Arte nimmt Syrienkrieg in den Fokus – großes Sonderprogramm

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Krieg in Syrien
Bild: Meysam Azarneshin via stock.adobe.com
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Im Rahmen von einem Programmschwerpunkt beschäftigt sich Arte in diversen Sendeformaten mit dem Bürgerkrieg in Syrien.

Der syrische Bürgerkrieg gilt als der bedeutendste Konflikt des noch jungen 21. Jahrhunderts. Seit zehn Jahren stehen sich die loyalen Kräfte des al-Assad-Regimes, zahlreiche Rebellengruppen, Islamisten, aber auch ausländische Mächte gegenüber. Große Teile des Landes liegen in Trümmern, fast 600.000 Menschen haben ihr Leben verloren. Mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung wurde vertrieben, fünf Millionen Menschen haben ihrem Land den Rücken gekehrt. 

Diesem tragischen Dauerkonflikt widmet Arte ab dem 15. März einen Programmschwerpunkt im TV und in der Mediathek des Senders, unter arte.tv/syrien. Die Redaktionen von Arte Journal, Arte Reportage und Arte Thema haben zahlreiche Dokumentationen, Reportagen, Web-Serien zusammengetragen, die es den ZuschauerInnen und NutzerInnen ermöglichen, einen facettenreichen Einblick zu erhalten in die verschiedenen Ansichten zur Entstehung und Entwicklung dieses Bürgerkrieges, der Auswirkungen weit über den Mittleren Osten hinaus hat.

Das Arte-Sonderprogramm im Überblick

Montag, 15. März:

19.20 Uhr: Arte Journal 

Das europäische Nachrichtenmagazin eröffnet die Themenwoche mit einem Interview mit dem syrischen Journalisten Akram Alahmad, der seit den Anfängen des Bürgerkriegs über den Konflikt berichtet. 

Dienstag, 16. März: Arte Themenabend: „10 Jahre Bürgerkrieg in Syrien“

22.05 Uhr: Die letzten Männer von Aleppo (Online verfügbar bis 9. April)

Die „Weißhelme“ von Aleppo, die unter Einsatz ihres Lebens Zivilisten vor Bombardierungen retten, stehen im Mittelpunkt dieses preisgekrönten Dokumentarfilms. Eine herzzerreißende Ode an den Mut dieser Männer, die als ehrenamtliche Retter in der syrischen Stadt Aleppo tagtäglich mit Angst, Bedrohung und Tod konfrontiert werden. 

23.40 Uhr: Homs – Ein zerstörter Traum (Online verfügbar vom 11. März bis 14. April)

Über 2 Jahre lang in Homs gedreht, vom Beginn des syrischen Aufstandes bis zur Beinah-Totalzerstörung der Stadt: Dieser Dokumentarfilm führt Kriegstagebuch junger, sich selbst überlassener Rebellen. Aus friedlichen Demonstranten werden bewaffnete Kämpfer, aus jungen Männern, für die Religion kaum eine Rolle spielte, werden im Angesicht des Todes gläubige Muslime. Der Film wurde beim Sundance Film Festival 2014 ausgezeichnet. 

01.15 Uhr: Zwölf Tage, Zwölf Nächte in Damaskus (Online verfügbar vom 16. März bis 13. Juni) 

Ein tödlicher Häuserkampf im Süden von Damaskus – zwischen Assad-Getreuen und der Freien Syrischen Armee. Der syrischen Regisseurin Roshak Ahmad ist es gelungen über zwölf Tage und zwölf Nächte jede Phase dieser Kriegshandlung zu begleiten, die stellvertretend für Hunderte, wenn nicht Tausende andere alltägliche Häuserkämpfe in Syrien steht. 

Samstag, 20. MÄRZ:

17.15 Uhr: Arte Reportage moderiert von William Irigoyen 

Regisseurin Edith Bouvier ist zu Gast und berichtet zu ihrem Beitrag für Arte Reportage. 

Rakka, die Hauptstadt des selbsternannten „Kalifats“ der ISIS-Dschihadisten, war eine der ersten größeren Städte, die 2014 in die Hände der islamistischen Terroristen fiel. Drei Jahre später gelang es arabisch-kurdischen Truppen, unterstützt von einer internationalen Koalition, die terroristische Miliz aus dem Gebiet zu vertreiben. Die Stadt jedoch ist so gut wie zerstört. Seit dem Ende der Kämpfe verbessern sich die Lebensbedingungen zwar langsam, aber den Bewohnern fehlt es an allem. Einige Einwohner von Rakka wollen den Krieg hinter sich lassen und nach vorn schauen. Sie haben sich entschieden für den Wiederaufbau ihres zerstörten Erbes zu kämpfen – denn viele der historischen Schätze wurden zum größten Teil zerstört oder geplündert. 

In der Arte Mediathek (Auswahl)

Der Reporter Marcel Mettelsiefen kommentiert zehn seiner Fotos, die er im Bürgerkrieg in Syrien aufgenommen hat. 

Arte Reportage hat Animationsfilme gesammelt, die seit Kriegsbeginn von syrischen Künstlern gemacht wurden, von denen einige das Exil gewählt haben. Wenig gesehen, mangels eines Senders, erzählen sie von dem Entsetzen und der Absurdität dieses Konflikts und bieten einen weiteren Blick auf das blutige Syrien. 

2016 begleitete Arte in der Reportagereihe „Von Damaskus ins Elsass“ Sandra Alloush und Terry Haddad in ihrem Alltag und berichtete über ihr neues Leben als Flüchtlinge und Entwurzelte im Elsass. Fast 10 Jahre nach ihrem Exil trifft ARTE sie erneut. 

Zehn Syrer mit Herkunft aus verschieden Orten in Syrien, die jetzt in der Provinz Idlib leben, erzählen von ihrer Reise und ihren Träumen von einer besseren Zukunft. 

  • Tadmor (Dokumentation, online verfügbar vom 16. März bis 15. September) 

Der Volksaufstand in Syrien im Jahr 2011 hat bei einer Gruppe Libanesen alte Wunden aufgerissen. Sie wurden mehrere Jahre in der Haftanstalt Tadmor im syrischen Palmyra festgehalten, einem der berüchtigtsten Gefängnisse des Assad-Regimes. Die zunehmende Gewalt im Nachbarland brachte sie dazu, ihr Schweigen über die systematische Folter und die ständigen Demütigungen während ihrer Haft zu brechen. Um endlich mit diesem dunklen Kapitel ihres Lebens abschließen zu können, rekonstruieren sie Tadmor in einer verlassen Schule in Beirut. Sie schlüpfen erneut in die Rolle der Gedemütigten, aber dieses mal auch die der Folterknechte. Sie machen sich bereit, den Schrecken erneut zu durchleben. 

Mehr als hunderttausend Menschen fielen dem Konflikt bereits zum Opfer, Millionen sind auf der Flucht. Doch darüber hinaus sind in den vergangenen vier Jahren weitere rund hunderttausend Personen verschwunden. Das syrische Regime hat einen bis ins Detail durchdachten Todesapparat aufgebaut: Willkür, Grausamkeit und Folter sind an der Tagesordnung. Die Dokumentation bricht das Schweigen und berichtet über diese Inhaftierten. 

Bildquelle:

  • syrienkrieg: Meysam Azarneshin via stock.adobe.com

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