ZDF-Intendant Schächter geht und hinterlässt Gottschalk-Rätsel

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Im März kommenden Jahres legt Markus Schächter sein Amt als ZDF-Intendant nieder. Das Treffen des Fernsehrates nahm der 62-Jährige am Freitag zum Anlass für ein Resümee seiner zehnjährigen Amtszeit und einen Blick in die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt. Zum Thema „Wetten, dass..?“ verschob er eine Entscheidung weiter nach hinten.

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„Die Digitalstrategie des ZDF war und ist richtig.“ Dieses Fazit zog ZDF-Intendant Markus Schächter, der sein Amt im kommenden Jahr niederlegen will, vor dem Gremium des Senders (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). Abgeschlossen sei die Strategie aber noch nicht. In Zukunft bleibe ihre konsequente Weiterentwicklung eine zentrale und bedeutende Daueraufgabe des Zweiten.
 
Der 62-Jährige fand auf dem Treffen des Fernsehrates viele Ansätze für Lob in eigener Sache. Mit seiner Mediathek und dendigitalen Kanälen ZDFneo, ZDFkultur und ZDFinfo habe sich das Zweite in den vergangenen Jahren als „Innovationsmotor des deutschen Fernsehens“ bewährt. „Es gab dafür nicht einen einzigen zusätzlichen Gebühren-Cent. Was die Konkurrenz als ungebremste Expansion beklagt, ist in Wahrheit das Ergebnis einer konsequenten Umstrukturierung“, wehrte sich Schächter gegen mediales Sperrfeuer.

Zum Streit um die Telemedien-Angebote der öffentlich-rechtlichen Anstalten im Internet merkte der ZDF-Intendant an, die Sorgen der Verleger seien „unbegründet“. Die Auswirkungen der ZDF-Online-Angebote auf den Markt seien minimal. „Mit vernünftigem Blick auf einen gemeinsam angestrebten Qualitätsjournalismus wäre eine Kooperation der Verleger mit uns sinnvoller als eine ins Leere schießende Konfrontation“, kritisierte er.
 
In einem Interview mit dem Onlinemagazin „The European“, das am Freitag erschien, zeigte sich Schächter zufrieden mit seinem Sender. „Wir sind weitgehend in der digitalen Welt angekommen“, sagte er darin. Jetzt komme es darauf an, die weiteren Beschleunigungen gestaltend mitzugehen. Die nächste Station sei das Hybrid-Fernsehen. Das ZDF stellt unter anderem bereits seine Mediathek als HbbTV-Applikation auf Fernsehern und weiteren Endgeräten zur Verfügung.
 
Einen Blick in die Zukunft wagte der ZDF-Intendant gegenüber dem Fernsehrat noch im Hinblick auf den deutsch-französischen Kultursender Arte. So äußerte sich Schächter zum neuen Programmschema, das im kommenden Jahr starten wird (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). „Mit neuen Formaten und kreativen Programmen, nicht zuletzt auch im Internet, wird der Sender Arte verstärkt für Innovation und Demokratisierung von Kultur stehen. Gleichzeitig gibt es mehr Spielraum für Flexibilität und Kreativität“, sagte er.
 
Auch zur Nachfolgedebatte um Thomas Gottschalk äußerte sich Schächter und nahm seinen Sender dafür in Schutz, die Entscheidung über die künftige Moderation von „Wetten, dass..?“ bislang offen gelassen zu haben. Es sei gut gewesen, diese Frage aus dem Umfeld der großen Diskussion um den Abschied von Thomas Gottschalk am vergangenen Samstag heraus zu nehmen, sagte er. 
 
„Wer immer in dieser Sonne steht, wird dann damit Probleme haben“. Der Name eines Nachfolgers werde zu einem „richtigen Zeitpunkt“ verkündet. „Wir haben da einen Fahrplan“, sagte Schächter. Die Personalie werde ganz sicher bis zum Frühjahr geklärt sein. Ursprünglich hatte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut in Aussicht gestellt, die „Kandidatenfrage“ bis Jahresende zu beantworten. [su]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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1 Kommentare im Forum

  1. AW: ZDF-Intendant Schächter geht und hinterlässt Gottschalk-Rätsel Das ZDF hat bisher kein glückliches Händchen gezeigt in Sachen Nachfolge von "Wetten daß ..." Es wäre besser, wenn das ZDF die öffentliche Diskussion / Spekulation schnell beendet. Inzwischen nimmt die Marke ZDF als auch die Sendung "Wetten daß..." Schaden.
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