Neue Bildungsmöglichkeiten durch moderne Medien

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Die digitale Welt steckt voller Möglichkeiten. Nicht nur in Sachen Entertainment haben digitale Formate viel zu bieten, auch in Sachen Bildung ermöglichen die heutigen technischen Möglichkeiten neue Perspektiven.

Ob über das Internet, das klassische Fernsehprogramm oder über OTT-Dienste und Mediatheken – die Bandbreite an Inhalten für den Bildungsbereich ist riesig.

Neue Möglichkeiten für Bildung

Das Wissen liegt auf der Straße. Dieser nicht mehr ganz taufrische Leitsatz hat auch heute noch seine Berechtigung, allerdings sind im digitalen Zeitalter wohl eher die Datenautobahnen gemeint. Tatsächlich ist es heute möglich, umfangreiches Wissen zu nahezu jedem Thema in der digitalen Welt zu finden. Wer Zugang zum Internet hat, dem steht ein fast unbegrenzter Wissensschatz zur Verfügung. Beispielsweise durch Projekte wie Wikipedia, der weltweit größten, frei zugänglichen Enzyklopädie, eröffnen sich völlig neue Perspektiven für Bildung.

Vor allem die jüngeren Generationen, die so genannte „Generation Z“ oder die „Millennials“, die bereits mit digitalen Medien aufwachsen, wissen sich dieser Möglichkeiten zu bedienen. Man ist flexibel, digital bestens vernetzt und selbstbewusst und damit das perfekte Publikum für digital aufbereitetes Wissen. Über YouTube und andere Mediatheken ist es heute möglich, sich Informationen zu jedem beliebigen Fachgebiet einzuholen  und sich Fähigkeiten und Kenntnisse autodidaktisch beizubringen. Die Bandbreite der digital zur Verfügung gestellten Inhalte ist enorm, ebenso allerdings die Variabilität in qualitativer Hinsicht. Digitales Wissen kann die gesellschaftliche Bildung nach vorne bringen, allerdings nur, wenn die richtigen Quellen angezapft werden. 

Tutorials bei Youtube 

Stricken lernen, Ölwechsel beim Auto, die Steuererklärung oder Pauken für die nächste Matheklausur – ganz gleich, in welchem Themenbereich Wissenslücken gefüllt werden müssen, im Internet gibt es garantiert ein Tutorial, eine Doku oder einen Kanal dafür. An Quellen für digitales Wissen mangelt es sicher nicht.  Die wohl beliebteste und am häufigsten gewählte Anlaufstelle für Lern- und Erklärvideos ist sicherlich die Videoplattform YouTube, die zum Google-Konzern Alphabet gehört. Mit unzähligen privaten und kommerziellen Kanälen ist YouTube der Branchenprimus in Sachen Bewegtbildinhalte – und eben auch bei (meist) kostenlosen Lerninhalten. Von der wissenschaftlichen Doku über Videoblogs bis hin zur Do-It-Yourself-Anleitung für weihnachtliches Basteln oder die perfekte Maniküre, wirft eine einfache YouTube-Suche eine ungeheure Menge an frei verfügbarem Videomaterial aus. Diese Bedeutung haben auch Stellen mit offiziellen Bildungsauftrag erkannt. So finden sich heute zum Beispiel auch Kanäle des Deutschen Bildungsservers und der Bundeszentrale für politische Bildung auf YouTube. Damit befinden sie sich in guter Gesellschaft. So gut wie jede namhafte Institution oder Einrichtung nutzt heute die Reichweite der Video-Plattform. 

Over-the-top Content (OTT)

Die Abkürzung OTT steht für „Over-the-top Content“ und bezeichnet die Übermittlung von Video- und Audioinhalten über das Internet. Ein wesentlicher Punkt besteht darin, dass bei OTT kein Internet-Provider oder IPTV-Anbieter an der Bereitstellung und Verbreitung der Inhalte beteiligt ist. Die Betreiber einzelner Kanäle sind, im Rahmen gewisser rechtlicher Grundvoraussetzungen, selbst dafür verantwortlich, Inhalte zu generieren und ihrer Nutzerschaft zur Verfügung zu stellen. Es gibt sowohl kostenpflichtige, also auch kostenfreie, meist durch Werbung finanzierte, OTT-Dienste. Zu den bekanntesten Angeboten in Deutschland zählen beispielsweise Zattoo oder Waipu.tv. Der große Vorteil dieser Plattformen: auch kleine Spartensender haben durch sie Zugang zu einer großen Nutzerschaft, so dass auch Spezialsender mit Themenschwerpunkte wie Kochen, Reisen oder Wissenschaft gefunden werden können. Somit findet man bei OTT-Diensten zahlreiche Lerninhalte zu den verschiedensten Themengebieten. 

