„Flaschenkrieg“ im Skisport: Sportler meiden ARD und ZDF wegen Werbeverbot

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Im von Sponsoren „zugepflasterten“ Ski-Zirkus ist das Verbot der Öffentlich-Rechtlichen für viele Sportler eine unverhältnismäßige Einschränkung. Ein Österreicher boykottierte deshalb bereits ein ZDF-Interview.

Mit dem Verbot soll Schleichwerbung verhindert werden. Diese Begründung von ARD und ZDF mutet in vielerlei Hinsicht merkwürdig an. Zum einen sind die stets gut sichtbaren Kleidungs- sowie Equipment-Ausstatter und Helm-Sponsoren den Sendern offensichtlich kein Dorn im Auge, zum anderen drücken die Öffentlich-Rechtlichen auch gern ein Auge zu, wenn Sportler wie der deutsche Ski-Fahrer Thomas Dreeßen ihren Flaschen-Sponsor auf einem Schal anstatt auf dem verbotenen Objekt präsentieren.

Generell sind ja nicht nur Ski-Rennpisten, sondern auch Fußballstadien, Formel-1-Strecken und viele, viele andere Sportarten überwuchert mit Werbung. Dass seine Trinkflasche zum corpus delicti hoch stilisiert wurde, passte dem österreichischen Sieger des Weltcup-Rennens in Gröden, Vincent Kriechmayr, denn auch überhaupt nicht. Er boykottierte ein Interview mit dem ZDF.

Andere Ski-Fahrer könnten seinem Beispiel folgen. Der Schweizer Profi Daniel Yule pflichtete bereits Kriechmayr bei. Auch das deutsche „Aushängeschild“ Dreeßen äußerte seine Sympathie. Der ebenfalls öffentlich-rechtliche ORF aus Österreich zeigt sich im Flaschenkrieg entspannter als die deutschen Kollegen und genehmigt weiterhin auch das Zeigen der Sponsoren auf den Trinkflaschen. Man bezeichnet die Debatte aber auch dort zumindest als „Balanceakt“.

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10 Kommentare im Forum

  1. Ein weiterer Fall von ÖRR mit einem Stock im Arsch. Tut mir leid, aber das Werbeverbot sollte nur für die Sender gelten, wenn sie selbst Werbung zeigen. Und allgemein, was gemacht wird um mutmaßliche Schleichwerbung zu vermeiden, spottet jeder Beschreibung. Nicht nur bei den ÖRR, sondern teilweise auch bei den Privaten (und nicht unbedingt bei der eigentlichen Werbung).
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