Vaunet: Abklatsch privater Programme keine Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen

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Bild: © Vaunet
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Der beitragsfinanzierte Rundfunk soll, wenn es nach dem Verband privater Medien, Vaunet, geht, grundlegend umstrukturiert werden. Vor allem die Werbung, Nachteile bei DAB Plus und zu ähnliche Programme sind ihm ein Dorn im Auge.

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Der Vaunet setzt sich für eine Schärfung des inhaltlichen Profils der öffentlich-rechtlichen Anstalten ein, mit dem sie sich klarer von den Angeboten der privaten Sender unterscheiden sollten. „Copy & Paste“-Programme in Radio und TV in Konkurrenz zu den Privaten sind keine Aufgabe des beitragsfinanzierten Rundfunks. Schwerpunktmäßig könnten ARD, ZDF und Deutschlandradio 75 Prozent ihres Budgets auf die Bereiche Information, Kultur und Bildung konzentrieren. Diese sollten als Inhalt in den nutzungsintensivsten Zeiten gesendet werden und nicht in Randzeiten oder Spartenangebote ausgelagert werden. Die regionalen Dritten Programme könnten sich wieder stärker auf ihren regionalen Auftrag besinnen.

Vollständiges Werbe- und Sponsoringverbot bei ARD und ZDF

Weiterhin setzt sich der Verband für eine Limitierung von Werbung und Sponsoring ein. Für das Privatradio ist die Umsetzung des sogenannten NDR-Modells (60 Minuten, ein werbeführendes Programm pro Anstalt) in allen ARD-Anstalten zielführend. Im Fernsehen spricht sich der Vaunet für eine Systemtrennung und damit für ein vollständiges Werbe- und Sponsoringverbot bei ARD und ZDF aus.

Vaunet fordert Gleichberechtigung mit ARD-Radiowellen bei DAB Plus

„[…] Zudem wird die hohe Finanzausstattung der öffentlich-rechtlichen Radiowellen für ihren DAB-Plus-Umstieg mit dem aktuellen KEF-Beschluss fortgeschrieben. Umso dringlicher wird es, dass auch politische Antworten gegeben werden, wie die Privaten ihren Umstieg finanzieren sollen. […] Die UKW-Verbreitung wird noch lange die wirtschaftliche Grundlage des Geschäfts der privaten Radioveranstalter bleiben. Trotzdem steigt die Bedeutung auch von DAB Plus als digitaler Übertragungsweg, insbesondere weil es eine politische Festlegung auf diese Technologie gibt“, so Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im Vaunet und Geschäftsführer von Radio Regenbogen, zur KEF-Empfehlung und zum Thema DAB Plus.

Und weiter: „Wir benötigen deshalb für den weiteren Ausbau unserer DAB-Plus-Aktivitäten gleichberechtigte Grundlagen mit den ARD-Radiowellen. Nur so können wir es vermeiden, dass aus dem Analog-Digital-Umstieg weitere Wettbewerbsnachteile zu Lasten der Privaten entstehen.“

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9 Kommentare im Forum

  1. Den Privaten wäre es ja freigestellt, bei schlecht laufenden Geschäften das Geschäftsfeld zu wechseln. Also z.B. kein Radio und kein Fernsehen mehr zu machen, sondern z.B. in erneuerbare Energien zu investieren oder in die Verkehrswende oder wohin auch immer. Aber so schlecht scheint es trotz der Meckerei offenbar noch nicht zu laufen mit den klassischen elektronischen Medien... Ich bin wahrlich ein Anhänger des öffentlich-rechtlichen Konzepts, aber wenn ich z.B. MDR Jump, MDR Sputnik, MDR Tweens, hr 1 / 3 / YouFM, N-Joy und zahlreiche weitere Öffis betrachte, sehe ich wirklich nicht, was hieran "öffentlich-rechtlich" sein soll. Das können Top40, Antenne Thüringen, PSR, SAW, FFH, Planet Radio und Konsorten mindestens genauso schlecht. Dafür finde ich kaum irgendwo Programme mit der Qualität von z.B. Bayern 2 - und dort wurde auch schon finanzbedingt gekürzt.
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