Richtige Integration eines Subwoofers

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Ordnung im Frequenzkeller

Für perfekten Filmgenuss ist ein Subwoofer unabdinglich, doch leider erweist sich speziell dessen Integration als komplexe Aufgabe, bei der viele Details über die Klangqualität entscheiden. Wir möchten Ihnen bei der korrekten Installation behilflich sein, sodass Ihr Subwoofer sein volles Potenzial ausschöpfen kann.

In einer wohlüberlegten Positionierung des Tieftonspenders. Obwohl sich an der Rückseite des Subwoofers diverse Schalter und Regler tummeln und man auch am Verstärker noch allerhand Einstellmöglichkeiten geboten bekommt, lässt sich eine akustisch ungünstige Aufstellung nachträglich höchstens marginal noch etwas kaschieren.
 
In diesem Zusammenhang erleben wir leider recht häufig, dass viele Verkäufer ihre Kunden beim Lautsprecherkauf mit Halbwahrheiten abspeisen, in denen der Aufstellort des Subwoofers wegen der kugelförmigen Schallabgabe als nicht relevant angegeben wird.
 
Isoliert betrachtet, ist diese Aussage zwar absolut korrekt, doch innerhalb von Wohnräumen entscheidet die Aufstellung trotzdem über die Anregungsintensität von Dröhnfrequenzen sowie Auslöschungen. Anders ausgedrückt: Der abgegebene Tiefbass kann vom menschlichen Ohr tatsächlich nicht geortet werden, doch je nach genauem Aufstellort variiert seine Präzision bzw. Klangqualität, aufgrund der relativen Nähe zu Wänden sowie der Hörposition.

Grundlegende Bewertungskriterien beim Subwoofer-Kauf

Leistung: Wer einen Subwoofer vornehmlich nach der Watt-Angabe auswählt, begibt sich auf Glatteis. Denn nicht nur die unterschiedlichen Messverfahren der Hersteller, sondern auch verschiedene Verstärkertopologien machen einen Direktvergleich quasi unmöglich. Manche 1 000-Watt-Digitalendstufe ist weniger gut geeignet als ein analog aufgebauter 150- Watt-Verstärker.
 
Untere Eckfrequenz: dient als Angabe über den Tiefgang, den ein Subwoofer erreichen kann. Üblicherweise orientieren sich die Hersteller am -3-db-Punkt, manche messen aber auch bei einem Abfall von 6 db. Gute Subwoofer sollten bei -3 db um die 30 Hertz liegen, uneingeschränkten Bassgenuss gibt es bei Werten um 20 Hertz.
 
Membranfläche: Die Größe der Membran stellt in Kombination mit dem Gehäusevolumen das Äquivalent zum Hubraum in einem PKW dar. Mit zunehmender Frequenz und Lautstärke benötigt der Subwoofer mehr Reserven.
 
Gewicht: gibt Aufschluss über Gehäusebeschaffenheit sowie Dimensionierung des Magneten. Bei Geräten unterhalb von 20 Kilo ist die Wahrscheinlichkeit von negativer Beeinflussung recht groß.
 

Raumakustik für Subwoofer

Durch die große Wellenlänge von tiefen Frequenzen muss man bei Subwoofern auf diesogenannten Raummoden achten. Wenn die Amplitude eines Bassimpulses exakt ein ganzes, halbes oder viertel Mal in den Raum hineinpasst, entstehen an den entsprechenden Stellen (an den Wänden und in der Raummitte) Überlagerungen, die für starke Überhöhungen sowie Auslöschungen sorgen.Raummoden bilden sich in jeder Dimension, sodass der Fachmann von vertikalen, horizontalen sowie längsgerichteten Raummoden spricht. Die Anregungsintensität dieser Raummoden kann auf einfache Weise stark gemildert werden, indem der Subwoofer schlichtweg nicht an den neuralgischen Stellen positioniert wird.
 
Eine wandnahe Aufstellung ist deswegen genauso tabu, wie eine Unterbringung in der Raummitte oder auf der Viertellänge. Außerdem sind asymmetrische Abstände in Bezug auf die drei Raumdimensionen ebenfalls sehr zu empfehlen, da sich die Dröhnanfälligkeit ebenfalls minimiert. Subwoofer mit abwärts gerichteter Membran (Downfire) machen sich die vertikalen Raummoden übrigens absichtlich zunutze, um durch die gestiegenen Dröhneffekte mehr Bassvolumen und Substanz zu erreichen, wenngleich die Präzision sowie Frequenzgangslinearität hierdurch deutliche Einbußen erleidet.
 
Deswegen ist jene Architektur vornehmlich bei günstigeren Modellen zu finden, bei denen die effektbezogene Wirkung eine größere Rolle als das maximale Ausschöpfen der Klangqualität spielt. Heimkinoenthusiasten mit großem Budget (und dem entsprechenden Platz) integrieren oftmals sogar mehrere Subwoofer im Raum, womit man die Raummoden (bei korrekter Auf- und Einstellung) nochmals deutlich entschärfen kann.
 

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