Sender-Relaunch: Ostsachsen TV will keine Bühne für Extremisten sein

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Senderchef David Vandeven
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Ostsachsen TV ist auch für seine Auseinandersetzung mit politisch extremen Positionen und Persönlichkeiten bekannt. Nach vermehrten Anfeindungen soll damit nun Schluss sein und politischen Kontroversen keine Plattform mehr geboten werden.

David Vandeven betreibt seit zwei Jahren den regionalen Internet-TV-Sender. In den sogenannten „Sofatalks“ wollte Vandeven ein Forum erschaffen, indem auch politisch unbequeme Persönlichkeiten zum Dialog eingeladen werden. Nun „hat er es satt, zur Zielscheibe gemacht und angefeindet zu werden“, wie er sagt.

Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, generell Andersdenkende sowohl aus dem linken als auch dem rechten Spektrum gehörten zu den Gästen. Laut dem Unternehmen Vandeven24 ging es dabei trotz aller Provokation um ein Positionieren gegen Hass, Gewalt und Extremismus. David Vandeven habe es nun allerdings satt, zur Zielscheibe gemacht und angefeindet zu werden. Viele Sendeformate und sein politisches Engagement will er fortan einstellen, heißt es in einer Pressemitteilung der Firma.

„Viele sind nicht mehr zum Dialog fähig, beleidigen, diffamieren und beschimpfen, statt zu argumentieren. Vielstimmigkeit scheint zunehmend unmöglich.“, sagt der Senderchef. Dass sein Unternehmen und damit auch der Sender Ostsachsen TV unter Boykottaufrufen zu leiden haben, sei inzwischen unerträglich. Man stelle ihn in die rechte Ecke, wie er weiter ausführt. Was immer in seinen Sendungen gesagt werde, es gebe immer eine Gruppe oder einen Protagonisten der Extremen, der sich gegen ihn und seine Interviewpartner inszeniert. Nun soll Schluss damit sein.

Bald kein Meinungsmedium mehr

Vandeven will nach zwei Jahren sein Engagement in Bürgerbewegungen, Vereinen und Gremien beenden. Auch politische Sendungen wolle er keine mehr produzieren. In den „Sofatalks“ sollen nur noch unpolitische Interviews mit Unternehmern oder Ehrenamtlichen ohne politischen Bezug laufen. „Wenn meine Arbeit dazu führt, dass sich der Dialog verschärft, dann bin ich mit meiner Idee des Zuhörens und des Dialogs gescheitert“, erklärt Vandeven. Er wolle sich nun aus der Öffentlichkeit zurückziehen.

Der Sender Ostsachsen TV soll künftig nur noch als regionales Nachrichten- und Wirtschaftsmagazin auf Sendung gehen, als Informationsmedium für die Lausitz, wie das Bautzener Unternehmen bekanntgab. Politische Meinungen und Kontroversen sollen im Programm keinen Platz mehr finden. Nach der Sommerpause soll der Sender relauncht werden und eine neutrale Plattform für heimische Gewerbetreibende bieten. David Vandeven selbst will in Zukunft bundesweit als Berater und TV-Macher vor allem mit eigenen Business-Portalen und wirtschaftlichen Formaten arbeiten.

Bildquelle:

  • vandeven: obs/Vandeven24/David Vandeven

1 Kommentare im Forum

  1. Welcher Sender? Dafür dass er so kontrovers sein soll, habe ich noch nie was davon gehört. Frag mich ja wie der sich finanzieren will, ach ja gut als Werbefläche für die lokalen Unternehmen Naja wenn das reicht okay Aber eine Positionierung wie regioTV wäre sinnvoller als reines Werbefernsehen für lokale Unternehmen...
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