5G-Smartphones: China dominiert deutschen Markt

17
446
© ra2 studio - stock.adobe.com
Anzeige

Mehr als die Hälfte aller Hersteller, die in Deutschland 5G-Smartphones anbieten, stammt aus China. Die Nachfrage ist noch gering, könnte aber mit dem weiteren Ausbau des 5G-Netzes und dem neuen iPhone ansteigen.

Insgesamt elf verschiedene Hersteller bieten in Deutschland 5G-Smartphones an – allein sieben davon stammen aus China. Die Nachfrage in Deutschland ist aber noch gering: Der 5G-Marktanteil liegt Schätzungen zufolge im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Auch beim Zusammenspiel von Hard- und Software gebe es laut einer aktuellen Verivox-Analyse noch Nachholbedarf.

Samsung an der Spitze

Nach Verivox-Recherchen sind in Deutschland momentan 33 5G-Smartphones zu haben (Stand 06.08.2020), weltweit sind es bereits mehr als doppelt so viele. Dass 64 Prozent der hier tätigen 5G-Hersteller chinesischer Herkunft sind, komme nicht von ungefähr: China ist der Markt mit dem höchsten 5G-Anteil, im zweiten Quartal 2020 war jedes dritte in China gekaufte Smartphone 5G-fähig.

Die meisten 5G-Smartphones insgesamt hat jedoch der koreanische Hersteller Samsung verkauft. Doch Analysten erwarten, dass Huawei Samsung noch in diesem Jahr ablöst – nicht zuletzt wegen der hohen Nachfrage in China.

Bislang habe Apple noch gezögert, doch die für den Herbst erwartete neue iPhone-Modellreihe soll wahrscheinlich erstmals im 5G-Netz funken: „Apple bleibt auch bei 5G seiner Strategie treu, innovative Techniken nicht sofort einzusetzen, sondern eine gewisse Marktreife abzuwarten“, so Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. „5G-taugliche iPhones werden dem gesamten Markt einen kräftigen Schub verleihen – ähnlich wie beim 4G-Start vor zehn Jahren.“

Altes und neues Netz in Kombination

Neben passender Hardware und Tarifen spiele auch die lokale Infrastruktur eine große Rolle für die Verbreitung der fünften Mobilfunk-Netzgeneration. Um Ausbauziele zu erreichen, stellen die Netzbetreiber an immer mehr Funkstandorten die Standards 4G und 5G parallel zur Verfügung: „So ist es den Anbietern möglich, 5G recht schnell vielen Menschen zugänglich zu machen“, sagt Theumer.

Doch der Preis für den schnelleren Ausbau in der Fläche ist hoch: Gigabit-Geschwindigkeiten sind mit der parallelen Nutzung an einem Standort nicht erreichbar. Maximal dürften ca. 200 Megabit pro Sekunde erreicht werden – das bietet jedoch bereits 4G.

Nachholbedarf

„Wenn die Geräte-Software die Frequenzen nicht verarbeiten kann, verbleiben die Smartphones auch dort im langsameren 4G-Netz, wo 5G verfügbar wäre“, so Theumer. „Aktuell spielen die Hersteller Updates ein, um ihre Geräte entsprechend nachzurüsten.“ Denn noch funken auch aktuelle 5G-Geräte nicht in jedem Teil des Netzes. Bei einigen ist ein Software-Update nötig – die Geräte waren nicht auf alle heute genutzten Frequenzbereiche ausgelegt.

Bildquelle:

  • Smartphones: © ra2 studio - stock.adobe.com

17 Kommentare im Forum

  1. Es ist einfach nur noch traurig, das Europa so gar keine Rolle mehr spielt. Setzen 6. Nicht mal mehr Sonderschulniveau, ohne hier gleich wieder einen Shitstorm auszulösen zu wollen. Wir hatten Top Handys von Siemens, Nokia, Motorolla etc.
  2. Na ja, Illinois wo Motorola herkommt, liegt jetzt nicht gerade in Europa, auf den Herstellungsort heruntergebrochen, kommen aber wohl alle 5G Geräte aus Asien (China, Korea).
Alle Kommentare 17 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum