Harte Männer, harte Filme: Western auf Blu-ray

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Western auf Blu-ray

Es sind wahre Festwochen angebrochen für alle Freunde des gepflegten Western: Die Studios überbieten sich derzeit gegenseitig mit unvergessenen Klassikern, unverzichtbaren Meilensteinen und ungewöhnlichen aktuellen Vertretern des Genres. Und dabei bewahrheitet sich wieder einmal: Totgesagte leben länger!

Können Sie es sehen? Können Sie es hören, spüren, riechen? Die Luft ist noch erfüllt von der unerträglichen Spannung zweier Schüsse, die durch die Stille peitschen: Ein Mann steht, einer fällt. In der Ferne heult ein einsamer Kojote sein trauriges Lied und die letzten Strahlen der tief stehenden Sonne verschwinden langsam in den staubigen Weiten der Prärie. Der verwegene Reiter sattelt sein Pferd und verschwendet keinen Blick zurück, als er langsam, aber bestimmt weiterzieht, zu neuen Abenteuern, neuen Taten.
 

Nicht immer sind es nur Heldentaten, beileibe nicht: Es ist eine raue, eine harte, eine wilde Zeit, in der ein Mann tun muss, was ein Mann eben tun muss. Also folgen Sie uns auf unserem Streifzug durch den Wilden Weste(r)n! Die Stationen heißen „True Grit“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Todeszug nach Yuma“ – unsere Weggefährten sind ausgewiesene Experten, die ganz nah dran sind am Mythos des Genres und die Ihnen in ausführlichen Interviews ihre ganz persönlichen und ganz unterschiedlichen Gedanken zu einer der langlebigsten Gattungen der Filmgeschichte überhaupt verraten werden.

Zutaten für den perfekten Western

Doch was macht einen Film eigentlich zu einem richtigen Western? Die Regeln des Genres haben sich über die Jahre immer wieder gewandelt und erweitert. Es gibt unzählige Phasen, Strömungen und Subgenres, die einen am Anfang eher verwirren, als dass sie Klarheit in die staubige Angelegenheit bringen. Kaum eine Filmsparte wurde so oft totgesagt, nur um in schöner Regelmäßigkeit mit neuen, überraschenden Perlen, die altbekannte Muster aufbrachen und den eingefahrenen Strukturen neues Leben einhauchten, wieder aufzuerstehen.
 
 
Um es einmal ganz plakativ auf den Punkt zu bringen: Das entscheidende Kriterium ist ganz einfach – nomen est omen – das Setting im Westen Nordamerikas. Doch schon bei der zeitlichen Einordnung wird es wieder sehr variabel: Grob kann man hier von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgehen, mit den enger gesteckten Eckpunkten des ersten großen Goldrausches in Kalifornien um 1848 (beziehungsweise des amerikanischen Bürgerkrieges ab 1861) bis zum Ende der Indianerkriege kurz vor dem Anbruch des 20. Jahrhunderts.
 
 
Im Mittelpunkt steht immer das harte und entbehrungsreiche Leben im Grenzbereich zwischen Zivilisation und unberührter, urwüchsiger Natur. Die Eroberung des „Wilden Westens“ durch die Trecks des weißen Mannes, abenteuerlustige Goldgräber und skrupellose Kopfgeldjäger auf der Suche nach dem schnellen Geld, rücksichtslose Banditen und strahlende Sheriffs, die der Gesetzlosigkeit der „Outlaws“ Einhalt zu gebieten suchen, sind einige der zentralen Elemente von der Stummfilmzeit bis in die 1950er Jahre.

Ein Genre wird erwachsen

 
 
Im Laufe der Zeit verabschiedeten sich die Filmemacher dann mehr und mehr von den romantisierenden Vorstellungen der ersten Jahre und fanden immer deutlicher zu einer glaubhafteren, realistischeren Darstellung der Epoche und ihrer entscheidenden Fragestellungen. Besonders die brodelnden und gewalttätigen Konfl ikte mit den „Native Americans“ erfuhren dabei über die Jahre ganz unterschiedliche Interpretationen und Bewertungen.
 
 
Von teilweise grenzwertigen Darstellungen als mordlustige „Wilde“ bis hin zu den anthropologisch differenzierten Charakterstudien eines „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990) war es ein langer Weg, der die enorme Entwicklung und die große Bandbreite des Genres anschaulich und greifbar macht. Auch die strikte Schwarz-Weiß- Malerei zwischen strahlendem Protagonisten und abgrundtief bösem Antagonisten verliert sich mehr und mehr, weicht einer Welt voller Grauschattierungen, in der die Unterscheidung zwischen Gut und Böse, zwischen Recht und Unrecht zunehmend schwerer fällt.

Wie gemacht für Blu-ray!

 
 
Doch genug der grauen Theorie: Machen Sie sich anhand unserer Auswahl einfach ein eigenes Bild davon, was der Western dem Filmfan alles zu bieten hat! Sie werden feststellen: Die Blu-ray als HD-Medium ist wirklich wie gemacht für die großzügigen Breitbildpanoramen eines Sergio Leone, für die kontrastreichen und unvergesslichen Bilder von Kameramagiern wie Roger Deakins, für die gänsehautverdächtigen und weltbekannten Scores eines Ennio Morricone. Erleben und entdecken Sie auf den nächsten Seiten also ein ganzes Genre neu – es lohnt sich, versprochen!

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