Nach Gottschalk-Skandal: Finanzprüfung bei ARD & ZDF

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Moderatoren, die Millionengagen aus dem Rundfunkbeitrag erhalten, ohne eine erkennbare Gegenleistung dafür zu erbringen: Der Fall Gottschalk hat derartige Praktiken bei den Öffentlich-Rechtlichen erst vor Kurzem aufgezeigt. Nun steht sowohl ARD als auch ZDF eine Finanzprüfung durch die Rechnungshöfe bevor.

Millionengagen für Moderatoren ohne erkennbare Gegenleistung bei den Öffentlich-Rechtlichen: die Millionenabfindung für Thomas Gottschalk hat gezeigt, wie lasch ARD und ZDF mit den Beitragsgeldern umgehen. Kein Wunder, dass sich die Öffentlichkeit fragt, was mit ihren erbrachten Beitragszahlungen passiert. Nach Angaben der Tageszeitung „FAZ“ steht ARD und ZDF nun eine Finanzprüfung bevor. Beide Sendeanstalten sollen den Rechnungshöfen ihre Finanzen vorlegen müssen.

Derartige Prüfungen hatte es schon in der Vergangenheit gegeben. Erst im April letzten Jahres führten die Rechnungshöfe von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine derartige Rechnungsprüfung bei Arte durch. Dabei wurden aus Sicht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) unwirtschaftliche Ausgaben des Spartensenders deutlich: Üppige Gehälter der Angestellten im Vergleich zu anderen öffentlich-rechtlichen Sendern sowie Millionenverschwendungen aufgrund ungenutzter Senderechte.
 
Um derartigen Prüfungen entgegenzuwirken, verweisen die Sender auf die Rundfunkfreiheit und die Autonomie des Programms. In einem Gutachten ist der wissenschaftliche Dienst des Bundestages nun jedoch zu dem Schluss gelangt, dass die ARD und das ZDF eine derartige Finanzprüfung durch die Rechnungshöfe zulassen müssen. Dabei beschränkt sich die Forderung nach Offenlegung der Finanzen nicht nur auf die beiden Sendeanstalten selbst, auch die privaten Töchter – wie die WDR Mediagroup – sollen durchleuchtet werden.
 
Im Finanzskandal um Thomas Gottschalk war dem Moderator die Gage für seine gefloppte Talkshow „Gottschalk live“ in voller Höhe gezahlt worden, obwohl die Sendung aufgrund schwacher Quoten vorzeitig eingestellt worden war. 2,7 Millionen Euro hatte Gottschalk auf diese Weise für Sendungen kassiert, die nie stattgefunden hatten. Zumal die Sendung in einem Vorab-Dokument des Westdeutschen Rundfunks (WDR) als Misserfolg eingeschätzt worden war. [kw]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

5 Kommentare im Forum

  1. AW: Nach Gottschalk-Skandal: Finanzprüfung bei ARD & ZDF ... nur wurde die Gage Gottschalks nicht aus den Rundfunkgebühren bezahlt, sondern von der kommerziellen WDR-Tochter WDR Media Group ...
  2. AW: Nach Gottschalk-Skandal: Finanzprüfung bei ARD & ZDF Die wird ebenfalls durchleuchtet. Wieso schließt der WDR auch solche Verträge ab?
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