Java Heat – Insel der Entscheidung

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100% Buddy-Movie

Zwei Typen, ein Bösewicht und jede Menge Action – spätestens seit „Lethal Weapon“ ist das ein Rezept, das bestens unterhält. Das funktioniert sowohl in Amerika als auch in Indonesien.

Terrorismus, Anti-Terrorismus, Glaubenskämpfe und Selbstmordanschläge sind nach wie vor heikle Filmthemen, die besonders in amerikanischen Action-Filmen häufig und gerne als stereotypes Feindbild Verwendung finden. Auch der Actioner „Java Heat“ bedient sich an dem Post-Nine-Eleven-Vokabular dieser industriell vorgekauten Filmsprache, um dann letztendlich doch mit einem unerwartet intelligenten Erzählstil und undurchsichtigen Charakteren zu überraschen. Das mag vor allem an dem auf Indonesien spezialisierten Drehbuchschreiber und Jungregisseur Conor Allyn liegen, der den muslimisch geprägten Schauplatz und die in die Handlung einbezogenen Charaktere vielschichtig und sehr intelligent porträtiert.
 
Bei Allyns Liebe zu diesem Land ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er sich zuvor fast ausschließlich auf Filmstoffe dieser Art konzentrierte. In sein Repertoire fallen z. B. Filme wie „Inglourious Indonesian Bastards“ (Drehbuch) oder auch das Kriegs-Drama „Hati Merdeka“ (dritter Teil der „Red And White“-Trilogie). Mit dem vorliegenden Film betritt er nun erstmals die Bühne des internationalen Blockbuster-Kinos und tut dies sogar auf eine absolut solide Art und Weise.

Tolle Charaktere

In Sachen Intelligenz sticht vor allem die erste Hauptfigur hervor: Polizist Hashim wird vom indonesischen Shootingstar Ario Bayu als eine den Film tragende Figur porträtiert. Er bekommt den Auftrag, einen amerikanischen Touristen zu durchleuchten, der vorgibt Kunstgeschichte zu studieren und ein wichtiger Zeuge im Mordfall der Sultans-Tochter ist. Bereits im ersten Verhör zu Beginn des Films bemerkt er wie ein Detektiv sämtliche Widersprüchlichkeiten in der Aussage seines Gegenübers. Darunter fällt z. B. das fehlende Wissen des vermeintlichen Studenten über die Gebräuche des Landes, das im krassen Kontrast zu dem Wissen über den Schmuck steht, den die Königstochter bei sich trug.
 
Jake wiederum gibt sich als Durchschnittstyp aus, versucht den Verhör-Führenden auf menschlicher Ebene um den kleinen Finger zu wickeln und schafft dies sogar ansatzweise. Seine große Stärke ist es, vertrauenerweckend zu wirken und sich wirklich von niemandem in die Karten schauen zu lassen. Zugegeben, unter den Muskelbergen des Ex-„Twilight“-Darstellers Kellan Lutz würde man schon aus Prinzip keine allzu große Schläue erwarten. Doch gerade, wenn seine Filmfigur mal wieder von Hashims hieb- und stichfesten Argumenten scheinbar in die Enge getrieben wird, rettet er sich mit einer gehörigen Portion Menschenkenntnis sowie mit psychologischen Tricks gekonnt aus der Situation.

Schnell ergibt sich aus dem ungleichen Duo ein Buddy-Gespann, dastypisch für das Genre zwar unfreiwillig zusammenarbeitet, aber dennochjede Menge Spaß miteinander hat. Hinter dem Selbstmordattentat, bei demsich der Täter mit Sprengstoff in die Luft jagte, steckt nämlich inWirklichkeit der ausgeklügelte Plan einer Kunstraub-Serie, die von demskrupellosen Dieb Malik in die Wege geleitet wurde. Dieser vonBotox-Gesicht Mickey Rourke gespielte Schurke ist ein Kunstliebhabersondergleichen. Er sammelt alles, was ihm schön erscheint und handeltmit illegal erbeutetem Material auf dem Schwarzmarkt. Da er selbst schonlange nicht mehr zu den Schönsten gehört, ist die Jugend für ihn dergrößte Schatz.
 
Zu seinen liebsten Hobbies zählt das Aufsammeln und“Aufpolieren“ von weggeworfenen „Dingen“. Schmuck und verachtete Schätzegehören genauso zu seiner Sammlung wie Tiere, Frauen und … Kinder. Beiseinen Vorlieben schlucken selbst die religiös und ideologischmotivierten Mitglieder einer muslimischen Terrorzelle, die Malik fürseine habgierigen Zwecke missbraucht. Nichtsdestotrotz führt dieser sein finsteres Treiben fort, denn sein Kapital scheint unendlich.

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