Kabel setzt auf VoD

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Pläne der Kabelnetzbetreiber zu VoD

Im derzeitigen Hype um 3D-TV geht der nächste große Schritt der Kabelnetzbetreiber fast unter: Video-on-Demand (VoD). Die Pläne sind mal mehr, mal weniger konkret, aber allen ist klar, dass an VoD kein Weg vorbeiführt, um den Wettbewerb gegen IPTV nicht zu verlieren.

Das wird allerdings kein leichter Weg. Dietmar Schickel, Geschäftsführer von Tele Columbus, führt das große Filmangebot im frei empfangbaren Fernsehen ins Feld. „An einem Wochenende habe ich rund 80 Filme im Free-TV gezählt“, so Schickel. Hinzu kommt noch das Angebot von Sky, das laut dessen CEO Brian Sullivan täglich rund 100 Spielfilme beinhaltet. Doch auch die Kosten spielen eine Rolle.

Kostenintensiv

Für Guido Schwarzfeld, Geschäftsbereichsleiter Broadband Communications bei Net Cologne, steht fest, dass „Video- over-IP“ kostenintensiv ist. „In diesem Jahr wird es kein Video-on-Demand bei Net Cologne geben“, so Schwarzfeld auf der Anga Cable. Die Kölner haben zudem das Problem, dass sie drei verschiedene Netze besitzen: ein ADSL-, ein VDSL- und ein Koaxkabelnetz. Das erschwert die Integration eines einheitlichen VoD-Angebots für alle Kunden.
 
Darüber hinaus sorgen die bereits im Internet etablierten VoD-Anbieter für einen gewissen Preisdruck. Ein Abruf bei Maxdome schlägt mit 3,90 Euro zu Buche. Im Gegensatz zu den Kabelnetzbetreibern muss ein Anbieter wie Maxdome aber nicht die Infrastruktur aufbauen oder warten. Diese Investitionen werden sich in den VoD-Preisen der Kabelgesellschaften jedoch widerspiegeln.
 
Ohnehin sind die Marktzahlen für Videoon- Demand, die Goldmedia-Geschäftsführer Klaus Goldhammer auf der Anga Cable präsentierte, nicht gerade die eines prosperierenden Gewerbes. Laut Goldhammer haben bislang erst 2,1 Prozent der Bevölkerung Video-on-Demand genutzt. Andersherum könnte man auch sagen, dass hier noch jede Menge Potenzial vorhanden ist, denn dagegen stehen weltweit 700 000 abgerufene Internetvideos pro Minute – Youtube sei Dank.
 
Zugegeben, der Vergleich hinkt, denn hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um sogenannten User Generated Content. So verwundert es auch nicht, dass der Umsatzanteil lediglich bei fünf Prozent liegt. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr mit Video-on-Demand 14,6 Millionen Euro Umsatz erzielt.
 
Bei 3,6 Millionen Abrufen ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Preis von 4,06 Euro pro Abruf.

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