Pünktlicher Start von ORF 3 ungewiss – Streit um Transponder

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Sendestart des neuen ORF Info- und Kulturkanals ORF 3 wird sich möglicherweise verschieben. Auf der jüngste Sitzung der ORF-Direktoren entfachte sich eine Diskussion über die zukünftigen Frequenzen des Spartenkanals.

Der neue Info- und Kultursender soll die Nachfolge des Reise- und Wetterkanals TW 1 antreten und folglich auch dessen Frequenzen übernehmen. Der Sportsender ORF Sport Plus, mit dem sich TW 1 derzeit einen 24-Stunden-Kanal teilt, erhebt allerdings ebenfalls Ansprüche auf den Programmplatz, teilte die österreichische Zeitung „Der Standard“ in ihrer Wochenendausgabe mit.
 
Das Hauptproblem bestehe darin, dass die derzeitige Kanalbelegung in gut 90 Prozent der österreichischen Haushalte abgespeichert sei. Der Spartensender, der eine neue Frequenz erhalten soll, müsse seinen neuen Sendeplatz demzufolge erst einmal beim Publikum bekannt machen.

Während die Frequenzfrage im Kabelnetz zugunsten von ORF 3 und über Antenne (für ORF Sport Plus) einigermaßen klar seien, würden sich die beiden Spartenkanäle um die Verbreitung über Satellit streiten. Die Problematik liege vor allem darin, dass ein weiterer Satellitentransponder jährlich rund eine Million Euro kosten würde, die sich der Österreichische Rundfunk nicht leisten will. Daher könne über Satellit nur einer der beiden 24-Stunden-Sender verbreitet werden.
 
Eine theoretisch denkbare Transponderteilung mit zwei unterschiedlichen Zeitfenstern birgt ebenfalls Konfliktpotenzial. Hauptstreitpunkt sei hierbei der 19-Uhr-Sendeplatz. Auf diesem werde das Regionalformat „Bundesland heute“ gezeigt. Für die Sendung könnten jedoch eventuelle Live-Übertragungen des Sportkanals nicht gestoppt werden, hieß es auf der Sitzung.
 
Während ORF Sport Plus mit den Live-Übertragungen um den Satellitenplatzwirbt, verwies ORF 3 in der Direktorensitzung vor allem auf seinen höheren Altersdurchschnitt. Dem älteren Publikum fiele das Durchführen einesSendersuchlaufs schwerer als den jüngeren, sportaffinen Zuschauern, hieß es.
 
Derzeit prüfe die Medienbehörde noch das Senderkonzept und wolle nun ebenfalls das ORF-3-Sportkonzept unter die Lupe nehmen, hieß es im Bericht. Ursprünglich war der Start des Info- und Kulturkanals für den 1. Mai 2011 geplant (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist derzeit jedoch fraglich. [js]

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45 Kommentare im Forum

  1. AW: Pünktlicher Start von ORF 3 ungewiss - Streit um Transponder was ist mit ORF2E ? Könnte man beim normalen ORF2 nicht einfach die Verschlüsselung bei den nicht lizenzpflichtigen Sendungen abschalten?
  2. AW: Pünktlicher Start von ORF 3 ungewiss - Streit um Transponder Das würde die Masse der Zuschauer (die ORF2E in ihrem Bouquet haben) sicher nicht raffen.
  3. AW: Pünktlicher Start von ORF 3 ungewiss - Streit um Transponder ""...Während ORF Sport Plus mit den Live-Übertragungen um den Satellitenplatz wirbt, verwies ORF 3 in der Direktorensitzung vor allem auf seinen höheren Altersdurchschnitt. Dem älteren Publikum fiele das Durchführen eines Sendersuchlaufs schwerer als den jüngeren, sportaffinen Zuschauern, hieß es." Das nenne ich aber einmal "starke Argumente" in die Wagschale werfen. Wenn das Programm von ORF3 so dünn wird wie diese Argumentation der ORF-Direktoren um die Beibehaltung einer Frequenz, dann gute Nacht. Schon faszinierend, dass die Tranponder-Frage, die eigentlich als erstes in die Planung zur Aufschaltung neuer Sender zu klären ist, ganz zu schweigen von der bislang ungeklärten Kostenseite jetzt erst von den hochdotierten ORF-Fachleuten erkannt wird.
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