Die freie Wahl über Mediatheken

Eine andere Form von digitaler Wissensvermittlung bieten Mediatheken. Diese Angebote stellen in der Regel die Sendungsinhalte klassischer Fernsehsender in digitaler Form zur Verfügung. In Mediatheken können neben Live-Streams beispielsweise ausgestrahlte Sendungen oder Sonderformate wie Wissenschaftsdokumentationen auf Knopfdruck abgerufen werden. Diese können zudem mit zusätzlichen Informationen angereichert werden. Der Zugriff auf entsprechende Inhalte ist jedoch häufig nur zeitlich begrenzt möglich, da die Inhalte unterschiedlichen Lizenzregelungen unterliegen. Dennoch erhält man über ein modernes Smart-TV Zugriff auf unzählige Dokumentationen und Wissenschaftssendungen. Vor allem die öffentlich rechtlichen Sender wie ARD, ZDF, 3sat und Arte tun sich in diesem Bereich hervor. 

eLearning in der modernen Arbeitswelt

Auch Unternehmen haben das Potenzial von digital vermitteltem Wissen erkannt. Sowohl im Marketingbereich als auch in der unternehmensinternen Kommunikation und der Aus- und Weiterbildung werden Erklärvideos mit individuellen Inhalten immer häufiger eingesetzt. Über vordefinierte und auf die Unternehmensphilosophie angepasste Inhalte lassen sich Teile von Ausbildung und Einarbeitung sowie interner Weiterbildung automatisieren und einmal aufbereitetes Wissen kann auf gleichbleibend hohen Niveau weitergegeben werden. 

So wertvoll ist digitales Lernen wirklich

Tatsächlich gehen die Meinungen zum digitalen Lernen und seinem langfristigen Wert auseinander. Dass digital aufbereitete Inhalte vor allem die jüngere Generation dazu anregen, gezielt zu lernen, ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. Eine Studie des Rates für kulturelle Bildung hat gezeigt, dass etwa 86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen digitale Plattformen wie YouTube gezielt zum Lernen nutzen. Im Vordergrund stehen dabei die Vertiefung und Wiederholung von Lerninhalten. Wichtig ist für die Schüler aber vor allem, dass die Inhalte ansprechend aufbereitet sind und die Erklärvideos auch einen gewissen Unterhaltungswert haben. 

Um die Möglichkeiten von eLearning-Plattformen besser ausschöpfen zu können, fordern die Mitglieder des Expertengremiums, das die Studie durchgeführt hat, einen gezielte aber kritische Förderung in der Schule: „Man kann, wenn man das Medium schulseitig bewusst einsetzt, Unterricht anders aufbauen und auf diese Weise mehr Platz für individuelle Fragen und für Reflexion im Unterricht finden“, so Eckart Liebau vom Rat für Kulturelle Bildung im Gespräch mit ader Zeit.

Pädagogen und eLearning-Experten sehen verschiedene Vorteile im digitalen Lernen. So sind die Inhalte beispielsweise immer dann verfügbar, wenn Zeit zum Lernen ist. Einzelne Teile oder ganze Themenblöcke können immer wieder von vorne angeschaut und damit intensiver verinnerlicht werden. Außerdem kann eine gezielte und komprimierte Auswahl relevanter Themenbereiche getroffen werden. Ein großer Vorteil ist laut den Pädagogen auch die Möglichkeit einer individuellen, zielgruppengerechten Aufbereitung von Lerninhalten innerhalb der Videos. Damit lässt sich die Aufmerksamkeitsspanne erhöhen und auch die Aufnahmefähigkeit der unterschiedlichen Lerntypen besser ausschöpfen. Eine weitere Stärke von Erklärvideos liegt Wissenschaftlern zufolge im direkten Zeitbezug, den ein Lehrbuch nicht bieten kann. Damit können Lernvideos die wichtige Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen und Lernende nicht nur auf kognitiver, sondern auch auf emotionaler Ebene mit wertvollem Input versorgen.

Bildquelle:

  • Streaming-Internet-TV: © Victoria - Fotolia.com

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