Fußball-Übertragungsrechte: DFL drohen Riesenverluste

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Am Wochenende endet die Versteigerung der Fußball-Medienrechte. Doch die Bieter werfen diesmal deutlich weniger in den Topf – nicht nur wegen Corona.

Corona hat die Fußballwelt schon zu genüge durcheinander gebracht. Auch auf die Auktion der Übertragungsrechte dürfte sich die Krise auswirken: Die Angebote von Sendern und Streamingdiensten für Bundesliga und Zweite Liga sind diesmal um einiges verhaltener als zuvor, berichtet Kicker.

Schon vor der Corona-Krise war der Markt für Übertragungsrechte international um einiges gezügelter. Trotzdem hätten die deutschen Klubs damals noch mit mindestens 5,4 Milliarden Euro für den Vierjahreszeitraum ab Sommer 2021 gerechnet. Dieser Betrag ergab sich aus vier mal 1,35 Milliarden Euro – der Summe, die im laufenden Vertrag für die Spielzeit 2020/21 vereinbart worden war. Doch laut Kicker sind schon für die kommende Saison nur 1,2 Milliarden Euro – also 150 Millionen Euro weniger – im Spiel. Ob im Durchschnitt überhaupt wie zuletzt mehr als eine Milliarde pro Saison fließen werde, sei fraglich.

Schuld daran seien unter anderem Investitionen in Hygienekonzepte, die Trennung vom bisherigen Partner Eurosport und geringere Zahlungen anderer DFL-Partner. Warum die DFL trotzdem gerade jetzt die Medienrechte ausschreibt? Potentielle Rechte-Inhaber brauchen ein Jahr Vorbereitung auf den Sendestart, bestehende Partner können den Kunden Zweijahresverträge (2020/21 und 2021/22) anbieten.

Generell werde sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung voraussichtlich auch eher weiter verschlechtern, was auch am Medienmarkt nicht spurlos vorbei gehen dürfte. Abgesehen davon könnte die internationale Vermarktung niedrigere Erlöse abwerfen als zuvor. Schon in dieser und kommender Spielzeit gehen dabei je 60 Millionen Euro weniger über den Tisch als ursprünglich abgemacht. Doch ein mögliches Minus im einstelligen Bereich beim neuen nationalen Medienvertrag wäre im internationalen Vergleich sogar noch harmlos.

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28 Kommentare im Forum

  1. Sollte es Corona tatsächlich geschafft haben, diese Raff-Gier nach immer mehr Kohle zumindest Einhalt zu gebieten, hätte es sogar was positives gehabt.
  2. Hallo, warum sollte es der DFL in der Coronakrise auch anders ergehen als anderen Unternehmen. Fast alle haben zu kämpfen. Permanentes Wachstum ist Wunschdenken.
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