AX Multibox Twin im Test

Doppeltes Lottchen

20
2358
AX-Multibox-Twin-Vorderansicht
© Auerbach Verlag
Anzeige

Die Auswahl an Empfangsgeräten der Marke AX steigt weiter. Mit der neuen Multibox Twin ist ein Sat-Empfänger mit Doppeltuner und auch doppeltem Betriebssystem verfügbar. Wir haben uns die AX Multibox Twin, das günstige UHD-Empfangsgerät, welches für unter 90 Euro im Handel erhältlich ist, einmal angeschaut.

Dieser Test erschien zuerst in der Digital Fernsehen 02/2021

Der Twinreceiver verfügt ab der Auslieferung über die Linux-Enigma2-Bedienoberfläche, die in den letzten Jahren große Beliebtheit erlangt hat. Zusätzlich lässt sich aber auch Android auf dem Gerät installieren und somit der Funktionsumfang des Receivers
erweitern.

An der kleinen Blackbox verteilen sich die Anschlüsse auch auf die beiden Seiten. An der Front gibt nur eine zweifarbige LED den Betriebszustand an. Bedienelemente am Gerät selbst sucht man komplett vergebens. Auch ein Kartenleser ist am Linux-Zappingreceiver nicht vorhanden. Bei den Schnittstellen kann die Box aber überzeugen. Insgesamt stehen der HDMI-Ausgang, ein Netzwerkanschluss sowie zwei USB-Schnittstellen – eine USB 2.0 seitlich, ein USB 3.0-Anschluss an der Rückseite – bereit. Zudem trumpft die Multibox mit einem analogen Ausgang in Form einer 3,5-Milimeter-Klinkenbuchse auf.

Ausgestattet ist das Gerät mit einem DVB-S2 Twin Tuner. Es handelt sich um eine vollwertige Twin-Sat-Box, sodass auch unabhängige Aufnahmen möglich sind. Wer noch weitere Tuner benötigt, der kann auf virtuelle Tuner über den Sat-IP-Client setzen, diese werden unterstützt. Als Prozessor kommt der Hisilicon hi3798mv2 zum Einsatz. Dieser besitzt vier Prozessorkerne, welche mit jeweils 1,6 GHz getaktet sind. Unterstützt wird der Prozessor von 1 GB DDR-3-Ram und einem 8 Gigabyte großem eMMC Flash-Speicher für Firmware und Plugins. Wer mehr will, kann zusätzlich eine Micro-SD-Karte in den dafür vorgesehen Schacht auf der linken Seite einstecken und somit den Flash-Speicher deutlich ausbauen.

Der Twintuner bietet dem Nutzer die Möglichkeit, unabhänig Aufnahmen durchzuführen, während auch live ferngesehen wird
Der Twintuner bietet dem Nutzer die Möglichkeit, unabhänig Aufnahmen durchzuführen, während auch live ferngesehen wird
AX-Multibox-Twin-Fernbedienung

Bedienung per Mauszeiger bei der AX Multibox Twin

Android ist ein Betriebssystem, das für Receiver noch längst nicht optimiert ist. Es wurde vornehmlich für die Nutzung an Touchscreen-Displays entwickelt, weshalb die Bedienung mit der Fernbedienung einer Set-Top-Box etwas knifflig ist. Für diesen Zweck bietet die Fernbedienung des AX-Gerätes eine Zusatzfunktion-. Über die linke untere Taste auf dem Signalgeber lässt sich eine Mauszeiger-animation einschalten. Bewegt wird der Zeiger über das Steuerkreuz des Signalgebers, die Auswahl der entsprechenden App geschieht über die mittig gelegene OK-Taste.

Wie installiert man die AX Multibox Twin?

ausgeliefert wird das Gerät mit einem OpenATV 6.4 Image. Natürlich können auch andere Images wie OpenPLI verwendet werden. Dank Multiboot-Unterstützung ist dies sogar sehr komfortabel möglich und von Haus aus ist im Multibootsektor 5 OpenPLI schon vorinstalliert. Die Installation geht flott von der Hand und ist selbsterklärend. Nach rund fünf Minuten ist die Box komplett eingerichtet. Wie von OpenATV gewohnt, steht für Astra-Satellitenutzer auch eine aktuelle Senderliste zur Verfügung.

