Kabel Deutschland: MDR fliegt aus analogem Kabel

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Kabel Deutschland schmeißt erneut einen analogen Sender der Öffentlich-Rechtlichen aus seinen Netzen. In Niedersachsen will der Konzern die analoge Verbreitung des MDR inklusive der NDR-Landesprogramme Hamburg und Radio Bremen TV „in naher Zukunft“ beenden.

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Nach mittlerweile neun Niederlagen vor Gericht scheint Kabel Deutschland den Druck auf die Öffentlich-Rechtlichen im Kabelstreit nun wieder auf anderem Weg erhöhen zu wollen. Denn wie die Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) am Donnerstag bekannt gab, plant der Kabel-Konzern offenbar, den MDR analog aus seinen niedersächsischen Netzen zu verbannen. Die Einspeisung des öffentlich-rechtlichen Programms soll dabei „in naher Zukunft“ beendet werden. Ein konkreter Termin wurde aber nicht genannt. Betroffen sind davon auch die beiden NDR-Landesprogramme Hamburg und Radio Bremen TV, die zwischen 18 und 20 Uhr auf dem Kanal des MDR verbreitet werden.

Hintergrund für diesen Schritt ist einmal mehr der bereits seit über einem Jahr vor Gericht ausgefochtene Kampf um die weitere Zahlung von Einspeisegebühren. Während der Netzbetreiber darauf besteht, für die Verbreitung der öffentlich-rechtlichen Sender bezahlt zu werden, lehnen ARD und ZDF einen neuen entgeltlichen Vertrag mit Kabel Deutschland ab. Seit Ende 2012 versuchen die Unterföhringer – wie auch Unitymedia Kabel BW – nun schon, ihre Forderungen vor Gericht durchzudrücken – bisher allerdings mit wenig Erfolg.
 
Dem Kabelnetzbetreiber die weitere Einspeisung anzuordnen, ist dabei nicht möglich, wie die NLM weiter mitteilte. Kabel Deutschland würde mit der Herausnahme der Sender zwar gegen die gültige Kabelbelegungsentscheidung der NLM verstoßen und damit den betroffenen Veranstaltern das Recht geben, dagegen vorzugehen. Doch die Anordnung der Einspeisung kann nur zu den für vergleichbare Programme anzuwendenden Nutzungsbedingungen des Kabelnetzbetreibers geschehen – und diese Nutzungsbedingungen sehen zurzeit den Abschluss eines entgeltlichen Einspeisungsvertrages vor, wie es weiter hieß.
 
Da sich die Öffentlich-Rechtlichen nach wie vor weigern, einen solchen mit Kabel Deutschland abzuschließen, kann die Einspeisung gesetzlich nicht angeordnet werden. MDR, NDR und Radio Bremen hatten bezüglich der Ankündigung von Kabel Deutschland auch bei der NLM um eine unentgetliche Einspeisung ihrer Programme in das analoge Fernsehkabelnetz geben. Diese Anträge musste die NLM aber ablehnen.
 
Es ist dabei keinesfalls das erste Mal, dass dem andauernden Kabelstreit analoge Sender der Öffentlich-Rechtlichen zum Opfer fallen. So hatte Kabel Deutschland im August im Zuge einer Neuordnung der analogen Senderbelegung gleich mehrere Dritte Programme aus seinen Netzen geworfen – je nach Bundesland andere Kanäle. Auch Unitymedia griff schon zu solchen Schritten und schaltete beispielsweise den NDR in Nordrhein-Westfalen analog ab. [fm]

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67 Kommentare im Forum

  1. AW: Kabel Deutschland: MDR fliegt aus analogem Kabel So doof und bockig KD auch ist, analoge Abschaltungen sind immer sinnvoll. Traurig ist nur, dass dann neue Shoppingkanäle und son überflüssiges Zeugs analog aufgeschaltet werden. Die ÖR wird KD dennoch mit diesem Schritt nicht dazu bringen, Einspeisegelder zu zahlen. Warum auch. KD wird diesen Kampf auch in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof ganz jämmerlich verlieren. Wenn KD die ÖR in HD nicht endlich einspeist, wird das schon in absehbarer Zeit deren Genickbruch bedeuten. Ich glaube auch, der Image- Schaden von KD bekommt in nächster Zeit noch einen Schub. Aber die Vögel dort haben es ja so gewollt. In den dritten Programmen wird in letzer Zeit immer mehr darüber berichtet. "Das Erste" sollte sich beim nächsten "Marken Check" mal KD zur Brust nehmen. Dann erfahren Millionen von Menschen auf einmal, was für ein Sauhaufen das ist.
  2. Sehe ich anders. Interessant finde ich ja diesen Abschnitt: Hier scheint als Must Curry nicht zu gelten sondern der Vertrag, den die ÖR nicht mehr haben. Wenn es nach mir ginge hätte ich schon lange alles dritten bis auf das Regional Übliche Analog aus den Kabel geworfen.
  3. AW: Kabel Deutschland: MDR fliegt aus analogem Kabel Dass Kunden über den Anbieter immer wieder bei/nach solchen Aktionen verärgert sind wundert mich nicht. Es fehlt dem Unternehmen eindeutig ein Feingefühl für seine Direktkunden. Wenn wenigstens eine vorwarnende Kommunikation stattfinden würde, würde der KNB auch mehr Würde haben. So allerdings richtet man nur mehr Schaden an, auch wenn der Schritt und die Intention ein Richtiger ist. In Kommunikationsangelegenheiten waren die großen KNB immer schlecht. Würden sie daran mal anfangen zu arbeiten, könnten die Kunden sich darauf einstellen, selbst wenn sie dann auch verärgert sind. Aber dieses Ad Hoc und Hauruck von jetzt auf gleich ohne Vorwarnung kommt bei Kunden gar nicht gut an. Mehr Kundenkommunikation liebe Vodafone, sorgt dafür!
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