Neuer MDR-Intendant gewählt – Amtsantritt lässt noch auf sich warten

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Ralf Ludwig MDR-Intendant
© MDR/Kirsten Nijhof

Es gab nur einen Kandidaten – und der bekam den Zuschlag. Ralf Ludwig wird neuer MDR-Intendant. Im Herbst tritt er die Nachfolge von Karola Wille beim Mitteldeutschen Rundfunk an.

Der bisherige Verwaltungsdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Ralf Ludwig, wird neuer Intendant des ARD-Senders. Der MDR-Rundfunkrat wählte Ludwig am Montag in Leipzig für eine Amtszeit von sechs Jahren zum Nachfolger von Karola Wille, die Ende Oktober aus dem Amt scheidet. Ludwig war der einzige Kandidat.

Der 54-Jährige schaffte bei der Wahl die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit knapp: Von den 48 anwesenden Rundfunkratsmitgliedern stimmten 33 mit Ja, 12 stimmten gegen Ludwig, 3 enthielten sich. Für die Wahl waren 32 Ja-Stimmen nötig. Ludwig war im Januar einstimmig vom MDR-Verwaltungsrat als Nachfolger von Wille vorgeschlagen worden.

Umstritten: Neuer MDR-Intendant holt nur eine Stimme mehr als nötig

Er kündigte an, die Akzeptanz des ARD-Senders in der Bevölkerung verbessern zu wollen. Es sei „Aufgabe und Verpflichtung zugleich, Vertrauen der Menschen in die Berichterstattung zu stärken und verlorenes zurückzuholen“, sagte Ludwig vor seiner Wahl.

Zudem wolle er den Transformationsprozess des MDR „konsequent“ fortsetzen. „Fest steht: Die digitale Transformation der Medien kehrt sich nicht mehr um“, sagte Ludwig. Ein ausgewogenes Verhältnis von linearen Inhalten und Online-Angeboten sei das Ziel. Der MDR sei beim Ausbau der digitalen Angebote aber noch „zu kleinteilig und zu langsam unterwegs“. Auch müsse das strukturelle Defizit des Senders behoben werden.

Ludwig ist seit 2015 Verwaltungsdirektor des MDR und hatte damit schon einen der höchsten Posten bei der Drei-Länder-Anstalt inne. Für den MDR ist der Diplom-Kaufmann seit 1999 in unterschiedlichen Funktionen tätig. Ludwig wurde 1968 in Borna bei Leipzig geboren.

MDR laut Ludwig digital „zu kleinteilig und zu langsam unterwegs“

Der MDR-Gesamtpersonalrat hatte sich kritisch zum Auswahlverfahren geäußert und eine mangelnde Einbindung beklagt. Es sei weitgehend nur im Kreis der Verwaltungsräte erfolgt, hieß es in einem Schreiben an den Rundfunkrat. Auch müssten die künftigen Vertragskonditionen auf den Prüfstand kommen.

Laut Verwaltungsrat waren 29 Bewerbungen für den Intendantenposten eingegangen. Die Vorsitzende des MDR-Verwaltungsrats, Birgit Diezel, hatte bei der Nominierung Ludwigs hervorgehoben, dass dieser über «exzellente medienpolitische Kenntnisse und insbesondere durch seine Tätigkeit als MDR-Verwaltungsdirektor über eine langjährige Führungs- und Managementerfahrung mit hoher Budgetverantwortung im MDR» verfüge.

Der Mitteldeutsche Rundfunk ist eine der mittelgroßen ARD-Anstalten. Das Sendegebiet erstreckt sich über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Sender wurde nach der Wende gegründet und startete 1992. Erster Intendant des MDR war Udo Reiter, der 2011 von Karola Wille abgelöst worden war. Der Vertrag der 63-Jährigen läuft Ende Oktober aus. Sie strebte keine dritte Amtszeit an.

Bildquelle:

  • df-ralf-ludwig-mdr-intendant: ARD-Foto

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