[Update] ProSiebenSat.1 steigt bei Hollywood-Serienschmiede ein

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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ProSiebenSat.1 will den TV-Serienmarkt in den USA aufmischen. Über sein Tochterunternehmen Red Arrow Entertainment übernimmt der Medienkonzern einen 50-prozentigen Anteil an der US-Serienschmiede Fuse, die Quotenerfolge wie „Burn Notice“ und „The Killing“ unter ihrer Fittiche hat.

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Darüber hinaus verfügt Fuse über einen langfristigen Kooperationsvertrag mit dem US-amerikanischen Network Fox, berichtete die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf Red-Arrow-Geschäftsführer Jan Frouman in ihrer heutigen Dienstagsausgabe. Damit versucht erstmals ein deutscher TV-Sender, Fuß auf dem lukrativen US-Serienmarkt zu fassen, der als Türöffner für den Einstieg in das internationale Lizenzgeschäft gilt.
 
Red Arrow bestätigte die Mehrheitsbeteiligung am Dienstagvormittag offiziell. Gründer Mikkel Bondesen stamme aus Dänemark und kenne damit seit vielen Jahren sowohl den US-amerikanischen als auch den europäischen TV-Markt. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für die künftige erfolgreiche Zusammenarbeit von Fuse und Red Arrow, betonte das Unternehmen. In Kooperation sollen Fiction-Formate aus dem europäischen Raum für die USA und umgekehrt entstehen.
 
Frouman wollte gegenüber dem Blatt keine Einzelheiten zu den finanziellen Modalitäten nennen, sprach aber von „vernünftigen Konditionen“. Die Möglichkeit, Serien in Zusammenarbeit mit einem Hollywood-Studio entwickeln zu können, bezeichnete er als optimale Möglichkeit für ProSiebenSat.1. Nach Angaben des Managers soll Fuse-Gründer Mikkel Bondesen auch nach dem Einstieg des deutschen Partners für das operative Geschäft verantwortlich bleiben.

Fuse-Gründer Mikkel Bondesen ist gebürtiger Däne und kam 1996 in die USA. Bereits 2003 führte ihn der „Hollywood Reporter“ in seiner angesehenen „Next Generation List“ als eines der künftigen Top-Talente. 2005 gründete Mikkel Bondesen das Produktionsunternehmen Fuse und landete mit „Burn Notice“ auf Anhieb einen Serienhit. Außerdem schloss er einen First-Look-Deal mit den Fox Television Studios, der dem Sender das Erstzugriffsrecht für neue Projekte einräumt.
 
Neben Mikkel Bondesen gehört Henrik Bastin als Partner und CEO dem Fuse-Team an. Mit über zehn erfolgreichen Entwicklungen zählt er in  seinem Heimatland Schweden zu den renommiertesten Executive  Producers. Mit STO-CPH gründete er eines der heute bekanntesten  schwedischen Produktionsunternehmen. Er kam 2010 in die USA. Henrik Bastin war Executive Producer der ABC-Serie „My Generation“, verkaufte „Breakshot“ an Fox und ist aktuell Executive Producer seines Reality-Formats „Koping / Happy Hearts“ für A&E. Neu zum Fuse-Team stößt die frühere „O.C. California“-Produzentin Kristen Campo.
 
 
ProSiebenSat.1 hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro mit seiner Produktionssparte erzielt, strebt aber bereits für dieses Jahr eine Steigerung auf 100 Millionen Euro an. Der Bereich gilt im Unternehmen als Wachstumskandidat und soll mittelfristig deutlich höhere Anteile zum Konzernumsatz von aktuell 3 Milliarden Euro beitragen.
 
Fuse ist aus Sicht des deutschen Medienkonzerns ein „Brückenkopf“ für den US-Markt, der zuletzt gescheiterte Versuche, Formate wie die Sat.1-Serie „Danni Lowinski“ in den Vereinigten Staaten zu lancieren, erleichtern soll. Red Seven habe bereits eine erste Dramaserie zur Entwicklung an Fuse übergeben, sagte der Geschäftsführer der Vertriebssparte SevenOne International, Jens Richter, dem Blatt.
 
