Geschasster WDR-Korrespondent lässt Klage fallen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nachdem er nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung fristlos entlassen worden war, hatte ein nicht namentlich bekannter WDR-Korrespondent zunächst geklagt. Nun scheint die Streitsache um den langjährigen Mitarbeiter des westdeutschen Rundfunks außergerichtlich beigelegt worden zu sein.

Er soll Kolleginnen ungefragt Pornofilme vorgeführt und ihnen teils anzügliche Nachrichten geschickt haben – daraufhin wurde ein Auslandskorrespondent des WDR fristlos gekündigt. Das ganze ereignete sich im Mai (DIGITAL FERNSEHEN berichtete) und zog eine Klage des Geschassten nach sich.

Der 60-jährige Journalist war bereits im April mit öffentlichen Vorwürfen seitens zweier Kolleginen konfrontiert worden, er habe sie sexuell belästigt und die Macht seiner Position dazu missbraucht. Nun hat der Ex-Korrespondent die Klage gegen seine Entlassung wohl zurückgezogen.

Weiteren Mitarbeitern des WDR wurden damals ähnliche Vergehen zur Last gelegt: Der damalige Programmchef für Fernsehfilme und Serien, Gebhard Henke, war ebenfalls im unmittelbaren zeitlichen Umfeld über ähnliche Vorwürfe gestolpert und mittlerweile entlassen.

Das wiederholte Auftreten solcher Fälle von Machtmissbrauch und sexueller Übergriffigkeit im Kontext der Medienbranche legt nahe, dass vorhandene Strukturen ausreichend Täterschutz gewährleisten – und Opfer oft alleine dastehen. Dies bestätigte auch die frühere EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies in ihrer Funktion als externe Gutachterin beim WDR, die dort im Rahmen interner Ermittlungen eingesetzt wird.

[rs]

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