Heute „Tatort“ aus Österreich: Wer hat den Lebemann im Alpenidyll ermordet?

Der Wiener "Tatort" stand zuletzt für politisch aufgeladene Ermittlungen. An diesem Sonntag geht es in "Baum fällt" aber in ländlichere Gefilde. Ermittelt wird nahe Österreichs höchstem Berg - wegen einer mehr oder weniger verschwundenen Leiche.

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Bild: © WDR
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In kleinen Dörfern hat jeder mit jedem ein Geschichtchen am Laufen, sind die Verstrickungen untereinander besonders kompliziert, das Gehabe hinter der Fassade moralisch besonders verwerflich. Die Vorurteile sind bekannt, womöglich steckt hier und da auch Wahres drin.

Für den neuen Wiener „Tatort – Baum fällt“ heute um 20.15 Uhr im Ersten jedenfalls sind sie die Grundlage. Denn der neue Fall von Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 59) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 60) hat dieses Mal nichts mit politischem Klüngel und Korruption zu tun, sondern mit Liebesdramen im Alpenidyll.

Vom unbeliebten Hubert Tribusser (Christoph von Friedl, 43) ist außer Asche nur ein Titan-Implantat geblieben. Der Holzunternehmer ist verbrannt – ausgerechnet im Heizkessel des eigenen Unternehmens. Der Tote war kein unbeschriebenes Blatt in dem Kärntner Dorf. Affären hier, ein Griff in die Unternehmenskasse dort, dazu eine große Klappe. Moritz und Bibi erfahren nur stückweise von den Geschichten des Lebemannes – obwohl sie Hilfe von einem alten Bekannten bekommen.

Der örtliche Polizeichef Alois Feining (Karl Fischer, 62, „Donna Leon“) und Moritz kennen sich noch aus alten Tagen, trinken und kickern letztlich gemeinsam auf dem Revier. Ob Feining es nicht besser weiß oder den beiden nicht alles sagen will – eine Hilfe ist der introvertierte Polizist doch nur bei buddhistischen Weisheiten.

Vor allem Eisner ist genervt – bei einem Wiener „Tatort“ muss es ja bekanntlich einmal zwischen den sonst so eingespielten Ermittlern krachen. Schon jetzt sei verraten: Das Ermittler-Duo, das seit Anfang 2011 auf Verbrecherjagd geht, findet auch dieses Mal den Täter.

Die Macher des Wiener „Tatort“ wollen die Zuschauer dieses Mal mit einem ganz klassischen Krimi überzeugen. Wer sich bei Tukur-Folgen empört wegdreht und vom durchgeknallten Dortmunder Ermittler Faber (Jörg Hartmann, 50) genervt ist, kann hier mit Freude für eine mehr oder weniger gewöhnliche Mördersuche einschalten.

Regisseur Nikolaus Leytner (62, „Landkrimi“) verfällt zwar der Versuchung, das wunderschöne Alpenpanorama immer und immer wieder zu zeigen (den Großglockner sieht man gefühlt öfter als die Tatverdächtigen) – aber es ist halt eben auch so schön dort. „Alois, bitte, die ganze Zeit die Berg‘ bewundern is‘ auch fad“, ruft Moritz – sinnbildlich. Gedreht wurde der „Tatort“ im Sommer 2018 in Heiligenblut in Kärnten – eine der von den Unwettern der vergangenen Tage schwer getroffenen Region.

„Baum fällt“ überzeugt letztlich vor allem mit guten Dialogen (Drehbuch: Agnes Pluch), während der Fall eher dahinplätschert. Alois wirft zwischendurch die ganz großen Fragen auf. „Des kannst Du Dir nicht vorstellen, dass man einfach seine Karriere aufgibt“, raunt der Dorfpolizist dem Top-Ermittler Moritz zu. Oder: „Das ist schon ein komischer Beruf, wo es ein Erfolg ist, wenn man jemanden beim Lügen erwischt.“ Kann man schon mal drüber nachdenken – Eisners Laune hebt es aber kaum. (Fabian Nitschmann, dpa)

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1 Kommentare im Forum

  1. Ach wie schön, dass hier die ARD wieder bei DF Werbung für deren Sonntagskrimi macht. Bin ich so an dieser Stelle vorgewarnt den Sender nicht einzuschalten.
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