Neustart bei Watchever?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Streaming-Anbieter Watchever steht offenbar vor einem Neustart. Mit dem Wechsel der Führungsspitze könnte der französische Mutterkonzern Vivendi in Zukunft einen größeren Einfluss auf den VoD-Dienst ausüben. Wie die Strategie für die Zukunft aussehen soll, ist allerdings im Moment völlig unklar.

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Der Video-on-Demand-Dienst Watchever war Anfang 2013 gestartet und hatte den deutschen Markt dabei ordentlich aufgewirbelt. Innerhalb kürzester Zeit konnte sich der Anbieter dabei als dritte Größe neben neben Maxdome und Lovefilm (mittlerweile Amauon Prime Instant Video) etablieren. Mit einem monatlich-kündbaren Abo-Modell, einem breiten Angebot und einer Verfügbarkeit auf vielen Endgeräten kopierte Watchever dabei weitestgehend eine Erfolgsformel, mit der Netflix in den USA zuvor riesige Erfolge gefeiert hatte. Mit einem großen Knall, so schien es eine Zeit lang, weckte ein neuer Big-Player den deutschen VoD-Markt aus seinem Dornröschenschlaf.

Doch das Konzept ging offenbar nicht in der gewünschten Art und Weise auf. Im Jahr 2014 schien es für Watchever weit weniger Rund zu laufen, als es noch 2013 den Anschein gehabt hatte. Erschwert wurde die Marktsituation bereits im Februar mit der Umstellung von Lovefilm auf Amazon Prime Instant Video durch Amazon. Hinzu kamen der Markteinstieg von Sky Snap und nun auch der Start von Netflix in Deutschland. 
 
Watchever hingegen musste laut Medienberichten allein 2013 einen Verlust von 66 Millionen Euro verbuchen. Im ersten Quartal 2014 kam nochmals ein Minus von 21 Millionen Euro hinzu. Im Juni, als der Deutschlandstart von Netflix bereits offiziell bestätigt war, kamen schließlich erstmals Gerüchte auf, wonach Vivendi, der französische Mutterkonzern von Watchever, einen Käufer für den Streaming-Dienst suchen soll. Offiziell bestätigt wurden diese nie, doch spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde klar, dass es für Watchever aus Sicht von Vivendi nicht so lief, wie man sich das wohl vorgestellt hatte. Neuausrichtung oder Verkauf?

Nun soll der Neustart erfolgen: Das bisherige Führungsteam um die Unternehmensgründer Stefan Schulz und Sabine Anger muss dafür seinen Platz an der Spitze räumen.Der Kurs der beiden entsprach offenbar nicht mehr den Vorstellungen desfranzösischen Mutterkonzerns. Dafür, dass in Zukunft ein anderer Wegbei Watchever eingeschlagen werden könnte, spricht nun die Tatsache,dass der neue Geschäftsführer Karim Ayari direkt von Vivendi nachDeutschland entsandt wird. Ob er sich mit der Online-Videothek gegen dieimmer größer werdende Konkurrenz in Deutschland behaupten kann, wirdsich zeigen müssen. Auch ein Verkauf scheint weiterhin einewahrscheinliche Option zu sein, schließlich verantwortete Ayari bei Vivendi bislang unter anderem den Geschäftsbereich Mergers & Aquisitions und kann damit als Experte für Unternehmenstranaktionen gelten. 
 
In den vergangenen Monaten schien es, als würden andere Anbieter dasTempo vorgeben und auch in den Schlagzeilen schien Watchever gegenüberAmazon, Maxdome, Snap und Co. eine kleinere Rolle zu spielen. Wohin dieReise für Watchever geht, wird die Zukunft zeigen. [ps]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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13 Kommentare im Forum

  1. AW: Neustart bei Watchever? Kofler??? Juhuu, dann gibt es ja bald einen extra Cappuccino gratis für uns. Ach schmarrn, umgekehrt. Einen extra Cappuccino für Watchever von uns. Immer wenn ich Kofler lese, muss ich an Cappuccino denken. Wieso wohl?
  2. AW: Neustart bei Watchever? Yeah...Schorsch ist zurück. Endlich mal wieder einer mit Visionen und nicht so ein Erbsen-/Eurozähler Vielleicht gibts ja dann auch die "Watchever Kofler" Programmzeitschrift.
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