SPD veröffentlicht TV-Spot: So will Olaf Scholz das Kanzleramt erobern

Ein Kommentar von Richard W. Schaber

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Die Sozialdemokraten fokussieren im „Kanzler-Film“ ihren Wahlkampf auf Spitzenkandidaten Olaf Scholz. Mit dem TV-Spot will die SPD der strauchelnden Konkurrenz wohl auf ihrem unverhofften Oberwasser davonfahren.

Bislang mussten Olaf Scholz und die Genossen von der SPD nicht viel tun, um in den Umfragewerten vor der Bundestagswahl stetig bessere Resultate einzuheimsen – eigentlich nur den Kopf aus der Schusslinie halten und abwarten. Schließlich wurde die Grüne Annalena Baerbock seit Verkündung ihrer Spitzenkandidatur von der Springer-Presse gnadenlos bis aufs letzte Rädchen demontiert und CDU-Häuptling Armin Laschet sabotierte sich mit jedem seiner tollpatschigen Auftritte zwischen Hochwassergebiet und Tesla-Baustelle fleißig selbst.

Nun steht die SPD nach einem jahrelangen Abwärtstrend vor der unverhofften Chance, angesichts des Katastrophen-Wahlkampfes von Grünen und Union nach der Wahl als stärkste Partei unterschiedlichste Koalitionen bilden – und den neuen Kanzler nach Merkel stellen zu können. So bringen die Sozialdemokraten jetzt Olaf Scholz in Stellung und widmen ihm einen „Kanzler-Film“, in dem der nicht übermäßig charismatische Hamburger Ex-Bürgermeister und derzeitige Finanzminister als Kanzler der Herzen auftritt – und als Kämpfer für die kleinen Leute.

„Kanzler-Film“ der SPD: Sieht so politisches Profil aus?

Nach gefühlten Äonen der politischen Profillosigkeit ohne glaubwürdige Spitzenkandidaten profitiert die SPD gerade nicht von einer Wiederentdeckung ihrer Basiswerte, das macht der TV-Spot eindeutig klar: Zwar wird ein Mindestlohn von 12 Euro als Tropfen auf den heißen Stein der sozialen Ungerechtigkeit gefordert und Helmut Schmidt im Intro an den Haaren herbeigezogen – darüber hinaus ergeht sich Scholz in dem Image-Film aber hauptsächlich in einem Tanz auf möglichst vielen Hochzeiten.

Das größte politische Argument für Olaf Scholz bleibt also nach wie vor, dass er nicht Armin Laschet ist – daran ändert auch der halbseiden wirkende Fernseh-Einspieler nicht viel. Dementsprechend muss der Sozialdemokrat darauf bauen, dass die öffentlichkeitswirksamen Tölpeleien des CDU-Kandidaten den Wählern besser im Gedächtnis bleiben als Scholz‘ unrühmlicher Auftritt im Wirecard-Ausschuss. Die SPD kann allerdings durchaus darauf spekulieren, dass die Stimmberechtigten bei der Bundestagswahl sich in etwa genau so gut an dieses Trauerspiel erinnern können wie Olaf Scholz an seine Rolle im Wirecard-Skandal.

41 Kommentare im Forum

  1. Tja, der Spot ist interessant. Im Gegensatz zur planlosen CDU wissen die Propaganda-Macher der SPD genau was sie tun. Sie setzen Scholz mit Schmidt gleich! [MEDIA=youtube]id=6Kwx8nanRSo;t=8[/MEDIA]
  2. Dann hier von der CDU aus einer besseren Zeit, wo man mit der CSU zusammen die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl 2013 knapp verfehlt hat. :whistle: [MEDIA=youtube]Mk06yfbXQYg[/MEDIA]
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