Telekom spielt Bedeutung von Bundesliga-IPTV-Rechten herunter

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Die Deutsche Telekom bemüht sich nach der Schlappe bei der Ausschreibung der Bundesliga-Übertragungsrechte an der Saison 2013/14 um verbale Schadensbegrenzung. Der Verlust der IPTV-Lizenzen sei „kein großer Verlust“, erklärte Vorstandschef René Obermann auf einer Bilanzpressekonferenz.

Der Konzern könne das Thema in Ruhe angehen, weil nur etwa jeder zehnte der etwa 1,5 Millionen Kunden der IPTV-Plattform Entertain das Bundesliga-Paket „Liga total!“ gebucht habe, betonte der Konzernvorstand. „Von den Entertain-Kunden sind 11 Prozent ‚Ligal total!‘-Kunden“. Das heißt im Umkehrschluss, dass 89 Prozent nicht von der heute gefällten Entscheidung betroffen sind“, hatte Telekom-Marketingchef Christian Illek bereits Mitte April unmittelbar nach Bekanntwerden der DFL-Entscheidung erklärt.“ Es sei Zeit genug, um die Verhandlungen aufzunehmen und zu einer Einigung zu kommen.  

Im Vorfeld der Ausschreibung durch den Ligaverband hatte sich das freilich noch anders angehört. Die Telekom hatte über ihr IPTV-Engagement hinaus auch Interesse an den klassischen Broadcasting-Übertragungsrechten für Kabel und Satellit signalisiert und wollte sich zum zentralen Rechtehändler der Bundesliga aufschwingen. Geplant war, selbst nicht benötigten Lizenzen an Plattformen und Netzbetreiber weiterzuverkaufen. 
 
Um ihren Entertain-Kunden doch noch Bundesligaspiele zeigen zu können, ist die Telekom somit auf eine Einigung mit dem größten Rechteerwerber ab 2013/14, dem Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland, angewiesen. Der Anbieter hatte sämtliche Rechte für den Bereich TV, Internet und Mobile TV zugesprochen bekommen. Obermann spielte die Tragweite trotzdem herunter. Man sehe den Verhandlungen mit Sky „ganz entspannt“ entgegen, erklärte er.
 
Sky-Vorstandschef Brian Sullivan hatte der Telekom im Vorgriff auf das jetzige Szenario bereits im Februar ein Angebot zur Zusammenarbeit unterbreitet.  „Gemeinsam mit Sky können sie alle unsere Inhalte vermarkten, und wir reden hier nicht nur über die Bundesliga“hatte Sullivan in Richtung der Telekom-Manager gesagt. Und weiter: „Sie bieten es ihren Kunden an und teilen sich mit uns die Einnahmen. Das ist ein verdammt gutes Geschäftsmodell für sie“.  Planspielen der Telekom, für ihr Angebot „Liga total!“ weiterhin ein redaktionell eigenständiges Programm zu produzieren, erteilte Sullivan Anfang Mai zuletzt eine klare Absage (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).

Weitere Informationen zum Thema Bundesligarechte auf DIGITALFERNSEHEN.de:
Entscheidung: Sky erhält auch IPTV-Rechte – Telekom geht leer aus
Auf einen Blick: Die Bundesliga-TV-Rechte ab der Saison 2013/14
Zitate: Das sagen Liga- und Senderchefs zur Rechte-Vergabe
Sky: Selbstbewusstes Understatement nach Bundesliga-Coup
Kommentar: Bundesliga-Triumph – Sky zahlt einen hohen Preis
TV-Rechte: Deutsche Bundesliga lukrativer denn je[ar]

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27 Kommentare im Forum

  1. AW: Telekom spielt Bedeutung von Bundesliga-IPTV-Rechten herunter Wenn es jetzt im Nachhinein heißt, die Bundesliga sei nicht so wichtig, frage ich mich warum sich die Telekom dann so darum bemüht hat? Mehr offensichtlicher Beigeschmack bei der Äußerung geht nicht mehr. Wenn man sich vom leckeren Kuchen was verspricht und kein Stück bekommt, dann ist Schmollen ganz einfach. Nur "erwachsen"/nüchtern/sachlich scheinen mir manche Manager das nach einer Schlappe nicht nicht nehmen zu können. Niederlagen gehören dazu! Und wenn es nicht geklappt hat, liegt es am eigenen Management und nicht an den Fehlern oder der Strategie der Konkurrenz. Fehlersuche fängt im eigenen Haus an.
  2. AW: Telekom spielt Bedeutung von Bundesliga-IPTV-Rechten herunter Ist doch klar, welche Taktik dahinter steckt. Telekom versucht natürlich den Preis zu drücken um in den Verhandlungen mit Sky eine möglichst gute Position zu haben um doch noch die Bundesliga zu übertragen, wenn auch über Umwege
  3. AW: Telekom spielt Bedeutung von Bundesliga-IPTV-Rechten herunter Nur ist die Telekom in einer äußerst misslichen Lage und nicht in der Position stark auftreten zu können. sky könnte wie bisher auch ohne Telekom, wenn auch holpriger. Ob allerdings die Telekom wirklich komplett auch die BuLi verzichten will/kann steht auf einem anderen Blatt. Daher sehe ich das rosa T nicht in einer starken Verhandlungsposition nach der empfindlichen Schlappe. Aber irgenwie muss ja auch gemiaut werden.
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