Auktion für UKW-Antennen gestartet

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Media Broadcast will sich spätestens bis Mitte 2018 von seiner UKW-Infrastruktur trennen. Seit diesem Montagmittag kann im Rahmen einer Auktion auf Sender und Antennen geboten werden.

In den nächsten sieben Monaten bringt Media Broadcast insgesamt knapp 1.000 UKW-Antennen und circa 1.400 Sender unter den Hammer. Schon Ende Dezember möchte die Freenet-Tochter das Meiste der Infrakstruktur mittels einer offenen Auktion an den Mann gebracht haben. Härtefälle können bis zum 30. Juni ausgehandelt werden.

Die Auktion ist in dieser Form außergewöhnlich, wenn nicht gar einmalig. Dabei wird ein umgekehrtes Verfahren angewendet, nachdem sich in bestimmten Zeitabständen der Kaufpreis sukzessive verringert bis ein Bieter zuschlägt. Hierfür hat Media Broadcast die Newtron AG beauftragt, eine Online-Auktionsplattform bereitzustellen.

Interessierte Dritte können dann „neue Verträge mit den Nutzern aushandeln und sich durch einen Erwerb langfristig stabile Umsätze sichern“, heißt es auf der Informationshomepage des Unternehmens. Der größte deutsche Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen versichert den potenziellen Käufern, dass die angebotene Infrastruktur mindestens weitere zehn Jahre technisch genutzt werden kann.

Schon vor dem Beginn der Auktion hatten zum Beispiel Radio 21 und Rockland Radio bei Media Broadcast zugeschlagen und sich für sie interessante Sender-Standorte gesichert (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Nun kommt also auch der Rest das UKW-Netzes unter den Hammer. [bey]

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7 Kommentare im Forum

  1. Würde ja gerne ein paar (kleine) UKW-Sender für den symbolischen einen Euro haben wollen, damit UKW-Radio auf dem Weg noch vor einer beschlossenen Abschaltung zu Gunsten von DAB+ auch darüberhinaus erhalten bleibt. Fehlen nur die Sendelizenzen, die ja wohl nicht mitversteigert werden. Wer trennt sich ohne Grund von einem angeblich profitablen Geschäft, das angeblich noch wenigstens 10 Jahre betreibbar ist??? Sowas kann nur Media Broadcast/Mobilcom-Debitel/freenet machen.
  2. Ein Großteil der UKW-Infrastruktur wurde damals im Zuge der damals neuen Privat-Radiosender Mitte/Ende der 1980er aufgebaut (bis dahin gab es ja nahezu nur ÖR-Programme von ÖR Standorten). Diese Infrastruktur ist trotz regelmäßiger Wartung sicherlich langsam in die Jahre gekommen. Was macht man mit einem alten Auto, wenn man keinen Bock auf Liegenbleiben und Reparaturen hat?
  3. Genau das meinte ich, ein Schrott-Auto wurde ich auch nicht ersteigern wollen, auch nicht wenn mir der Vorbesitzer sagt, dass es noch gut 10 Jahre fahren würde. Ohne Besichtigung der UKW-Sender würde ich auch keinen ersteigern wollen, nicht mal fur den symbolischen einen Euro. Aber vielleicht doch, wenn wenigstens die UKW-Antenne einen gepflegten Eindruck macht, denn einen Kleinleistungsender bis ein paar kW Sendeleistung für UKW-Rundfunk kostet heute nicht mehr viel. Habe gerade gehört, dass UKW-Sendeanlagen vom Fernsehturm am Alex in Berlin auch durch die Media Broadcast versteigert werden: Anfangs gebot 300.000 Euro. Mal sehen, wie tief der Preis bei der umgekehrten Auktion noch fällt. Insgesamt sollen wohl deutschlandweit 700 UKW-Sendeanlagen von Media Broadcast versteigert werden. Ist Media Broadcast/Mobilcom-Debitel/freenet jetzt das Geld fur ihre anderen Geschäftszweige ausgegangen, dass sie anfangen alles andere, was angeblich profitabel betreibbar ist, zu versteigern???
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