Sind die öffentlich-rechtlichen Sender in Gefahr?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die zunehmende Ausrichtung in Richtung der Privaten und der immer weiter steigende finanzielle Bedarf bedroht die Existenz der öffentlich-rechtlichen Sender in Europa. Das meint zumindest RTL-Manager Andreas Rudas und fordert einen großen Wandel.

Droht den öffentlich-rechtlichen Sendern bald das Ende? Finanziell ist es um viele dritte Programme nicht gut bestellt, wie die Beispiele des SWR und BR zeigen, die aufgrund großer Verluste massive Einsparungen vornehmen müssen. Auch ARD und ZDF haben für die kommenden Jahre einen enormen Mehrbedarf angemeldet, das Erste spricht sogar von 99 Millionen Euro jährlich, die fehlen würden. Dies sei in erster Linie der Ausrichtung der Öffentlich-Rechtlichen geschuldet, meint Andreas Rudas, Manager von RTL, während einer Diskussion auf der „Media Trends Konferenz“ in Wien: „Öffentlich-Rechtliche brauchen mehr und mehr Geld, weil sie immer privater werden.“

Darin sieht Rudas auch eine Gefahr für die Meinungsvielfalt in Europa, denn es brauche eine Balance zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern. Auch ORF-Generalsekretär Alexander Wabretz sprach sich für den Erhalt des öffentlich-rechtlichen Systems aus und machte die Wichtigkeit gerade an der aktuellen Flüchtlingssituation fest: „Die Länder, wo die meisten Menschen leben wollen – und wir sehen es jetzt jeden Tag, wie Skandinavien, die deutschsprachigen Länder in Zentraleuropa und manche andere, haben sehr starke Öffentliche Sendeanstalten.“
 
Darin widerspricht Rudas jedoch seinem Kollegen, geht sogar so weit zu sagen: „Es gibt keine demokratischen öffentlichen Sender.“ In vielen europäischen Ländern würden politische Machthaber Führungskräfte in den öffentlichen Sendern austauschen und somit unabhängige Massenmedien verhindern. Gerade diese politische Einflussnahme und „teils absurde Richtlinien“ drohen die Zahl der öffentlich-rechtlichen Sender zu reduzieren.
 
Auch die immer stärkere Angleichung an die privaten Inhalte gefährde angesichts des Finanzierungsmodells über Gebühren laut dem RTL-Manager die Existenz der Öffentlich-Rechtlichen: „Es wird der Tag kommen, wo die Bürger nicht für das Gleiche zahlen wollen, was sie gratis von Privaten bekommen“, so Rudas, der daher einen großen Wandel, sowohl von Politkern als auch Sendern, fordert. [buhl]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

157 Kommentare im Forum

  1. AW: Sind die öffentlich-rechtlichen Sender in Gefahr? au mann Soviel Blödsinn (seitens RTL) in so wenig Beitrag.
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