Bereits vor einem Jahr hatte ProSiebenSat.1 in den USA die Produktionsfirma Kinetic Content übernommen und mit dem Verkauf mehrerer Gameshows an Sender wie ABC und NBC punkten können (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Frouman schloss nicht aus, dass der Konzern in den kommenden Monaten bei weiteren Produzenten im Show- und Reality-Bereich einsteige.
 
Folgende Produktionsunternehmen gehören außerdem zum Portfolio der 2010 gegründeten Red Arrow Entertainment Group: Kinetic Content, Magic Flight Film, The Mob Film Company, Producers at Work und Red Arrow Entertainment Ltd. in Großbritannien, Redseven Entertainment, Snowman Productions Dänemark, Snowman Productions Schweden, Sultan Sushi Belgien sowie Sultan Sushi Niederlande. Außerdem ist die ProSiebenSat.1-Tochter eine Partnerschaft für Koproduktionen mit Granada Media in Australien eingegangen. [ar]

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5 Kommentare im Forum

  1. AW: [Update] ProSiebenSat.1 steigt bei Hollywood-Serienschmiede ein Anstatt in in den amerikanischen TV-Serienmarkt einzusteigen, sollten Sii lieber in den deutschen TV-Serienmarkt investieren. Da gibts genug Genres, wo es wie eine Sahara-Wüste gleichaussieht: SciFi Action Abenteuer Horror ( kann man eine Mini-Serie sogar machen ) Fantasy Aber nein, Sie wollen in den dominierenden bzw. übsättigten US-Serienmarkt einsteigen, um noch mehr US-Serien die TV-Welt zu füllen >.>
  2. AW: [Update] ProSiebenSat.1 steigt bei Hollywood-Serienschmiede ein Nicht ganz: "In Kooperation sollen Fiction-Formate aus dem europäischen Raum für die USA und umgekehrt entstehen". Sprich: es geht darum, Projekte in Europa mit der Option auf internationale Verkäufe zu realisieren, die auf diese Weise dann natürlich auch mit einem höheren Budget ausgestattet werden können. Eine Serie, die nur in Deutschland läuft, ist schwerer refinanzierbar, als eine Serie, die parallel auch in andere Märkte verkauft werden kann...
  3. AW: [Update] ProSiebenSat.1 steigt bei Hollywood-Serienschmiede ein Ja, aber man kann dich einfach die Serien, die man in Deutschland entwickelt und gedreht wird, auch in Englisch einfach drehen und auch ohne internationale "Kooperationen". Und außerdem kann bedeutet nicht Höhrere Budget = bessere Film/Serie. Da gibt viele Filme bzw. Serien, die trotz sehr großen Budgets, nicht immer erfolgreich oder gar Oscar-Reif sind. Sage nur "Dragonball Evolution" Ich kann auch eine TV-Serie produzieren, wo ich die Idee ganz neu ist ( auch wenn es eine Manga-Adaption ist, kann ich die Serie so umschreiben wie ich es gerne haben will, weil der Manga zu allen Länden passen würde^^ ) und ich es in englischer Sprache infach drehen kann. Und dafür brauche ich kein 50 Millionen teuren Budget. Wenn ProSieben mir 5 Millionen € gibt, dann kann ich mit der Summe meine TV-Idee auf 3 Staffeln aufteilen. Und nein es ist nichtmal SciFi sodern eher etwas übernatürliches ( aber kein Superhelden-fähigkeit ist es ) mit viel Drama. Also bitte dich, deutsche Serien kann sehr wohl refinzierbar werden, mit deutschen Geldern, wenn man auch in der internationale Supersprache "Englisch" auch gedreht wird. Da brauche ich wirklich keine Kooperation >.>
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