Digitaler Führerschein wegen Sicherheitslücken gestoppt

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Hacker Symbolfoto; Bild: © Amir Kaljikovic - Fotolia.com
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Eine Woche nach dem Startschuss für den digitalen Führerschein in Deutschland (DIGITAL FERNSEHEN berichtete) ist die dazugehörige Smartphone-App „ID Wallet“ wieder zurückgezogen worden.

Die Anwendung war am Donnerstag weder im Apple App Store noch im Google Play Store mehr verfügbar. Zuvor hatten Expertinnen und Experten auf Sicherheitslücken in der App hingewiesen.

Der von der Bundesregierung beauftragte Dienstleister Digital Enabling GmbH erklärte, der Start der App habe viel Aufmerksamkeit von Nutzerinnen und Nutzern erhalten, die sich intensiv mit Sicherheits- und Vertrauensfragen befassen. „Um das System auf höhere Nutzlasten auszulegen und den Sicherheitshinweisen nachzugehen, werden wir in den nächsten Wochen umfangreiche weitere Tests durchführen. In dieser Zeit werden wir die App aus den Stores nehmen.“

Das sollte der digitale Führerschein können

Der digitale Führerschein, der in der „ID Wallet“ aufbewahrt wird, soll nach den Plänen der noch amtierenden Bundesregierung beispielsweise die Anmietung von Mietwagen oder die Nutzung von Carsharing-Angeboten erleichtern. Langfristig sollte das digitale Abbild des Führerscheins auf dem Smartphone das analoge Papier vollständig ersetzen können, etwa bei einer Ausweiskontrolle. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte das Projekt vor einer Woche vorgestellt.

In der schwarz-roten Bundesregierung hatte sich vor allem die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), für eine Digitalisierung von amtlichen Dokumenten und darauf aufsetzenden Anwendungen wie die „ID Wallet“ stark gemacht.

Nach der Vorstellung des Projektes „Digitaler Führerschein“ traten zunächst technische Schwierigkeiten auf, weil die Server überlastet waren. Außerdem kritisierten Sicherheitsexperten aus dem Umfeld des Chaos Computer Clubs (CCC) die Anwendung. Zu den Kritikern gehört auch Lilith Wittmann, die zuvor bereits gravierende Sicherheitslücken in der Wahlkampf-App der CDU entdeckt hatte. Man habe „Grund zur Annahme“, dass die Infrastruktur hinter der App und die zugrundeliegende Blockchain-Technik angreifbar sein könnten, twitterte ein CCC-Mitglied.

Text: dpa/ Redaktion: JN

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7 Kommentare im Forum

  1. sowas dürfte es überhaupt nicht geben . Irgendwann lasse ich mir ein Meisterbrief Digital ausstellen.
  2. Bei dem digitalen E-Rezept das gleiche Trauerspiel. Mittlerweile vermute ich fast dass das Absicht ist und einige ganz gut an dem digitalen Versagen verdienen. Aber wie gesagt, ist nur mein Gefühl.
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