Heute im „Tatort“: Ein Mörder, der nach Strafe sucht

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Tatort Wien
Bild: rbb/ORF/Ali Schafler
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Dieser „Tatort“-Fall könnte auch „Schuld und Sühne“ lauten. Ein Doppelmörder sucht die Bestrafung regelrecht. Während diese Bluttat geklärt scheint, bleibt die Frage: Wer hat den dritten Mord begangen?

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Ein dickes Bündel Briefe von Verehrerinnen nimmt Stefan Weingartner aus seiner kurzen Haft mit nach Hause. Er ist gerade äußerst überraschend vom Vorwurf des Doppelmordes aus Eifersucht an seiner Frau und ihrer besten Freundin freigesprochen worden. Seinem Anwalt ist es gelungen, dass die Schöffen des Gerichts den überaus korrekten und tief gläubigen Finanzbeamten zum Zeitpunkt der Tat als unzurechnungsfähig einschätzten. Weingartner (Johannes Zeiler) wirkt über dieses Urteil eher erschüttert als erleichtert. Dann wird sein Anwalt an seinem Schreibtisch erschossen. Damit beginnt die Arbeit für Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Majorin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) im neuen Wiener „Tatort“ erst richtig.

Ein klassischer Krimi

Der Fall „Alles was Recht ist“ am heutigen Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten ist ein starkes Stück klassischer Krimi. Den Drehbuch-Schreibern Robert Buchschwenter und Karin Lomot gelingt es hier, eine ganze Reihe von Verdächtigen mit möglichen Gründen für einen Mord einzuführen. So hat die Tochter des Doppelmörders, die ihre Mutter geliebt und ihren Vater gehasst hat, ein starkes Motiv, dem Anwalt den Tod zu wünschen. Zudem gerät ihr Alibi ins Wanken. Sie will mit ihrem Freund an dem Abend Kohlrouladen gegessen haben. Fellner fragt beide getrennt voneinander nach der Beilage. Er: Bandnudeln. Sie: Reis. Nicht gut.

Krassnitzer und Neuhauser stoßen aber auch auf Putzfrauen, die sich verdächtig benehmen. Eine von ihnen hat zur Fotofunktion des Handys gegriffen, bevor die Polizei alarmiert wurde. „Welcher Mörder wäre so blöd, von sich und dem Opfer ein Selfie zu machen und es dann auch noch online zu stellen?“, fragt sich Fellner verständlicherweise.

Auf der Suche nach dem Täter soll das Mobiltelefon des toten Anwalts Thomas Hafner (Julian Loidl) helfen. In einem durchaus makabren Versuch soll die Gesichtserkennung seines Smartphones überlistet werden. Eisner hält dem Toten immer wieder das Gerät vor das Antlitz. „Ich glaube, das ist ein sehr unsinniges Experiment, das aus der Situation heraus bei der Drehbuch-Bearbeitung entstanden ist“, sagt Krassnitzer im ARD-Interview. Der Pathologe lehne das ja auch ab. „Das bringt nix, es ist sehr naiv.“. Privat schützt der Schauspieler nach eigenen Worten seine Daten effektiv. „Ich meide das Internet, wo es geht und mache viel analog, wie etwa Zeitungen lesen.“

Eifersüchtiger Ermittler

Die beiden Ermittler – unter der Regie von Gerald Liegel darf Eisner diesmal zeigen, dass er eifersüchtig auf die Nähe anderer Männer zu Fellner ist – tappen lange Zeit scheinbar im Dunkeln. „So langsam gehen uns die Verdächtigen aus“, bekennt Fellner. Und völlig von der Bildfläche verschwunden ist inzwischen der freigesprochene Weingartner, der sich, so die Vermutung, umgebracht haben könnte.

Dann wenden sich die TV-Ermittler dem Phänomen der Hybristophilie zu – der Verehrung von verurteilten Schwerverbrechern, meist durch Frauen. Durch das Studium der Briefe an Weingartner stoßen sie auf die sanfte Gärtnerin Helene Schmidinger (Marion Mitterhammer). In ihrer Ehe ähnlich betrogen wie der Doppelmörder bekennt sie sich zu einer Art Seelenverwandtschaft mit Weingartner. Aber welches Motiv sollte ausgerechnet sie haben, den Anwalt zu erschießen? Am Schluss fällt noch ein Schuss – beim Russischen Roulette als Gottesurteil.

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  • df-tatort-wien: rbb/ORF/Ali Schafler
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