MPEG-4 setzt sich durch

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HDTV oder nicht?

HDTV verspricht extrascharfes Fernsehen und eine hervorragende Bildqualität. Bislang senden jedoch nur wenige Stationen im neuen, hochauflösenden Format. Nicht immer stelt MPEG-4 für HD-Bild.

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Doch können wir davon ausgehen, dass wirklich alles, was der Receiver als HD ausweist, auch tatsächlich HD ist? Unser einziges Kriterium soll hier sein, ob ein Kanal de facto mit höherer Pixelanzahl ausgestrahlt wird. Die Auflösung liegt bei HD-Sendern entweder bei 1 280 × 720 Bildpunkten, wie etwa bei Das Erste HD und ZDF HD, oder bei 1 920 × 1 080 Bildpunkten.
 
Hochauflösende TV-Signale sind äußerst datenintensiv. Um sie wirtschaftlich tragfähig übermitteln zu können, mussten neue Übertragungs- und Komprimierungsstandards entwickelt werden. Mit den bereits seit über einem Jahrzehnt für Digital- Sat-TV genutzten Standards DVB-S und MPEG-2 lassen sich über einen Satellitentransponder letztlich höchstens zwei HDTV-Kanäle übertragen. Zum Vergleich: In ausgezeichneter Standardqualität finden stattdessen fünf bis sechs Programme Platz.
 
Mit dem neueren MPEG-4 können digitale Daten weitaus effektiver komprimiert werden. Zusätzlich kommt meist DVBS2 zum Einsatz, das noch einmal für eine Datenreduktion sorgt. Damit lassen sich vier HD-Programme auf einem Transponder unterbringen. Die Einsparung an benötigter Übertragungskapazität beträgt im Vergleich zu MPEG-2 bei vergleichbarer Bildqualität rund 50 Prozent.
 Empfängt der Receiver ein MPEG-2- Signal, klassifiziert er es automatisch als ein in Standardqualität mit maximal 720 × 576 Bildpunkten ausgestrahltes Programm.
 
Da HDTV nur in MPEG-4 übertragen wird, meint der Receiver, dass ein MPEG-4-Signal automatisch hochauflösend sein muss und markiert es so in der Senderliste mit einem entsprechenden Logo. Je weniger Daten für ein Programm übertragen werden müssen, desto mehr Sender finden auf einem Transponder Platz. Dies gilt nicht nur für HDTV, sondern ganz allgemein für jede Art von digitaler Übertragung. MPEG-4 und DVB-S2, die gemeinsam, aber auch getrennt voneinander genutzt werden können, sind demnach nicht auf den Einsatz bei HD-Kanälen beschränkt, sondern bieten sich ebenso für Sender in Standardauflösung an – womit ein in MPEG-4 ausgestrahltes Programm durchaus nur in Standardqualität angeboten werden kann. Gründe dafür gibt es gleich mehrere.
 
Zum einen lassen sich dadurch die Übertragungskosten weiter senken, da statt beispielsweise sechs oder acht Kanälen nun die doppelte Anzahl auf dem Transponder untergebracht werden kann. Zum anderen verbessert man durch den Einsatz von MPEG-4 bei gleichbleibender Programmzahl die Qualität jedes aufgeschalteten Senders.

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