Gage von MDR-Fernsehballett-Auftritt in Grosny wird gespendet

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Gage für das umstrittene Gastspiel des MDR-Fernsehballetts für den Chef der tschetschenischen Republik, Ramsan Kadyrow, soll gespendet werden. Das Geld geht an „Reporter ohne Grenzen“.

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Der scheidende Intendant Udo Reiter betonte bei der Klausur in Friedrichroda, der Auftritt in Gosny sei nicht zu entschuldigen. Er wirke sich nachteilig auf das Ballett, seine Gesellschafter und den MDR aus, dessen Namen das Ensemble trage.

Bei einer für Dienstag angesetzten Gesellschafterversammlung solle dafür geworben werden, das Auftritts-Honorar für die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ zu spenden. Rundfunkrats-Vorsitzender Johannes Jenichen betonte, „der Imageschaden, den der MDR durch den Auftritt erlitten hat, ist zwar nicht aus der Welt zu schaffen. Aber durch die Spende der Gage für eine Organisation, die sich gerade im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen verdient gemacht hat, kann ein deutliches Zeichen in der Öffentlichkeit gesetzt werden“.

Sechs Mitglieder des Balletts hatten am 5. Oktober in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny bei der Gala zum 35. Geburtstag von Kadyrow getanzt (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). Menschenrechtler werfen dem kremltreuen Machthaber Folterungen, Vergewaltigungen und Verschleppungen vor. An der Geburtstagsparty hatte mit den Schauspielern Hilary Swank und Jean-Claude van Damme auch Hollywood-Prominenz teilgenommen, ebenso wie die Star-Geigerin Vanessa Mae.
 
Die sechs Tänzer waren laut MDR von einer externen Agentur für die Eröffnung eines Gebäudekomplexes gebucht worden. Der MDR ist über eine Tochtergesellschaft zu 40 Prozent an der MDR Deutsches Fernsehballett GmbH (Berlin) beteiligt. [dpa/su]

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