Grundlagen der Fernsehtechnik – Überblick über die Entwicklungen der letzten Jahre

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© Samsung

Bereits 1934 wurden die ersten Fernsehsendungen mit Bild und Ton übertragen. Der geregelte Sendebetrieb startete sowohl in West- als auch in Ost-Deutschland 1952. Natürlich haben sich seither die technischen Entwicklungen überschlagen. Aus dem Schwarz-Weiß Röhrengerät ist heute ein flacher Smart-TV geworden. Die im Fernseher enthaltene Technik wurde über Jahrzehnte stetig weiterentwickelt. Wir geben einen groben Überblick, was sich im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Krieg der Pixel: SD, HD-ready, Full-HD

Geht es um die Bildschirmauflösung, konnten die alten Röhrenfernseher das Programm meist nur in SD (Standard Definition) anzeigen. Das Bild wird dabei in 720×576 Bildpunkten aufgelöst. Erst Anfang 2005 wurde von der European Information, Communications and Consumer Electronics Industry Technology Association (EICTA) das HD-ready Label eingeführt, welches eine deutlich bessere Auflösung von 1280×720 Bildpunkten einleitete. Kurz darauf wurde – zur Verwirrung vieler Konsumenten – die Full-HD Auflösung auf den Markt geworfen. Diese ist bis heute die gängigste Bildschirmauflösung mit 1920×1080 Bildpunkten und zum echten Standard avanciert. 

Mit großen Schritten in die Zukunft: 4k und 8k

Seit einigen Jahren ist gerade auch in Deutschland die 4k Auflösung auf dem Vormarsch. Im 16:9 Seitenverhältnis löst 4k in 3840×2160 Pixel auf. Allerdings ist es bislang nur über Hbb-TV mit Abstrichen möglich, Sender annähernd in 4k zu empfangen (Internetanschluss erforderlich). Einzig auf ausgewählten Streaming-Diensten oder BluRays ist volles 4k verfügbar. Bis es auch hierzulande erste Programme im fast doppelt so hoch aufgelösten 8k (7680 × 4320 Pixel) gibt, wie beispielsweise jetzt schon in Japan, müssen wir uns wohl noch ein wenig gedulden.

Unterschiede der Panels

Als Panels werden die Bildschirmeinheiten des TV-Geräts bezeichnet. Die Panels bilden das Herz eines jeden TV-Geräts und werden je nach Modell mit unterschiedlicher Technik ausgestattet. Diese hängt auch von der Art des Displays ab: LCD, LED oder Plasma, um nur einige Standards zu erwähnen. Dabei bietet jedes Prinzip seine Vor- und Nachteile. Jeder, der ein TV-Gerät gekauft hat, hat diese Begriffe schon einmal gehört. Doch was bedeuten sie genau? 

Der Klassiker: LCD Bildschirme

Nach den Röhrenfernsehern waren LCDs die erste große Innovation auf dem Fernsehmarkt. LCD Bildschirme werden auch Flüssigkristallbildschirme genannt, was an ihrer Funktionsweise liegt. Denn im inneren verändert elektrische Spannung ständig die Anordnung flüssiger Kristalle, die so unterschiedlich viel Licht der Hintergrundbeleuchtung durchlassen. Ein großer Nachteil von LCD Panels ist, das die Bildqualität stark vom Winkel des Betrachters abhängt. Zudem haben die Panels Probleme bei musterartigen Verläufen oder dunklen Ton in Ton Darstellungen.

Der große Bruder des LCDs: LED Panels

Die Weiterentwicklung der LCD Panels sind die heute sehr beliebten LED Varianten. Die Funktionsweise mit Flüssigkristallen ist hierbei gleich, allerdings mit dem Unterschied der Hintergrundbeleuchtung. Wurden bei LCDs hier noch Leuchtstoffröhren eingesetzt, sind die flacheren LED Panels, wie der Name sagt, mit Leuchtdioden (LEDs) ausgestattet. Das ermöglicht nicht nur eine flachere Bauweise, LEDs sind zudem auch langlebiger und haben einen geringeren Stromverbrauch.

Hohe Bildqualität um jeden Preis: Plasmabildschirme

Ein Plasma Panel wird nicht über die oben genannten Flüssigkristalle betrieben, sondern über Gasentladungen, die in etlichen kleinen Kammern Plasma bilden. Das Plasma ist gleichzeitig auch für die Beleuchtung des Bildschirms verantwortlich. Plasma Panels haben eine unglaublich gute Bildqualität aus fast jedem Winkel und eine enorme Bildschärfe. Sie sind bei Gamern und Heimkino-Fans deshalb sehr beliebt. Nachteil der Plasmabildschirme: Sie sind nicht nur sehr teuer in der Anschaffung, auch ihre Lebenszeit lässt zu wünschen übrig. Die Leuchtkraft des Plasmas nimmt nämlich mit der Zeit ab. Zudem gehören Plasma Panels zu den größten Stromfressern überhaupt.

Vom Röhrengerät über den Flachbildschirm zum Smart-TV

Generell ist es für Laien eine Herausforderung, bei der rasanten Entwicklungen auf dem Gebiet der Fernsehtechnik auf dem Laufenden zu bleiben. Wer sich für die Technik interessiert und dem Geheimnis des Fernsehens auf die Spur kommen möchte, kann sich zudem mit einer Weiterbildung Digitalisierung einen zukunftsträchtigen Arbeitsplatz sichern. In jedem Fall bleibt die Fernsehtechnik ein spannendes Themenfeld, in dem auch weiterhin mit außergewöhnlichen Innovationen zu rechnen sein wird. Wir dürfen somit gespannt sein, welche Entwicklungen auf dem Fernsehmarkt in den kommenden Jahren auf uns zu kommen.

Bildquelle:

  • Samsung-QLED4: © Samsung

12 Kommentare im Forum

  1. Der grosse Kritikpunkt ist der das man krampfhaft versucht Auflösungen ab HD als Paytv zu verkaufen. Vor allen vor ran die Privaten TV Veranstalter bremsen mit ihrer Paytv Mentalität den Hype auf Hochauflösendes TV. Es kann einfach nicht sein das man in SD FTA Sendet und in HD einen auf Paytv macht!
  2. Nicht nur das, man Abonniert ja auch noch die ganzen Gägeleien die HD+ und Freenet so mitbringt.
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