Der Schwarm – Folge 7 und 8: Ende Gut, alles für die Katz?

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Der Schwarm
Barbara Sukowa, Joshua Odjick, Cécile de France, Alexander Karim, Leonie Benesch, Takuya Kimura, Sharon Duncan-Brewster. ©ZDF/ Staudinger + Franke/ [M] Serviceplan

Mit den Folgen 7 und 8 geht “Der Schwarm“ in der ZDF-Mediathek ins Finale.  Kann das Ende der Event-Serie die teils harsche Kritik an der Produktion entschärfen?

Endlich Action: Folge 7 und 8 von „Der Schwarm“ sind in der ZDF-Mediathek angekommen und erzählen Frank Schätzings Bestseller-Story zu Ende. Die ersten sechs Folgen waren von der Kritik aufgrund ihres schlingernden Erzähltempos teils hart abgestraft worden. Kann das temporeichere Finale der Serie die teuerste Öffentlich-Rechtliche TV-Koproduktion retten?

Leider nicht – und das, obwohl die letzten beiden Folgen von „Der Schwarm“ deutlich packender und dichter erzählt sind, als die vor Beziehungskisten-Sideplots und Technobabble-Geschwätzigkeit gnadenlos aufgedunsenen ersten sechs Abschnitte der Miniserie.

Denn trotz zeitaufwändiger Charakterzeichnung, die dem viel zu großen Ensemble-Cast mehr Tiefe verleihen soll, bleiben viele der aus der Romanvorlage übernommenen Charaktere wie Leon Anawak bis zuletzt blass und schlichtweg uninteressant.

„Der Schwarm“ hätte ein Blockbuster sein können

Dass klassische Figurentypen ohne riesige Backstory in Blockbuster-Stoffen besser funktionieren, zeigt der gewohnt starke Oliver Masucci („Dark“) als Kapitän des Schiffes Thorvaldson. Doch bis der mehr Spielzeit bekommt, musste das Publikum sich stundenlang durch elendige TV-Romanzen an rauen Atlantikküsten quälen.

Mit dem spannenden Finale, dass punktuell an eine Hollywood-Inszenierung für die große Leinwand erinnert, zeigt sich ganz klar: Die Umsetzung von „Der Schwarm“ als Miniserie war schlichtweg keine gute Idee. Denn auch wenn die Geschichte um die Revolte der Ozeane gegen die ignorante Menschheit ein passabler Stoff für filmisches Erzählen ist, war bereits die Romanvorlage Schätzings viel zu geschwätzig.

Adaption von Frank Schätzings Stoff hätte mehr Mut gebraucht

Von dieser hätten sich die Serienmacher deutlich radikaler lösen, das Ensemble noch mehr eindampfen und die Erzählung auf das wesentliche Verdichten müssen.  So zerfasert „Der Schwarm“ als Miniserie über eine Spielzeit von etwa sechs Stunden und hätte dabei als Spielfilm mit deutlichen Kürzungen im Schätzingschen Wissenschafts-Schwafel und farblosen Figurenkontingent einiges besser machen können.

Verzichtet wurde im Grunde nur auf das große Gemetzel zwischen den involvierten Figuren an Bord des Expeditionsschiffs. Davon wurden einige aus der Serienfassung herausgekürzt und dafür durch irgendwelche Langweiler ersetzt, die einerseits einander nichts an- und andererseits auch wenig zur Sache tun.

Als Fazit lässt sich zwar sagen, dass dem ZDF die sündhaft teure Formübung an vielen Punkten gelungen ist, es jedoch mehr als große Budgets für große Bilder braucht, um packend zu erzählen.  Das Gespür für gutes Erzähltempo wäre nur eine der fehlenden Qualitäten, an denen es „Der Schwarm“ über seine monströse Spielzeit durch die Bank mangelt.

Bildquelle:

  • Der Schwarm – Cast: ZDF

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