. Doch das lange Ausharren wird belohnt: Anlässlich des 20. Jubiläums der Platte „Nevermind“ hat Universal Music eine Remastered – Limited Super Deluxe Edition veröffentlicht. Darin ist neben einer überarbeiteten Fassung von „Nevermind“ auch ein Liveauftritt der Band im Paramount Theater in Seattle zu sehen – allerdings nur auf DVD.
 
 
Doch nicht verzagen, das 2011 zusammengeschnittene Livekonzert gibt es auch separat in High Definition als Blu-ray zu kaufen. Das Abspielen der blauen Scheibe stellte unser Testlabor allerdings vor eine wahre Herausforderung: Aufgrund einer Fehlcodierung ließ sich unsere Test-Disc nicht auf jedem Blu-ray- Player abspielen. Die Playstation 3 hat den Streifen zwar im Menü angezeigt, konnte den Film aber nicht reproduzieren. Dagegen war es dem Philips BDP9600/12 (Baujahr 2011) immerhin möglich, den Ton wiederzugeben. Erst dritte Versuch mit dem Panasonic DMP-BD85 (Baujahr 2010) war erfolgreich und der Silberling konnte ohne Probleme abgespielt werden. Die Aufnahmen aus dem Paramount Theater stammen vom 31. Oktober 1991, also einige Monate nach der Veröffentlichung von „Nevermind“. Zu dieser Zeit wurden für Konzertmitschnitte vermehrt Digitalkameras eingesetzt, eine Tatsache, die sich allerdings negativ auf die Bildqualität auswirkt: Artefakte und Schmutzpartikel sind häufig auf dem Filmmaterial anzutreffen. Auch der Kontrast ist teilweise sehr hoch eingestellt, sodass der Schwarzwert manchmal ins Grau umschlägt. Die Schärfe des Bildes hingegen ist überraschenderweise auf einem hohen Niveau, wobei Details aber trotzdem schwer erkennbar sind.
 
 
Allerdings sind diese Schönheitsfehler nicht weiter störend, verleihen sie dem Streifen doch einen gewissen Used-Look, der zum Genre der Grunge-Musik hervorragend passt. Leider nicht ganz so „dreckig“ erscheint der Sound von Nirvana: Die bekannten Klänge der Band sind digital überarbeitet und sehr sauber abgemischt, zu sauber! Kurt Cobains Gesang steht dabei im Vordergrund und das einzig artige Spiel von Dave Grohl an den Drums geht in dem Mix völlig unter. Eine Identifizierung der einzelnen Instrumente ist nicht möglich, da der Sound gleichmäßig auf alle Lautsprecher abgemischt wurde. Über die hinteren Klangkörper wird durch das Einspielen des jubelnden Publikums eine angenehme Liveatmosphäre erzeugt. Jedoch ist der HD-Sound nicht lippensynchron, was wahrscheinlich eher durch den technischen Fehler der Blu-ray als durch den Schnitt der Konzertaufnahme verursacht wurde. Zusatzmaterial ist auf dem Silberling leider nicht vorhanden. Einen Bonuspunkt gibt es für die Verpackung, die ein bebildertes Booklet enthält.

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