Kabel Deutschland begrüßt Übernahme von Kabel BW durch Liberty

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die geplante Übernahme von Kabel BW durch die Liberty-Global-Tochter Unitymedia hat einen unerwarteten Fürsprecher gefunden: Der größte deutsche Netzbetreiber Kabel Deutschland begrüßt die derzeit vom Bundeskartellamt geprüfte Übernahme als positiven Impuls für die Kabelbranche.

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„Wir brauchen einen Wettbewerb auf Augenhöhe mit der Deutschen Telekom. Deshalb sehen wir auch die Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia durchaus positiv, da sie den Infrastrukturwettbewerb stärken würde“, zitierte das „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe) den KDG-Vorstandsvorsitzenden Adrian von Hammerstein. Nach Einschätzung des Managers fördert eine Konsolidierung im Kabelmarkt die Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Infrastrukturen.
 
Unter anderem biete der Ausbau bislang nicht flächendeckend vom Breitbandkabel erschlossener Regionen, insbesondere in den östlichen Bundesländern, viel Potenzial. „Dieses Potenzial lässt ich aber ohne eine Konsolidierung der dort immer noch stark fragmentierten Kabelnetze wirtschaftlich nicht erschließen“, sagte von Hammerstein dem Blatt und appellierte an die Politik, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen. Nur mit Hilfe der Kabelbranche könne das Ziel der Bundesregierung, bis 2014 mindestens 75 Prozent der Haushalte mit 50-MBit-Zugängen zu versorgen, nicht verwirklicht werden, warb von Hammerstein für den Zusammenschluss der kleineren Konkurrenten.
 
Der Unitymedia-Mutterkonzern Liberty Global hatte sich noch Mitte September optimistisch gezeigt, dass das Bundeskartellamt die 3,16 Milliarden Euro schwere Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia durchwinkt. Dabei verläuft das Genehmigungsverfahren ganz und gar nicht nach dem Geschmack des Medienkonzerns. Statt dem erwarteten Pro-Forma-Okay der EU-Kommission in Brüssel hatte die Behörde den Fall zu vertieften Prüfung an das Bundeskartellamt in Bonn verwiesen (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).

Im März hatte der US-Kabelkonzern die Absicht erklärt, Deutschlands drittgrößten Kabelnetzbetreiber zu einem Preis von 3,16 Milliarden Euro zu übernehmen. Liberty hatte unter anderem eine Offerte des Finanzinvestor CVC aus dem Feld geschlagen. Mit dem Aufkauf von Kabel BW will der Konzern des Medienmoguls John Malone zum deutschen Marktführer aufsteigen.
 
Thomas Ebeling, CEO der Pro Sieben Sat 1 Media AG, machte bereits im August keinen Hehl daraus, dass er dem Verkauf von Kabel Baden-Württemberg an Liberty Global kritisch gegenüber steht. Er bevorzuge einen mehr fragmentierten Markt. „Wenn es neben Google, einem Satellitenbetreiber, den Öffentlich-Rechtlichen und den führenden Mediaagenturen in Zukunft nur noch zwei Kabelnetzbetreiber gibt, kann man schon davon reden, dass wir von Monopolisten umgeben sind“, sagte Ebeling. Auch der Kabelverband FRK und der Bezahlanbieter Sky  warnten vor einer Wettbewerbsverzerrung.
 
Im Hinblick auf den Telekommunikationsmarkt spielte der CEO der internationalen Tochter Liberty Media, Mike Fries, sein Unternehmen trotz eines konzernweiten Jahresumsatzes von mehr als 10 Milliarden Dollar im Vergleich zum „Giganten“ Telekom als „Zwerg“ herunter, dem Experten keine marktbeherrschende Rolle zuschreiben könnten. Für den Kunden hätte die Konsolidierung im deutschen Kabelmarkt zudem Vorteile, da sie den Wettbewerb zwischen Telefon-, Satelliten- und Kabelkonzernen fördere. Kunden müssten für die gleiche Leistung weniger Geld bezahlen. [ar]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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13 Kommentare im Forum

  1. AW: Kabel Deutschland begrüßt Übernahme von Kabel BW durch Liberty Ich hoffe doch dass das Bundeskartellamt das doch etwas kritischer sieht und der Übernahme NICHT zustimmt. Denn sollte die Übernahme durchgehen sehe ich schwarz für die Kunden von KabelBW. Stichwort Grundverschlüsselung
  2. AW: Kabel Deutschland begrüßt Übernahme von Kabel BW durch Liberty War klar. KD ist nichts weiteres als ein dem Saftladen fast ebenbürtiger SAUHAUFEN. KabelBW hat sich zum HD-MUSTERANBIETER hochgearbeitet und ist der ganzen HEUSCHRECKENBRANCHE nichts weiteres als ein DORN IM AUGE. KD will den einzigen Groß-KNB, der Kundenwünsche RESPEKTIERT, vernichtet sehen, egal von wem. KD ist natürlich DESOLAT PLEITE und kann eine feindliche Übernahme nicht stemmen. Doch ist man dort wirklich so doof und denkt, der SAUHAUFEN VON DER AACHENER STRASSE hätte noch Geld im Portmonaie... Dabei steht der Saftladen kurz vor dem FINANZIELLEN INFARKT. Die Übernahme dient bei UM nicht dem Zweck der Expansion, man erhofft sich dadurch eine UMSCHULDUNG. Es wird einfach für die Übernahme neues Geld geliehen, nicht nur dafür, sondern um das gesamte Unternehmen wieder liquide zu machen und Managerboni auszahlen zu können. Man kann aber Schulden nicht mit neuen Schulden bekämpfen. Unitygurkenmedia hat seine Aufgaben nicht gemacht! Der einzige Ausweg in NRW und Hessen ist jetzt DIE GEORDNETE INSOLVENZ UNITYMEDIAS und die Rückführung des Staatskabelnetzes an das Volk, betrieben durch die Gemeinden. Erst dann fallen die behinderten Verschlüsselungen der Vernunft zum Opfer und wir holen aus dem Kabel alles raus, was technisch möglich ist! NIEDER MIT DEN KNBS! Verjagt die Heuschrecken aus Deutschland!!!
  3. AW: Kabel Deutschland begrüßt Übernahme von Kabel BW durch Liberty Dann wird wohl der vorbildliche HDTV Ausbau etwas abgebremst oder wie Frau Merkel sagen würde - Wachstumsbeschleunigungsgesetz.
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