Peter Limbourg: „Kritik an Raab war eine Fehleinschätzung“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Vor wenigen Tagen moderierte Peter Limbourg gemeinsam mit Stefan Raab dessen Polit-Talk „Absolute Mehrheit“. Im Interview mit DIGITALFERNSEHEN.de schildert der Nachrichtenchef von ProSiebenSat.1 seine Eindrücke zur Sendung, sprach über Verbesserungsvorschläge sowie das Erreichen der jungen Zielgruppe und erklärt sein Kompliment an Raab, er könne Politik, noch einmal genauer.

Herr Limbourg, wie schätzen Sie persönlich die ersten Sendung von „Absolute Mehrheit“ ein?
 
Peter Limbourg: Das ist eine echte Alternative zu herkömmlichen Sendungen. Wir machen diese Sendung bewusst für junge Zuschauer und die haben das Format voll und ganz angenommen. Die Einschaltquote hat jedenfalls unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.
 
Wie haben Sie Ihre Rolle in der Show selbst wahrgenommen? Hätten Sie die Gespräche der Gäste selbst gern noch ausführlicher und auch inhaltlich analysiert?
 
Limbourg: Die Verteilung ist schon richtig so: Stefan Raab ist der Gastgeber und ich analysiere gelegentlich. Aber klar ist auch: Wie immer nach einer neuen Sendung schaut man sich an, was man noch besser machen kann.
 
Das Tempo in den Diskussionen war sehr hoch, die Analyse-Pausen unterbrachen die teils rasanten Gespräche immer wieder sehr plötzlich. Michael Fuchs bezeichnete die Zwischenstände nach der Show im „Focus“ sogar als „völlig überflüssig“. Muss Ihrer Ansicht nach in diesem Punkt bis zur nächsten Show etwas verändert werden?
 
Limbourg: Das schauen wir uns auch in Ruhe an. Die Unterbrechung mit den Zwischenständen werden von einzelnen Talkgästen möglicherweise als störend empfunden. Für den Zuschauer sind sie interessant. Dass Michael Fuchs bei diesem neuen, jungen Format mitgemacht hat, verdient allen Respekt. Aber natürlich war er über den Ausgang nicht besonders glücklich. Das Risiko, als Erster aus der Wertung zu fallen, gehört aber zu einer Wettbewerbssituation.

Hatten die Kandidaten Ihrer Meinung nach genügend Redezeit?
 
Limbourg: Ich denke schon. Aber dieses Format verlangt vom Gast, schnell auf den Punkt zu kommen. Und das ist richtig so. Man kann komplexe Sachverhalte und Argumente prägnant formulieren.
 
Was ist für ein Format wie „Absolute Mehrheit“ wichtiger: Bei dem Gesprächen zukünftiger noch tiefer ins Detail zu gehen – oder doch eher den Unterhaltungsfaktor hoch zu halten, um die jungen Zuschauer erst einmal zum Schauen einer Polit-Talkshow zu bewegen? Sind beide Aspekte überhaupt unter einen Hut zu bekommen?
 
Limbourg: Ich glaube, es ist uns in der ersten Sendung schon ganz ordentlich gelungen –  gerade beim ersten Thema. Die wichtigsten Argumente Pro und Contra Steuererhöhungen sind gefallen. Und dabei sind die Zuschauer auch offenbar ganz gut unterhalten worden.
 
Sie sagten am Ende der Show kurz zu Stefan Raab, er könne auch Politik. Erläutern Sie diese Einschätzung doch bitte noch einmal genauer.
 
Limbourg: Es gab im Vorfeld den Ein oder Anderen, der bezweifelt hat, dass Stefan Raab auch auf dem Gebiet der politischen Talkshow erfolgreich sein kann. Das war offensichtlich eine Fehleinschätzung. Der Kollege ist eben nicht nur unterhaltsam und mutig, sondern dabei noch informiert und klug. Darauf bezog sich meine Einschätzung.
 
Vielen Dank für das Gespräch.[hjv]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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