Tarantino-Eklat: Politiker will Mitspracherecht bei Filmfest

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Weil Quentin Tarantino als Jury-Präsident des Filmfests Venedig Freunde bevorzugt haben soll, will Italiens Kulturminister künftig Einfluss auf die Entscheidungen nehmen.

Bei der Preisverleihung der Venediger Filmfestspiele vor einer Woche kam es zu ersten Vorwürfen gegen den US-Regisseur. Mit den Preisträgern Sofia Coppola, Alex de la Iglesia und Monte Hellman gewannen hauptsächlich Kandidaten aus dem persönlichen Umfeld Tarantinos (DF berichtete).

Jetzt meldete sich auch Italiens Kultusminister Sandro Bondi zu Wort:Der Wochenzeitung „Panorama“ sagte er am Freitag, Tarantino seiRepräsentant einer elitären, relativistischen und versnobten Kultur,welche die Gefühle und den Geschmack des italienischen Volks und seinerTradition nicht schätze. Bondi teilte mit, dass er bei künftigenFilmfestspielen ein direktes Mitspracherecht bei der Wahl derJurymitglieder wolle. Er sagte, dass die „Biennale di Venezia“hauptsächlich durch Staatsgelder finanziert werde und die italienischeKultur besser repräsentiert werden müsse.

Nach dem Bekanntwerden von Bondis Plänen kam es bereits zu erstenStimmen der Empörung. „So etwas hätte es nicht einmal während desFaschismus gegeben“, sagte Paolo Ferrari, Vorsitzender des italienischenFilmverbands ANICA laut dem Branchenportal „Variety“. Wie die Webseiteam Freitagnachmittag (Ortszeit) berichtete, zeigte sich auchFilmproduzent Riccardo Tozzi entrüstet: „So etwas verstößt gegen dieRegeln aller internationaler Festivals, wo politische Autonomiegewährleistet wird.“ Die Organisatoren der „Biennale di Venezia“äußerten sich bisher nicht zu dem Sachverhalt. [dm]

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