Ex-Kika-Geschäftsführer erhebt Vorwürfe gegen den MDR

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Entlassung des Kika-Programmgeschäftsführers Steffen Kottkamp bringt neue Details über die Zustände im MDR ans Licht.

In einem Brief an die für den Kika zuständigen Intendanten von MDR und ZDF wirft der Geschasste dem Sender vor, jahrelang eine für die Buchhaltung des Kikas vorgesehene Stelle für die Programmdirektion des MDR zweckentfremdet zu haben, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

 
„Konkret hat der MDR hier über ein Jahrzehnt lang auf Kosten des Kika-Budgets eine Mitarbeiterin unrechtmäßig beschäftigt und – was viel schwerer wiegt – ein effektives Controlling und damit die Möglichkeit auf Aufdeckung der kriminellen Machenschaften aktiv unterbunden.“ Die Stelle sei erst nach der Selbstanzeige eines Produzenten umgewidmet worden.
 
Ein MDR-Sprecher bestätigte dem Magazin, dass die Stelle jahrelang für Kika und MDR verwandt worden sei. Er weist allerdings darauf hin, dass dieser Missstand bereits vor dem Bekanntwerden des Betrugsskandals entdeckt und abgestellt worden sei.
 
Kottkamp wird vorgeworfen, seinem Referenten aus schwarzen Kassen monatliche Extra-Gagen zugeschanzt zu haben, was er bestreitet. Das Geld soll von einem Produzenten stammen, für den der mittlerweile verurteilte ehemalige Herstellungsleiter im Gegenzug überhöhte Rechnungen abzeichnete.
 
Der ehemalige Kika-Programmgeschäftsführer wurde Mitte März entlassen, nachdem er im Rahmen von bekannt gewordenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Erfurt gegen ihn bereits im Dezember vergangenen Jahres beurlaubt worden war.
[fp]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: Ex-Kika-Geschäftsführer erhebt Vorwürfe gegen den MDR Beim ÖR nichts Neues! Die Hauptproblem sind zum einen, dass es bei der Besetzung wichtiger Stellen nicht immer unbedingt nach Qualifikation und Eignung, sondern nach dem Amigoprinzip geht, schließlich will man ja treue Parteisoldaten auch entsprechend mit Pöstchen belohnen - auch wenn die Füße dann zu klein für die Schuhe sind. Zum Zweiten ist da die Überfinanzierung unseres ÖR. Wenn 8 Millionen Euro bei so einem kleinen Sender, wie dem KiKa verschwinden, ohne dass dies jemand merkt geschweige denn vermisst (!!!), dann ist zum einen offensichtlich mehr als genug Geld vorhanden, zum anderen zeigt es, dass das System mit KEF eigentlich nur Alibi und Witz ist und zum Dritten, dass Contolling beim ÖR nicht nur Fremdsprache, sondern Fremdwort ist. EIn Kumpel von mir hat vor Jahren beim MDR als Student eine Zeit gejobbt. Er schüttelt noch heute über die dortigen Zustände den Kopf und ist aufgrund seiner dortigen Erfahrungen noch viel grilliger als ich, wenn es um das Thema GEZ oder Rundfunkbeitrag geht. Und dabei war er nur kleine Aushilfskraft.
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