Sat.1 löst mit „Big Brother“-Kampagne Empörung aus

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„Was ist ein Mensch wert?“ – das Motto der Comeback-Staffel auf Sat.1 löst eine Welle der Empörung aus – auch wegen angeblich rechter Symbolik.

Die Kampagne, mit der der Privatsender das anstehende TV-Comeback von „Big Brother“ bewirbt, erntet herbe Kritik für Slogans wie „Jeder Mensch ist etwas wert. Entscheide Du, wie viel.“ oder „Neu im Programm: Menschen bewerten.“ Ein weiteres Bild verstört mit der Abbildung eines gelben Stern neben dem Satz: „Entscheide Du, wer einen Stern verdient“.

Unverzüglich machten Assoziationen zum Judenstern, der Nazi-Kennzeichnung von Juden während des Dritten Reichs, per Social Media die Runde. Der Titelsong der Staffel heißt darüber hinaus ausgerechnet „Follow the Leader“, zu Deutsch „Folge dem Führer“, wie in den sozialen Netzwerken scharf kritisiert wurde.

Der Song der Münchner Band Cosby ist jedoch gesellschaftskritisch zu verstehen und regt eher zum Nachdenken an, als dass er irgendeinen rechtsextremen Hintergrund habe. Er wirkt aber in Kombination mit den anderen fragwürdigen Aspekten der Kampagne maximal unglücklich gewählt. In einem Werbeclip für die neuen „Big Brother“-Folgen wird zudem zwar deutlich, dass die gelben Sterne wohl „nur“ der Kern des Bewertungssystems von Sat.1 bei der nächsten Staffel sein werden und ebenfalls nicht in irgendeinem politischen Kontext benutzt wurden. Die PR-Abteilung des Senders macht trotzdem keine gute Figur, wenn ihr diese Auffälligkeiten nicht schon im Vorhinein bewusst geworden sind.

Von Sat.1 heißt es gegenüber „Der Westen“ hierzu lediglich, dass man den Zuschauern die Möglichkeit geben will, „mit direkter Bewertung den Bewohnern Feedback zu geben – so wie es viele Menschen tagtäglich offline und online“ täten. Einsicht hört sich anders an.

Der Start der neuen „Big Brother“-Staffel ist für den 10. Februar angesetzt.

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21 Kommentare im Forum

  1. "Meine Fresse", dreht die Menschheit mittlerweile komplett durch? Nicht, dass ich die Sendung jetzt als besonders empfehlenswert empfinde, aber diese PC geht mir gewaltig auf den Sack. Überall hört und sieht man nur noch diesen Scheiß, sogar in der Werbung. Diese Leutchen sollte man mal in ein Land verfrachten, in dem es ums schiere Überleben geht. Mal sehen, ob sie sich dann immer noch dafür interessieren bzw. sich damit in der Öffentlichkeit profilieren, präsentieren wollen (oder können). Diesen Menschen geht es einfach zu gut. Das schlägt aufs Hirn. Man hätte ja ansonsten Langeweile.
  2. Aus PR Sicht alles richtig gemacht. Mit positiven Schlagzeilen holt man niemand hinter dem warmen Kachelofen vor. Und die lieben Weltverbesserer, die nur eine Meinung zu lassen, nämlich IHRE, von links/grün gehen mir schon lange auf den Allerwertesten, weil Sack darf man ja nicht schreiben Und nu, Feuer frei:whistle:
  3. Ich bin auch empört, über jene Leute, deren Lebensinhalt es ist sich zu empören und die Medien, die diesen Schwachsinn dann auch noch verbreiten.
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