Apple: Keine Überwachung durch Maßnahmen gegen Kinderpornografie

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Apple plant, mit einer neuen Technologie gegen Kinderpornografie vorzugehen. Eine Überwachung soll dadurch aber nicht stattfinden, betont der Konzern jetzt.

Apple tritt Befürchtungen entgegen, dass sein angekündigtes System zum Aufspüren kinderpornografischer Fotos für Überwachung missbraucht werden könnte. Das Unternehmen werde jegliche Versuche von Regierungen zurückweisen, das Verfahren für die Suche nach anderen Inhalten zu missbrauchen, versicherte Apple am Montag.

Der iPhone-Konzern hatte vergangene Woche Maßnahmen für mehr Kinderschutz angekündigt (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Dazu gehört auch, dass zunächst nur in den USA auf den Geräten der Nutzer Bilder mit kinderpornografischem Material entdeckt werden sollen, wenn sie den hauseigenen Online-Speicherdienstes iCloud für Fotos verwenden.

Dabei geht es nicht darum, den Inhalt aller vorhandenen Bilder zu analysieren. Stattdessen soll auf die Geräte eine Datei mit sogenannten „Hashes“ von bereits bekannten kinderpornografischen Inhalten geladen werden – eine Art digitaler Fingerabdruck des Bildes. Damit lässt sich bei einem Abgleich mit speziellen Verfahren eine Kopie des Fotos erkennen, das Original kann aus dem Hash aber nicht wiederhergestellt werden.

Bei einer Übereinstimmung werden verdächtige Bilder mit einem Zertifikat versehen, dank dem Apple sie nach dem Hochladen zur iCloud ausnahmsweise öffnen und einer Prüfung unterziehen kann. Das System schlägt erst Alarm, wenn es eine bestimmte Anzahl von Treffern gibt. Wie viele es dafür sein müssen, wird nicht öffentlich gemacht.

Wird dann bei der Überprüfung tatsächlich kinderpornografisches Material entdeckt, meldet Apple dies der amerikanischen Nichtregierungsorganisation NCMEC (National Center for Missing & Exploited Children), die wiederum Behörden einschalten kann.

Kritik an Apple

Unter anderem einige Kryptografie-Experten und IT-Sicherheitsforscher hatten kritisiert, allein schon die Schaffung eines solchen Systems öffne autoritären Regierungen die Möglichkeit, von Apple die Aufnahme anderer Inhalte in die Datenbank mit den Hashes zu fordern und damit politische Überwachung zu betreiben. Als Beispiel wurden etwa bekannte Bilder von dem gewaltsam niedergeschlagenen Protest auf dem Platz den Himmlischen Friedens in Peking 1989 genannt.

„Von uns wurde schon früher gefordert, mit von Regierungen vorgeschriebenen Änderungen den Schutz der Privatsphäre der Nutzer aufzuweichen und wir haben dies standhaft abgelehnt“, schrieb Apple in Fragen und Antworten nach der Kritik. „Wir werden dies auch in der Zukunft zurückweisen.“ Das Verfahren sei auch so konzipiert, dass nicht heimlich Hashes zu anderen Inhalten auf die Geräte geschleust werden könnten. Die Datenbank bestehe ausschließlich aus bekannten Abbildungen von schwerem Kindesmissbrauch, die von Kinderschutzorganisationen bestätigt werden.

Text: dpa/ Redaktion: JN

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28 Kommentare im Forum

  1. Dann könnten Ermittlungsbehörden jetzt ja mal dort genauer hinschauen, wo Apple Nutzer zu Android wechseln. Wenn die Technik kommt, ist doch erst einmal jeder Apple zu Android Wechsler verdächtig, oder nicht?
  2. Ich weiss ja nicht wie Apple das nennt, aber wenn Bilder auf meinem Handy überprüft werden, dann ist das für mich eine Überwachung. Auch wenn ich mich wiederhole... Ich dachte wirklich sie seien in letzter Zeit auf einem datenschutzfreundlichen Weg... Aber, vertan!
  3. Es werden die Bilder in der iCloud überprüft, nicht die auf dem Smartphone und so richtig und wichtig das Vorgehen gegen sowas ist, so fragwürdig finde ich das wer stellt sowas, einem privaten Unternehmen zur Verfügung?
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