Welttag des Fernsehens: Rückläufiger Markt, aber konstant hohe Nutzung

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Streaming, Sender, Fernbedienung © Artur Marciniec - Fotolia.com
© Artur Marciniec - Fotolia.com
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Seit 1996 hat das Fernsehen auch einen von der UNO festgelegten Gedenktag – der 21. November soll an das erste Weltfernsehforum 1996 erinnern. Bei einem Gipfeltreffen der Programmanbieter, Experten und TV-Unternehmer werden an diesem Tag jährlich die Perspektiven und die Zukunft des Fernsehens diskutiert.

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Die Video-Nutzung bleibt im Alltag der Menschen allgegenwärtig. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „ARD/ZDF-Massenkommunikation Trend 2022“: Fast die gesamte Bevölkerung wird zumindest wöchentlich erreicht, 88 Prozent täglich. Dabei beträgt die tägliche Nutzungsdauer für Bewegtbild 214 Minuten. Das lineare Fernsehen dominiert die Nutzung mit 64 Prozent, die zeitversetzte Nutzung liegt bei 36 Prozent. Allerdings hat sich dieses Verhältnis um fünf Prozentpunkte zugunsten der zeitversetzten Nutzung von 2021 auf 2022 verschoben. Bei der Häufigkeit der Videonutzung (mindestens einmal pro Woche) liegt laut der Studie das laufende Fernsehprogramm mit 81 Prozent vorn. Mit 61 Prozent folgen Fernsehsendungen und Videos aus den Mediatheken.

Bewegtbild-Nutzung konstant hoch

Ebenfalls Ergebnisse der Studie: Die Nutzungsdauer ist von 194 Minuten im Jahr 2017 auf 214 Minuten im Jahr 2022 gestiegen. Die längste Nutzungsdauer hatte das Pandemiejahr 2021 mit 222 Minuten. Für Nutzung des laufenden Fernsehprogramms ist das Fernsehgerät für 62 Prozent die erste Wahl, für Videos oder Livestreams allerdings nur für 15 Prozent.

Trotz der Beliebtheit von Bewegtbild entwickelte sich der Markt für Fernsehgeräte in der jüngsten Vergangenheit negativ. Nach einem deutlichen Zuwachs von mehr als 13 Prozent beim Umsatz und mehr als elf Prozent bei der Stückzahl im Pandemiejahr 2020, zeigt sich der Markt für TV-Geräte in Deutschland seit 2021 rückläufig.

Markt für TV-Geräte aktuell rückläufig

Während der Pandemie investierten die Konsument:innen mehr in ihr Zuhause und sorgten so für Wachstum speziell auch im Segment der TV-Geräte. Diese Sonderkonjunktur setzt sich aktuell nicht mehr fort. So wurde für 2021 ein Rückgang von knapp sieben Prozent beim Umsatz und ein Minus von knapp 20 Prozent bei der verkauften Stückzahl verzeichnet. Allerdings stieg 2021 der Durchschnittspreis aller verkauften Fernsehgeräte um mehr als 16 Prozent auf 677 Euro. Der Negativtrend setzte sich in den ersten drei Quartalen 2022 fort: Zwischen Januar und September 2022* wurden knapp 3,3 Millionen Fernseher in Deutschland verkauft, ein Minus von 17,7 Prozent. Der Umsatz betrug knapp 2,3 Milliarden Euro, ein Rückgang um 14,5 Prozent.

*Diese Zahlen sind eine Vorabveröffentlichung aus dem HEMIX Q1-3/2022, eine ausführliche Veröffentlichung des gesamten Marktindex für diesen Zeitraum 2022 folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Alle angegebenen Prozentzahlen beziehen sich jeweils auf den vergleichbaren Vorjahreszeitraum. HEMIX = Home Electronic Market Index. Der HEMIX zeigt auf Basis Menge und Wert die quartalsweise Marktentwicklung in Deutschland auf. Der HEMIX ist ein Gemeinschaftsprojekt der GfK und der gfu Consumer & Home Electronics GmbH.

Quelle: gfu

Bildquelle:

  • Streaming-Fernsehen-Fernbedienung: © Artur Marciniec - Fotolia.com
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5 Kommentare im Forum

  1. Die Zahlen sagen darüber gar nichts aus. Streaming über Dienste wie Netflix ist ja kein zeitversetztes Fernsehen, sondern Video gucken. Lineare Nutzung geht klassisch oder per Stream. Zeitversetzt ebenfsalls. Klassisch aber dann wohl unter Verwendung einer Festplatte, per Stream z.B. aus der Mediathek oder womöglich Youtube. Da letzteres mir zu kompliziert ist oder zu schlecht im TV implementiert ist, schaue ich Zeitversetzt bevorzugt über Zattoo - und wenn ich da dann schon mal bin, dann natürlich auch live. Wenn ich was zeitversetzt gesehen habe, gehe ich auf "zurück zu live" und betreibe klassisches Channel Hopping - nur eben per Internet.
  2. Du pickst Dir auch nur das raus, was Dir gefällt. Fakt ist, Streaming ist allgegenwärtig. Auszug aus der Studie: • Video-Streamingdienste wachsen weiter, wenn auch weniger dynamisch: Knapp die Hälfte der Bevölkerung (47%) nutzt sie mittlerweile regelmäßig. Die Nutzungszeit geht teilweise an andere Plattform-Typen verloren.
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