Die neue AX-Box wird mit vorinstaliertem OpenATV-IMage ausgeliefert und ist schnell betriebsbereit
Die neue AX-Box wird mit vorinstaliertem OpenATV-IMage ausgeliefert und ist schnell betriebsbereit

Die AX Multibox Twin im Alltagsbetrieb

Im täglichen Zappingbetrieb kann uns die Box überzeugen. 1,2 Sekunden sind für den Senderwechsel möglich, wodurch feststeht, dass die Box gleichauf mit preisintensiveren Geräten agiert. Beim klassischen Funktionsumfang im TV-Betrieb müssen auch im Fortgang des Tests keine Abstriche hingenommen werden. Das Gerät bietet bei der EPG-Darstellung dem Nutzer die freie Auswahl und liefert auch bei der Navigationsgeschwindigkeit optimale Ergebnisse. Ein Einbau einer Festplatte ist bei dem Minireceiver allerdings nicht möglich, diese muss vielmehr extern angeschlossen werden. Hierzu steht auf der Rückseite ein Anschluss nach dem Standard USB 3.0 zur Verfügung. Alternativ kann auch eine Micro-SD-Karte als Speichermedium genutzt werden. Ist ein Datenträger mit der Multibox 4K UHD verbunden, können auch Aufnahmen direkt mit der Box durchgeführt werden. Natürlich ist die Tunerbegrenzung an dieser Stelle ein Hindernis.

Beim EPG hat der Nutzer die Wahl zwischen den Ansichten, in der Vorinstallation erscheint beim Druck auf die EPG-Taste die Mehrkanalansicht
Beim EPG hat der Nutzer die Wahl zwischen den Ansichten, in der Vorinstallation erscheint beim Druck auf die EPG-Taste die Mehrkanalansicht

Multimediafunktionen mit der AX Multibox Twin möglich

Neben der Aufnahme und Wiedergabe von Festplatteninhalten beherrscht die Box weitere Multimediafunktionen wie etwa die Nutzung von HbbTV-Inhalten. Im Open­ATV-Image selber ist die Funktion noch nicht aktiv. Zum Glück kann sie aber auf Knopfdruck nachinstalliert werden. Hierzu müssen lediglich die Erweiterung HbbTV installiert und der Receiver neu gestartet werden. Anschließend steht die Red-Button-Funktion zur Verfügung. Der Zugriff auf die hybriden Dienste klappte im Test dann einwandfrei und recht flüssig. Wie uns aus gut informierten Kreisen zugetragen wurde, soll auch bald HbbTV 2.1 für Linux-Receiver verfügbar sein, womit dann endlich auch die Restart-Funktion bei ARD-Sender funktionieren dürfte.

OpenATV überzeugt auch bei der Multibox durch hohe Übersichtlichkeit und einen großen Funktionsumfang
OpenATV überzeugt auch bei der Multibox durch hohe Übersichtlichkeit und einen großen Funktionsumfang

Eine weitere Möglichkeit zur Nutzung diverser Mediatheken ist das beliebte Plug­in Mediaportal. Auch hier kann auf alle Mediatheken der Sender zugegriffen werden. Außerdem stehen diverse weitere Dienste zur Verfügung. Im Test arbeitet die Box mit der aktuellen Mediaportal-Version sehr gut zusammen. Ebenfalls zur Verfügung stehen Plugins für die Mediendienste Stalker und Kodi. Experten wissen, was hierüber mittlerweile alles möglich ist, und die Unterstützung dieser Plugins untermauert einmal mehr, dass die Multibox 4K UHD ein Receiver und zusätzlich noch ein Mediaplayer ist.

Wie funktioniert der Tuner der AX Multibox Twin?

Als Empfangseinheit wurde in der Multibox 4K UHD ein RS6060 verbaut. Bei dem Modell handelt es sich um einen DVB-S2 Twintuner mit zwei Anschlüssen. Beim Empfang trumpft die Box mit einer breiten Protokollunterstützung auf. Neben DiSEqC 1.0 werden DiSEqC 1.1, 1.2 und USALS sowie die Einkabel-Verarbeitung unterstützt. Somit lassen sich auch Tuner über nur eine Sat-Leitung optimal speisen. Beim Blindscan arbeitet die Box in der Regel zuverlässig. Bei drei Scans im Test (von zehn Versuchen) blieb der Blindscan aber unbegründet hängen und die Box musste manuell neugestartet werden. Wem der Twin-Sattuner nicht ausreicht, der kann via Sat-IP zwei weitere virituelle Tuner einbinden.

Nicht nur Satfreaks wird der Blindscan freuen. Er spührt im Test zuverässig Signale ab einer Symbolrate von 2 Megasymbols auf
Nicht nur Satfreaks wird der Blindscan freuen. Er spührt im Test zuverässig Signale ab einer Symbolrate von 2 Megasymbols auf

Welche Besonderheiten gibt es bei der AX Multibox Twin?

