Arte bringt britischen Serienklassiker ab heute in die Mediathek

23
972
Arte
© Arte
Anzeige

Schon vor über 20 Jahren war das britische Fernsehen so weit, eine schwule Serie im Programm zu haben. Arte stellt das historische Zeugnis jetzt für etwa ein Jahr in seine Mediathek.

Die über 20 Jahre alte britische Serie „Queer as Folk“ gilt als erste Fernsehserie der Welt, die offen schwule Hauptfiguren hatte und deren spezielle Erlebnisse in den Mittelpunkt stellte. Es geht um drei junge Männer und ihre Abenteuer in der Schwulenszene von Manchester. Ab diesem Freitag sind alle Folgen der Originalserie in der Arte-Mediathek abrufbar.

Teenager Nathan (Charlie Hunnam) ist im Coming-out-Stress und verliebt sich beim Ausgehen in den Yuppie und One-Night-Stand-Jäger Stuart (Aidan Gillen). Stuarts bester Jugendfreund Vince (Craig Kelly) hadert derweil mit dem scheinbar typisch schwulen Lifestyle der Promiskuität, also der Lust an ständig wechselnden Partnern.

„Queer as Folk“ für ein Jahr in der Arte Mediathek abrufbar

Ausgestrahlt wurde die Serie in Großbritannien 1999 und 2000 auf Channel 4. Im deutschsprachigen Raum wurde sie einst erstmals in der Schweiz und 2008 dann auch in Deutschland beim längst wieder eingestellten schwulen TV-Sender Timm ausgestrahlt. In den USA gab es ab dem Jahr 2000 vom Pay-TV-Sender Showtime ein amerikanisch-kanadisches Remake unter demselben Titel.

Die Handlung wurde auf nordamerikanische Gegebenheiten angepasst und von Manchester nach Pittsburgh verlegt (wobei viel in Toronto gedreht wurde). Die US-Version kam bis 2005 auf fünf Staffeln. Während bei der englischen Version schon nach zehn Folgen Schluss war (acht halbstündige Episoden und zwei einstündige Abschlussfolgen).

NBC-Neuauflage in Planung

In der amerikanischen und hierzulande bekannteren Fassung wurde in mehr als 80 Episoden aus dem Leben der fünf Schwulen Brian, Justin, Michael, Ted und Emmett sowie von deren lesbischen Freundinnen Lindsay und Melanie erzählt. Im deutschen Fernsehen war die US-Serie 2006 bis 2008 bei ProSieben und dann auch bei Timm zu sehen.

Der komisch anmutende Titel der Serien leitet sich übrigens von einer nordenglischen Redewendung ab. „There’s nought so queer as folk“ bedeutet in etwa „Es gibt nichts Seltsameres als Menschen“.

Das britische Original von „Queer as Folk“ war der erste große Erfolg des Drehbuchautors Russel T Davies (58). Er hat sich inzwischen auch mit Serien wie der Polit-Science-Fiction „Years and Years“ und dem eindrucksvollen Fünfteiler „It’s a Sin“ über die Aids-Pandemie unter Schwulen in den 80er und 90ern einen Namen gemacht hat.

Erst vor ein paar Monaten hat der zu NBC Universal gehörende Streamingdienst Peacock eine Neuauflage von „Queer as Folk“ angekündigt. Diese soll in New Orleans spielen. Ob und wann diese Serie nach Deutschland kommt, ist unklar.

[Gregor Tholl]

Bildquelle:

  • Arte2: © Arte

23 Kommentare im Forum

  1. Die britische Fassung ist legendär, die US Version war gut, kommt aber an das Original nicht ran Viel Spass!!
Alle Kommentare 23 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum