DVB-S2-Stream

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Geheimen Satellitensignalen auf der Spur

Ist Ihnen in Sat-Frequenzlisten schon einmal in der Spalte Übertragungsmodus DVB-S2-Stream begegnet? Besonders auf den Orbitpositionen 5 Grad West und 12,5 Grad West senden zahlreiche Stationen aus Italien in diesem Modus. Und zwar überwiegend frei empfangbar.

Haben Sie schon mal versucht, diese Programme zu bekommen und sind dabei kläglich gescheitert? Des Rätsels Lösung ist simpel. Obwohl es sich hier grundsätzlich um ein DVB-Signal handelt, für das unsere Receiver ausgelegt sind, kommen sie mit dem gestreamten Signal nicht klar. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Kanäle trotzdem sichtbar machen können.

Normale Receiver: keine Chance

Zuerst haben wir versucht, was von diesen Stream-Transpondern mit normalen Receivern zu bekommen ist. Da uns bewusst war, dass es sich dabei um eine heikle Mission handelt, haben wir mehrere DX-Receiver ins Testlabor gebeten. Zuerst mussten sich Boxen, wie der Dr.HD D15 oder der Eycos E95.15 HD, beim Blindscan bewähren. In dieser Disziplin reagierten alle Boxen gleich. Keine fand diese Transponder, womit auch die auf ihnen ausgestrahlten Programme nicht eingelesen wurden.
 
Als nächstes versuchten wir uns mit der manuellen Transpondersuche. Bei ihr sind wir genauso gescheitert. Obwohl es sich bei ihnen um „ortsübliche“ Transponder handelt, die dank ihrer hohen Signalstärke selbst mit sehr kleinen Schüsseln leicht zu bekommen sind, vermochten unsere DX-Boxen sie nicht zu erkennen. Es kam nicht einmal zu Ausschlägen der Signalstärke-dB-Anzeigen, was insofern interessant ist, weil diese ansonsten durchaus auch auf nicht für TV und Radio genutzten Transpondern reagieren.

PC-Empfänger

Weitaus bessere Karten hat man mit PC-Receivern in der Hand, die es als PCI-Einbaukarten für den Standrechner oder als USB-Lösung für das Notebook gibt. Freilich eignet sich auch hier nicht jeder PC-Empfänger. Einfache und günstige Standardware ist nur für den Empfang üblicher TV-Kanäle von Astra und Co. ausgelegt. Etwas teureres Profi-Equipment – es kostet etwa so viel wie ein heute üblicher guter DX-Receiver – beherrscht indes auch Übertragungsstandards, von denen übliche Stand-Alone-Receiver nur träumen können.
 
Solche Karten, wie die TBS-5925, unterstützen die Demodulationsverfahren QPSK und 8PSK, die auch unsere normalen Receiver beherrschen, sowie die für Endverbraucher noch nicht relevanten Standards 16APSK und 32APSK. Weiter sind sie für die Kodierungs- und Modulationsverfahren VCM, ACM und MIS ausgelegt. MIS steht für Multi Input Stream, was gleichzeitig der Fachausdruck für die Übertragungsart der Stream-Transponder ist.

Welche Software?

Was man mit einem PC-Receiver empfangen kann, wird von der verwendeten Software bestimmt. Eingefleischte DXer greifen meist zu den Programmen CrazyScan und Easy Blindscan (EBS Pro). Zuerst versuchen wir uns mit CrazyScan in der Version 1.01.57. Der Spektrums-Scan zeigt uns, dass die auf 5 Grad West ausgestrahlten Stream-Transponder gleich stark, wie die normalen DVB-S/-S2-Transponder kommen. Mit Doppelklick auf die gewünschte Frequenz in der Spektrumsanzeige wird ein zusätzliches Fenster eingeblendet, in dem die Übertragungsparameter des Transponders gelistet werden. Allerdings nur, wenn diese von der Software ausgewertet werden können. Hier zeigt sich die erste Enttäuschung. Es kommt zu keinem Lock.
 
Lediglich das Konstellationsdiagramm zeigt uns schemenhaft, dass wir es mit einem 8PSK-Signal zu tun haben dürften, womit wir uns hier mit einer mageren Ausbeute konfrontiert sehen. Als nächstes versuchen wir uns mit Easy Blindscan in der Version 8.6.0.1. Wenn diese Software mit den Stream-Transpondern klar kommt, sollten sie eigentlich mit Blindscan gefunden werden. Beim Scannen der vertikalen Ebene des unteren Ku-Bands auf 5 Grad West sollten drei solcher Transponder gefunden werden. Nämlich auf 11,013, 11,179 und 11,637 GHz. Tatsächlich listete EBS nur das, was auch mit jedem anderen Receiver zu bekommen ist. Auch über das Spektrum und dem Signal Analyzer kommen wir nicht weiter. Auch hier kommt es zu keinem Lock.

Stream-Transponder richtig auswerten

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