Sony-Netzwerke bleiben nach Datenklau bis Ende Mai offline

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nach dem spektakulären Datendiebstahl Mitte April bleiben Sonys Spiele- und Medienserver weiter abgeschaltet. Das Unternehmen wolle noch ein verbessertes Sicherheitssystem installieren, bevor die Server wieder online gehen.

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Die Dienst sollen voraussichtlich dann erst zum 31. Mai wieder ans Netz gehen, sagte Sony-Sprecher Shigenori Yoshida der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Zuletzt hatte es geheißen, einige Dienste sollten zum Wochenende wieder hochgefahren werden (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
 
Sony hatte das Netzwerk für seine Spielekonsole Playstation und den Filmdienst Qriocity sowie die Plattform Sony Online Entertainment nach dem Einbruch von Mitte April abgeschaltet, bei dem Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern gestohlen worden waren. Am vergangenen Freitag hatte sich Konzernchef Howard Stringer erstmals bei den betroffenen Kunden entschuldigt (DF berichtete).

Unter den geklauten Daten könnten sich auch mehr als 12 Millionen Kreditkartendaten befinden. Bislang sind aber noch keine Fälle von Missbrauch bekanntgeworden. Die schiere Menge an derzeit kursierenden geklauten Daten hat nach Angaben des Sicherheitsexperten Eugene Spatford von der US-Universität Purdue in einschlägigen Foren bereits zu einem massiven Preisdruck bei Kreditkartendaten geführt.
 
Am Wochenende waren Daten von mehr als 2500 Teilnehmern eines Gewinnspiels in einer Internet-Datenbank aufgetaucht, die Sony inzwischen aber wieder entfernen ließ. Für das Wochenende hatten Beobachter mit einem weiteren Angriff auf Server des Elektronikkonzerns gerechnet, der vorerst allerdings ausblieb.
 
Das Datendesaster dürfte Sony rund 1,24 Milliarden Dollar kosten, schätzte Nobuo Kurahashi, Analyst bei der Investmentfirma Mizuho Investors Securities. „Es könnte Monate dauern, die Sicherheitsprobleme zu beheben“, sagte Kurahashi dem „Wall Street Journal“. „Und wie das langfristig die Zufriedenheit der Kunden in Sonys Online-Services beeinflusst, ist schwer abzuschätzen.“ Ende der Woche hatte Sony – vorerst für amerikanische Kunden – einen kostenlosen Versicherungsschutz für ein Jahr angekündigt.
 
Zudem werde den Spielern eine Liste von fünf Spielen angeboten, aus denen sich jeder Nutzer zwei Titel zum kostenlosen Download aussuchen könne. Um welche Spiele es sich handelt wurde zunächst nicht spezifiziert. Sony hatte Betroffenen bereits zuvor eine 30-tägige Gratis-Premiummitgliedschaft im Netzwerk versprochen (DF berichtete). [dpa/js]

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27 Kommentare im Forum

  1. AW: Sony-Netzwerke bleiben nach Datenklau bis Ende Mai offline Wird immer peinlicher für Sony.
  2. AW: Sony-Netzwerke bleiben nach Datenklau bis Ende Mai offline Epic Fail ahoi Und am 30.05. heißt es dass man noch eine Testphase bis 15.06. ranhängen mussen um sicher zu gehen
  3. AW: Sony-Netzwerke bleiben nach Datenklau bis Ende Mai offline Wird eher immer peinlich für Menschen mit dämlichen Kommentaren. Was ist daran bitte peinlich für Sony? Erst wird gemeckert weil Sony angeblich unsere Daten nicht ausreichend genug geschützt hat. Nun machen sie es und es ist wieder falsch. Abgesehen davon gab es von Sony bisher genau einen einzigen Termin wann man wieder online geht. Dieser wurde allerdings genannt als der Einbruch bei SOE noch gar nicht bekannt war. Auch gibt hier sicher nicht Sony den Zeitplan vor sondern die Sicherheitsfirmen mit denen Sony zusammenarbeitet und die die Sicherheitsmechanismen entwickeln bzw. betreuen. Diese machen das Sicherheitsnetz. Diese binden es in die Sonynetzwerke ein. Diese testen es und diese müssten letztlich mit ihrem guten Namen Sony gegegnüber dafür stehen, dass nicht 5 Tage nach Neustart wieder Hacker ins System kommen. Diese Sicherheitsfirmen, wie auch Sony, werden nen Teufel tun und nur wegen ein paar ungeduldiger Zocker das Network zu früh wieder online zu nehmen. Leute die jetzt wegen der langen Offlinezeit jammern, wären doch die ersten die meckern wenn wieder ein Hacker ins System käme. Dann würde es gleich heißen: "****** Sony. Peinlich. Fail. Hätten sie mal lieber ihr neues System ausgiebig geprüft bevor sie damit online gehen".
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