Filmfest Toronto startet mit TV-Experiment „Dreileben“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Venedig hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht, da hebt schon Toronto seinen Vorhang. Nordamerikas größtes Filmfest beginnt mit dem deutschen Film. Nach dem TV-Projekt „Dreileben“ werden am Eröffnungstag neue Produktionen von Werner Herzog und Wim Wenders vorgestellt.

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Nach Cannes und Venedig bittet nun auch Kanadas Wirtschafts- und Kulturmetropole Toronto die Filmindustrie zu sich. Den Start überlässt das 36. Toronto International Filmfestival (TIFF) den Deutschen. Mit der Krimi-Trilogie „Dreileben“, die vor kurzem in der ARD zu sehen war, sollte das größte nordamerikanische Filmfest am Donnerstagmittag Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) seinen Vorhang heben. Am Abend standen die Premieren von Werner Herzogs Dokumentation „Into the Abyss“ und Wim Wenders‘ Doku „Pina“ über die legendäre Choreographin Pina Bausch und ihre Heimat Wuppertal auf dem Programm.
 
Für die Eröffnungsgala am späten Abend war Davis Guggenheims Dokumentation „From The Sky Down“ über die irische Rockband U2 bei ihren Plattenaufnahmen in Berlin vorgesehen. Bono und seine Kollegen sollten nach Angaben der Festspielleitung bei der Premiere des Films in der Roy Thomson Hall dabei sein. Auch George Clooney, Catherine Deneuve, Philip Seymour Hoffman, Brad Pitt, Glenn Close, Clive Owen, Salma Hayek, Kirsten Dunst und Tilda Swinton gehören zum Staraufgebot des elftägigen Filmfests.

Torontos Zuschauerpreise werden vor allem in Hollywood mit Spannung erwartet. Das TIFF gilt als Vorbote der Oscar-Verleihung im Februar. Immer wieder räumen die Gewinner des Toronto-Festivals anschließend bei den Oscars ab. So begann „Slumdog Millionär“ von Regisseur Danny Boyle vor drei Jahren seinen Siegeszug in Toronto. Auch die Romanverfilmung „Precious“ sahnte erst beim TIFF und danach in Hollywood ab. Im vorigen Jahr hatte der Film „The King’s Speech“ die Zuschauer beim Filmfest in Kanada begeistert. Auch er wurde anschließend mit dem Oscar ausgezeichnet.
 
Für Aufregung sorgte bereits im Vorfeld das vom iranischen Regime verhängte Ausreiseverbot für den Filmemacher Mojtaba Mirtahmasb. Seine 75-minütige Dokumentation „This Is Not A Film“ sollte noch am späten Donnerstag (Ortszeit) in Toronto anlaufen. In ihr stellt Mirtahmasb einen Tag im Leben seines Kollegen Jafor Panahi vor, der Einspruch gegen seine Verurteilung wegen angeblicher Propaganda gegen das iranische System erhebt. Trotz Protests der TIFF-Leitung dürfen nur die Frau und Tochter des Doku-Regisseurs der Premiere beiwohnen.
 
Bis zum Sonntag kommender Woche (18. September) steht Filmfans und Verleihern ein Programm mit 336 Beiträgen aus 65 Ländern bevor. Unter ihnen sind auch 68 Kurzfilme. Deutschland tritt mit 29 Filmen an, dabei auch etliche Koproduktionen.
 
Der TIFF-Auftakt „Dreileben“ ist eine Zusammenarbeit der Regisseure Christian Petzold („Etwas Besseres als den Tod“), Dominik Graf („Komm mir nicht nach“) und Christoph Hochhäusler („Eine Minute Dunkel“). Die drei 90-minütigen Krimis haben ein gemeinsames Motiv, aber unterschiedliche Handlungsverläufe. Sie wurden kürzlich an einem Abend hintereinander von der ARD ausgestrahlt. Werner Herzog stellt in seiner Doku „Into the Abyss“ den Todestrakt eines Gefängnisses vor. [dpa]

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