Kerner testet Allgemeinwissen – Optimistisch für Sat-1-Zukunft

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Johannes B. Kerner steht nach seinem Wechsel zu Sat 1 nicht mehr so im Rampenlicht wie beim ZDF. Da sorgte er mit seinem täglichen Talk für Gesprächsstoff. Trotzdem experimentiert er unermüdlich weiter.

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Sommer, Sonne, wenige Zuschauer vor den Fernsehern? Egal – eine gute Zeit für Tests. Wenige Tage nach seinem Moderationsauftritt beim Champions-League-Finale testet Johannes B. Kerner einmal mehr eine neue Show auf Sat 1: An diesem Mittwoch und eine Woche später ist er jeweils um 20.15 Uhr als Präsentator des Zweiteilers „Das große Allgemeinwissensquiz“ zu sehen und beantragt angesichts des Experimentiercharakters und der Konkurrenzsituation für seine neue Sendung „Welpenschutz“.
 
Einen gewissen verhaltenen Optimismus kann er aber nicht verhehlen: „Ich habe das Gefühl, die neue Show hat das Potenzial, länger zu laufen“, sagt der 46-jährige Sat-1-Mann. „Aber was zählt schon mein Gefühl? Wichtig ist das Gefühl der Zuschauer!“ Kerner will mit der Sendung einen „zweistelligen“ Marktanteil in der für Sat 1 wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer erzielen. Und das, obwohl er direkt gegen die Quizkonkurrenz von Jörg Pilawas „Rette die Million!“ (ZDF) antreten muss. Der sendet seine Show gleich an beiden Ausstrahlungsterminen gegen Kerner.

„Darauf habe ich keinen Einfluss“, sagt Kerner über die Programmierungspolitik des ZDF, für das er vor seinem Wechsel über viele Jahre gearbeitet hat. Aber da muss er jetzt durch. Das ZDF hat schließlich ein Produktionsvolumen mit Pilawa von mindestens 20 Ausgaben von „Rette die Million!“ vereinbart. Und die können jetzt risikofrei auf den Sender gehen, weil im Sommer mittwochs kein Gegenwind von der (von Kerner auf Sat 1 moderierten) Champions League zu erwarten ist.
 
Kerner hält sein neues Quiz für eine „originäre“ Sendung, die von Mitarbeitern in seiner Produktionsfirma JBK TV Produktion erfunden und nicht wie andere – nur so als Beispiel: „Rette die Million!“ – im Ausland eingekauft wurde. „Es ist eine lustige, moderne Sendung, das unterhaltsamste Quiz seit langem, weil wir nicht nur die Studiosituation einfangen, sondern beim Casting in ganz Deutschland dabei sind“.
 
Die Kandidaten werden auf der Straße angesprochen, müssen zehn Fragen beantworten und treten dann im Studio gegen den Champion an – Höchstgewinn: 500 000 Euro.
 
Wie ist es nun um Kerners eigenes Allgemeinwissen bestellt? „Sieben, fünf, drei: Rom schlüpft aus dem Ei – das kann man ruhig wissen“, sagt der Familienvater mit vier Kindern. „Dazu kommt natürlich, dass man auch wissen könnte, dass es 753 vor Christus war. Man müsste jetzt natürlich auch eine Ahnung haben, wer Christus war. Also, ich sag mal so, wenn die Frage lautet: ‚Wie lange dauerte der 30-jährige Krieg?‘, dann sollte nach einigem Nachdenken kommen: 30 Jahre. Es muss ja nicht gleich kommen ‚1618 bis 1648′“.
 
Wie geht es nun weiter für Kerner im Herbst 2011 – der öffentliche Fokus ist von ihm weggedriftet, seitdem er den ZDF-Talk aufgegeben hat. Nur beim Thema Fußball ist er noch vor vielen Millionen Zuschauern bei Sat 1 präsent. Doch der Sender verliert die Champions-League-Rechte mit Wirkung von Herbst 2012 ausgerechnet an das ZDF.
 
Gift für Kerners Pläne? „Dass Sat 1 die Champions League ab Herbst 2012 nicht mehr im Programm hat, ist ein bedauerlicher Zustand“, sagt Kerner. „Ich weiß aber, dass Sat 1 sich um andere Fußballrechte bemüht“. Unter anderem werden im Herbst die Bundesliga-Ausstrahlungsrechte ab 2013 neu vergeben.
 
Und dann steht fest, dass der gebürtige Bonner mit Wohnsitz Hamburg den Sat-1-Jahresrückblick bestreitet und wieder die Show „Deutschland gegen…“ moderiert. Außerdem wäre da noch das wöchentliche Magazin „Kerner“, das Sat 1 nach dem Quoten-Fehlstart vom am Sendeplatz am Montag Ende 2009 auf den Donnerstag schob. Trotzdem fuhr das Magazin weiter schlechte Werte ein – nicht zuletzt wegen unterschiedlicher Sendezeiten. Auch hier übt sich Kerner in vorsichtigem Optimismus: „Mein Magazin hat von Herbst an einen festen Sendeplatz auf dem Donnerstag. Das stimmt mich zuversichtlich“. [Carsten Rave]

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