Die AX Multibox Twin beherrscht sogar Transcoding für H.265-Inhalte. Damit lassen sich Streams auch in diesem effektiven Codec ressourcenschonend in das Netz schicken. Wir haben die Funktion mit verschiedenen Enigma2-Streaming-Apps unter iOS und Android mittels Tablet-PC und Smartphone gecheckt und keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Neben Transcoding ist auch die Picture-in-Picture-Darstellung mit dem Receiver möglich.

Wie aktiviert man Android auf der AX Multibox Twin?

Android ist bereits auf der Box vorinstalliert und kann über das Bootmenü/Recovery-Modus der Box aufgerufen werden. Dieses Bootmenü wird beispielsweise durch Druck einer Taste während des Kaltstarts aufgerufen. Hierin kann dann das entsprechende Image – neben Android sind auch noch bis zu fünf Enigma-Images zeitgleich installierbar – aufgerufen werden. Nachdem die Box mit Android gestartet ist, heißt es im ersten Schritt, die Nutzereinstellungen vorzunehmen. Dazu zählen unter anderem der Login im Google Playstore, um neben den bereits vorinstallierten Apps – darunter Netflix – weitere Dienste wie DAZN und Co installieren zu können.

Auch die Bildoptionen müssen unter Android erneut eingestellt werden. Dies betrifft die Bildschirmauflösung, aber auch die Bestimmung des Overlays, welcher hin und wieder eingestellt werden muss, um alle Inhalte der Bildschirmmenüs auf dem angeschlossen TV-Gerät sehen zu können. Wer unter Android auch fernsehen will, findet die entsprechende TV-App vorinstalliert. Die Antenneneinstellung sowie auch die Sendersuche muss allerdings noch durchgeführt werden. Der TV-Modus unter Android arbeitet wie alles im Android-Modus komplett unabhängig von den bereits im Enigma2-Modus verwendeten Einstellungen.

Zwei weitere Tuner lassen sich virituell per Sat-IP einbinden, vorausgesetzt, man beseitzt einen Sat-IP Server im Netzwerk
Zwei weitere Tuner lassen sich virituell per Sat-IP einbinden, vorausgesetzt, man beseitzt einen Sat-IP Server im Netzwerk

AX Multibox Twinproblemlos Streamen

Die Nutzung von Netflix, Prime Video aber auch DAZN gelingt im Test gut. Die genannten Apps laufen unter dem Android 7.0 Image, welches auf der Multibox vorinstalliert ist, gut. Auch Mediaplayer und viele weitere Apps stehen im Playstore bereit. Natürlich kann mit Android auch ferngesehen werden, allerdings zeigt sich hier, dass es bei weitem nicht so komfortabel nutzbar ist wie unter Enigma2. Im Test mit der ersten Android-Version für die Multibox stellten wir zudem Probleme nach dem Neustart der Box fest. Daher empfiehlt es sich, noch etwas zu warten, bevor man das System für den Alltagsbetrieb nutzt.

AX-Multibox-Twin-Tabelle

Mit der AX Multibox Twin TV Betrieb und Streamen vereint

Einmal mehr zeigt sich, dass es immernoch sinnvoll ist, für den reinen TV-Betrieb und die Nutzung von VoD-Angeboten verschiedene Systeme einzusetzen. Während Android für die Nutzung von Netflix und Prime Video gut funktioniert, bietet es im TV-Modus nur wenige Funktionen. Die AX Multibox Twin bietet nun eine Lösung, wie sich beide Sehgewohnheiten perfekt in nur einer Box vereinen lassen. Der Einzige Nachteil besteht darin, dass ein Wechsel von Live-TV hin zu Netflix und Co rund eine Minute Startzeit benötigt. Gerade für den zweiten oder dritten TV-Platz im Haus ist die Box aber perfekt, die kompakte Bauform und hervorragenden Empfangs- und Aufnahmeeigenschafften unter Enigma2 versüßen den TV-Genuss. Selbst ein funktionierender Blindscan ist integriert, falls die Box auf einer anderen Position als Astra 19,2 Grad Ost betrieben werden soll.

Bildquelle:

  • AX-Multibox-Twin-Tuner: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Fernbedienung: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Hauptmenue: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Epg: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Infobalken: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Blindscan: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Satip: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Tabelle: © Auerbach Verlag
  • AX-Multibox-Twin-Vorderansicht: © Auerbach Verlag

20 Kommentare im Forum

  1. Davon kannst Du ausgehen, das kann jeder Receiver seit der D-Box2 (außer Technisat, die haben es verpennt)
Alle Kommentare 20 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum